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Eine Doppeloper in zwei Teilen

Komponist Miroslav Srnka · Libretto von Tom Holloway
In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln | Neuproduktion

Samstag, 21. Januar 2017
19.30 Uhr – 22.00 Uhr
Nationaltheater

Dauer ca. 2 Stunden 30 Minuten · 1 Pause zwischen 1. Teil und 2. Teil (ca. 20.30 - 21.00 Uhr)

Einführung: 18.30 Uhr

Freier Verkauf · Serie 34

Preise K, € - /- /- /- /- /- /- /10

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Premiere am 31. Januar 2016

Auftragswerk der Bayerischen Staatsoper

  • Partner der Uraufführungen der Bayerischen Staatsoper

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Besetzung

Musikalische Leitung
Kirill Petrenko
Inszenierung
Hans Neuenfels
Bühne
Katrin Connan, Hans Neuenfels
Kostüme
Andrea Schmidt-Futterer
Licht
Stefan Bolliger
Konzeptionelle Mitarbeit
Henry Arnold
Dramaturgie
Malte Krasting

Robert Falcon Scott
John Daszak
Kathleen Scott
Tara Erraught
Lawrence Oates
Dean Power
Edward "Uncle Bill" Wilson
Kevin Conners
Edgar Evans
Matthew Grills
Henry "Birdie" Bowers
Joshua Owen Mills
Roald Amundsen
Thomas Hampson
Landlady
Mojca Erdmann
Hjalmar Johansen
Tim Kuypers
Oscar Wisting
John Carpenter
Helmer Hanssen
Christian Rieger
Olav Bjaaland
Sean Michael Plumb
  • Bayerisches Staatsorchester

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1910 begannen zwei konkurrierende Teams ihre Expeditionen in die Antarktis: ein britisches um Robert Falcon Scott und ein norwegisches um Roald Amundsen, im Wettlauf um die Ehre, der erste Mensch am Südpol zu sein. Amundsen gelangte einen Monat vor Scott ans Ziel; Scott und seine vier Begleiter kamen im Schneesturm auf dem Rückweg ums Leben. Der Nachricht von Amundsen Erfolg folgte bald diejenige von Scotts heroischem Scheitern. Scott wurde zur tragischen Legende. 

Die Oper von Miroslav Srnka und Tom Holloway erzählt davon, was zwischen den Zeilen der überlieferten Dokumente steht: was in den Männern in der langen Zeit des Winters vor sich geht, welche Empfindungen die Einsamkeit im Eis hervorruft, wie aus der Zusammenarbeit auch Konkurrenz und Anspannung erwachsen, wie sich im Widerstreit von nationalem Pathos und alltäglichen Geschäften absurd komische Situationen ergeben, in welcher Weise die Männer an ihre daheimgebliebenen Frauen dachten. Schließlich ist der Südpol nur ein weißer Fleck in einer weißen Ebene, der Reiz, diesen Punkt zu erreichen, vollkommen abstrakt, ein l'art pour l'art der Grenzüberschreitung.

 

Erfahren Sie mehr über die Entstehung des Werkes und die Uraufführung am 31. Januar 2016 in unserem Südpol Blog

 

