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A Space Opera for Young Voices - 2021

Komponist Miroslav Srnka · Libretto von Tom Holloway
In englischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln | Neuproduktion

Samstag, 12. Juni 2021
19.00 Uhr – 20.30 Uhr
Cuvilliés-Theater

Dauer ca. 1 Stunden 30 Minuten

Opernstudio 2020-21

Freier Verkauf

Preise CE

ausverkauft

Premiere am 05. Juni 2021

#BSOsingularity

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Termine & Karten

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Besetzung

Komponist
Miroslav Srnka
Musikalische Leitung
Patrick Hahn
Inszenierung
Nicolas Brieger
Bühne
Raimund Bauer
Kostüme
Andrea Schmidt-Futterer
Licht
Benedikt Zehm
Videodesign
Stefano Di Buduo
Elektronische Klänge
Matouš Hejl
Dramaturgie
Malte Krasting

S
Eliza Boom
eS
Juliana Zara
M
Daria Proszek
eM
Yajie Zhang
T
George Vîrban
eT
Andres Agudelo
B
Andrew Hamilton
eB
Theodore Platt
Orchester
Klangforum Wien

Opernstudio der Bayerischen Staatsoper

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Medien

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Mehr dazu

Eine neue Oper, geschrieben eigens für das Opernstudio der Bayerischen Staatsoper – das hat es noch nicht gegeben. Miroslav Srnka, einer der profiliertesten Komponisten der jungen Generation, in München bestens bekannt seit der Uraufführung seiner Opern Make No Noise und South Pole, schreibt – wieder im Team mit dem Dramatiker und Librettisten Tom Holloway – eine musikalische Komödie über den technischen Fortschritt und seine Folgen für das menschliche Zusammenleben. Implantierbare Mikrochips und Nanotechnologie eröffnen neue Möglichkeiten der Kommunikation, aber sie machen die Menschheit anfällig für Störungen im vernetzten System. Genau das passiert den Figuren in Singularity. Was geschieht, wenn ein Update außer Kontrolle gerät? Und was, wenn die künstliche der menschlichen Intelligenz überlegen sein wird? Singularity begibt sich auf die Spuren einer gar nicht so unwahrscheinlichen Science-Fiction zwischen Erde und Weltall und bringt auch die komischen Seiten dieses Themas auf die Bühne des Cuvilliés-Theaters.

 

Biotechnologische Implantate erlauben es den Menschen, mit ausgewählten Empfängern und von anderen unbemerkt zu kommunizieren, ohne Hilfsmittel außerhalb ihrer Körper benutzen zu müssen.

 

1. Teil (Auf der Erde, zu Hause – in der Zukunft)

1. Szene

B hat die ganze Nacht mit einem Computerspiel verbracht. Seine Freundin S erinnert ihn an das fällige Software-Update für das Messaging, das es ermöglicht, nicht mehr nur im lokalen Netzwerk, sondern von überallher Nachrichten zu verschicken. Aber B möchte das Update überspringen. S führt die Aktualisierung alleine aus. Dabei beginnt sie zu zittern und im Wechsel unsinnige Sätze und aufrichtige Bekenntnisse von sich zu geben. B ist zunächst genervt, doch als er merkt, was geschieht, verfällt er in Panik. Dann läuft sein Nachrichtenspeicher voll, und B verschwindet.

 

2. Teil (Ein Spa irgendwo im Weltraum – gleich darauf)

2. Szene

B, M und T finden sich plötzlich in ungewohnter Umgebung wieder. Nachdem sie sich fürs Messaging miteinander verbunden haben, versuchen sie herauszufinden, was geschehen ist. T erzählt, er habe seinen künstlichen Kanarienvogel – eine sogenannte Trostdrohne – gefüttert. B gibt vor, sich mit seiner Freundin liebevoll unterhalten zu haben, was M ihm nicht abnimmt. Alle drei wollen nach Hause und rufen um Hilfe. Dabei entdecken sie einen defekten Computer, der intervallisch ein Rauschen von sich gibt.

3. Szene

T erzählt: Weil er keine Freundin finden konnte, hat ihm seine Mutter die Trostdrohne Kenny geschenkt, mit der Botschaft, vielleicht gebe es für ihn wirklich niemanden.

4. Szene

B vermisst die hügelgleichen Zehen seiner Freundin. M behauptet, man könne alte Sprachnachrichten abrufen, indem man sich auf den Hinterkopf schlägt. B fällt darauf herein und lässt sich auf den Kopf hauen, bis er das Spiel durchschaut.

 

3. Teil (Ein Spa irgendwo im Weltall – etwa zehn Jahre später)

5. Szene

B versucht, den Computer zu reparieren. M und T stellen fest, dass sie nicht zu altern scheinen. Es kommt zum Streit darüber, ob sich M und T in einer Beziehung befinden. Auf einmal beginnt der Bildschirm Text anzuzeigen: Sie befänden sich auf dem ersten internationalen Weltraum-Spa, wo man durch die riskante Behandlung mit Schwarzer Materie ewig jung bliebe. M ist erschrocken und möchte lieber alt werden.

6. Szene

B bringt Screeny, den Computer, zum Sprechen, und erfährt, wie man alte Sprachnachrichten abrufen kann. Screeny filtert die Stimme von S aus den Störgeräuschen heraus. Die rekonstruierte Nachricht macht B klar, dass S ihn nicht trotz, sondern wegen seiner Unvollkommenheiten geliebt hat.

7. Szene

Nun möchte B auch den anderen helfen und lässt sich von T als Kanarienvogel Kenny verkleiden. Er singt sogar den Gesang des künstlichen Vogels.

8. Szene

M berichtet, dass sie früher Trostdrohnen entworfen und für ihren Gesang einen Text programmiert hat, der aus einer rückwärts gelesenen Beschimpfung besteht: „Tahw a resol“ für „what a loser“. Durch Manipulation hat sie sich das Vertrauen und die Liebe ihrer lebensfrohen Nachbarin erschlichen. Als diese ihre Machenschaften entdeckte, hat sie M wieder verlassen.

 

4. Teil (Ein Spa irgendwo im Weltall – 40 oder mehr Jahre später)

9. Szene

Screeny erzählt über seine Vergangenheit als legendärer Supercomputer in der Frühzeit der Künstlichen Intelligenz, bevor er zu einem Wegweiser im Spa degradiert wurde. B programmiert den Computer um, damit er mit S’ Stimme sprechen kann.

10. Szene

B verkleidet M, damit sie wie S aussieht, und lässt Screeny die Nachricht von S abspielen, in der sie sagt, dass sie B wegen seiner komischen Geräusche liebt. Erst macht sich M lustig darüber, aber dann hören alle drei wahre Liebe aus diesem Satz heraus. T will endlich sein Leben in die Hand nehmen, und M ist begeistert von seinem ungeahnten Durchsetzungswillen. Nachdem T die Sprachfunktion des Computers ausgeschaltet hat, nehmen beide ihre Kommunikationsteile heraus und haben Sex miteinander.

11. Szene

Eine neue Person tritt ein: die tiefgreifend veränderte S. B beteuert seine Liebe zu ihr. Sie erinnert Screeny an einen Bot, der ihm einst sehr nahe gewesen ist. Um wieder mit „Botty“ zusammenzukommen, soll er sich durch eine Deinstallation auf die Erde versetzen und sein Selbstzerstörungsprogramm starten. Ein Countdown beginnt.

12. Szene

S schildert den drei anderen, dass der Programmierfehler auf der Erde bald nicht mehr als Defekt erachtet wurde. Der Geist jedes einzelnen begann mit den anderen zu verschmelzen, so dass alle zu einem einzigen großen Organismus wurden. Es gab keine Individuen mehr, sondern nur noch ein Ganzes. Die drei als Backup konservierten Exemplare wurden zunehmend überflüssig. Weil ihr Wesen als von Selbstsucht und Kleinlichkeit geprägt scheint, hat S entschieden, diesen Ort zu vernichten. Sie stellt die drei vor die Wahl, Teil der Singularität zu werden oder zu sterben. Sie zögern nicht lange.

 

5. Teil (Dunkelheit, innerhalb der Singularität – unmittelbar darauf)

13. Szene

Die Singularität stellt neue Herausforderungen an die Menschen, die nicht von einem Moment auf den anderen zu bewältigen sind.

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Biografien

Miroslav Srnka studierte Musikwissenschaft und Komposition in seiner Heimatstadt Prag sowie in Berlin und Paris. Seine Werke werden von renommierten Ensembles wie dem Ensemble intercontemporain, dem Ensemble Modern, dem Klangforum Wien, dem BBC Philharmonic Orchestra, dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien und dem Quatuor Diotima uraufgeführt und sind regelmäßig auf den wesentlichen Festivals für Neue Musik zu hören. 2017 präsentierten die Dialoge Salzburg ein umfangreiches Komponistenporträt mit seiner Musik. 2019 wurde er zum Professor für Komposition an die Hochschule für Musik und Tanz in Köln berufen. Für die Bayerische Staatsoper komponierte er bereits die Kammeroper Make No Noise (2011) und die Oper South Pole (2016). In der Spielzeit 2020/21 folgt mit der Space Opera Singularity für das Opernstudio ein Werk speziell für junge Stimmen. (Stand: 2021)

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