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1. Teil

Erstes Telegramm: Der Norweger Roald Amundsen teilt dem britischen Team um Robert Falcon Scott in einem Telegramm mit, dass auch seine Expedition Kurs auf die Antarktis nimmt. Der Wettlauf um die Eroberung des Südpols beginnt.
Ankunft: Beide Teams sind voller Enthusiasmus. Die Briten haben für den Transport Ponys mitgenommen, die Norweger setzen auf arktische Schlittenhunde. Zum Zeitvertreib im Basislager spielen die Briten Ball. Die Norweger planen eine Sauna; es treten erste Spannungen zwischen Amundsen und seinem Teammitglied Johansen zutage.
Winter: In der Dunkelheit des antarktischen Winters scheint die Zeit stillzustehen. Beide Teams hören ihnen vertraute Musik. Die Briten versuchen, ihrem Chef Scott zu erklären, was sie bewegt. Es werden Differenzen zwischen Scott und Oates deutlich. Oates sucht die Einsamkeit und ahnt, dass die Ponys den Anforderungen nicht gewachsen sein werden. Amundsen treibt sein Team voller Unruhe zur Vorbereitung der schweren Aufgabe an. Schließlich drängt er vorzeitig zum Aufbruch. Sein Team zwingt ihn zur Rückkehr in das Basislager. Scott erscheint seine Frau Kathleen. Er vermutet sie auf einer Party und misstraut ihrer Liebe. Start: Johansen begehrt gegen Amundsen auf. Scott ermahnt seine Leute, Tagebuch zu führen. Ein Motorschlitten der Briten versagt seinen Dienst. Amundsen erinnert an das strikte Schreibverbot, das er seinem Team erteilt hat. Beide Teams brechen auf.
Wettlauf: Die Ponys der Briten erweisen sich als untauglich, die Norweger geraten auf ihrem Weg über das Eis immer wieder in Gletscherspalten. Scott wie auch Amundsen befragen den Sinn der gesamten Expedition. Amundsen erscheint die 'Landlady', eine frühere Vermieterin und Geliebte. Sie erklärt, sie müsse Chemikalien kaufen, und verschwindet. Trotz aller Schwierigkeiten kommen beide Teams zu diesem Zeitpunkt gut voran. Die Tötung: Die Briten töten ihre erschöpften und ausgelaugten Ponys. Die Norweger töten ihre Hunde, die ihren Dienst erfüllt haben und als Nahrung für den Rückweg eingelagert werden. Während Scott es als seine Pflicht ansieht, der Schlachtung beizuwohnen, zieht sich Amundsen zu seinem Tagebuch zurück.
Daheim: In einer großen Vision setzen sich Amundsen und Scott mit sich selbst und ihrem jeweiligen Widersacher auseinander und zweifeln neuerlich am Sinn der Expedition. Wieder erscheinen ihnen Kathleen und die Landlady. Es wird deutlich, dass die Landlady mithilfe der Chemikalien seinerzeit Selbstmord begangen hat. Sie fordert Amundsen auf, sich dem Leben zu stellen. Kathleen ist der Eifersucht ihres Mannes überdrüssig. Scott wie auch Amundsen sehnen sich nach Anerkennung und Liebe. Das Gefühl der Einsamkeit wird stärker, das Ringen um den Erfolg härter und die Angst vor dem Scheitern unerträglicher. Der Kampf um den Südpol setzt sich fort.

2. Teil

Briefe: In Briefen an ihre Mütter schildern der Brite Oates und der Norweger Johansen ihre Skepsis und ihre Einsamkeit. Amundsen ertappt Johansen beim Schreiben und bestraft ihn für die Übertretung des Verbots. Pol 1: Die Norweger gelangen an den Pol und stellen ihre Fahne auf. Die Expedition hat ihr Ziel erreicht. Amundsen wird weiterhin von Zweifeln geplagt, die er der Landlady anvertraut. Er hinterlässt Scott einen Brief, der an den norwegischen König gerichtet ist. Dann befiehlt er seinem Team die sofortige Rückkehr.
Die Frauen: Kathleen Scott und die Landlady tauschen sich aus über ihre Ängste und die Sorge um die Männer sowie den Erfolg der Expedition.
Pol 2: Die Briten erreichen den Pol. Scott findet den Brief. Erschöpfung mischt sich mit der Enttäuschung, den Wettlauf verloren zu haben.
Vögel: Der Anblick von Skua-Möwen versetzt Johansen in grimmige Vorfreude auf die bevorstehende Rückkehr. Auf britischer Seite nimmt die Erschöpfung zu; Evans bricht als erster zusammen. Die Norweger treffen auf ihr Depot der geschlachteten Hunde. Amundsen lässt sich zu einem Skirennen gegen Bjaaland hinreißen, das er knapp gewinnt.
Zusammenbruch: Evans ist tot. Die verbliebenen Briten müssen feststellen, dass in ihrem Zwischenlager der Brennstoff in den Kanistern verdunstet ist. Der Not der Briten stehen Überfluss, Übermut und Siegesgewissheit der Norweger gegenüber. Der von Amundsen erwartete Sturm bleibt aus; er wird von seinen Gefühlen überwältigt. Trotz Hunger und Erfrierungen sammeln die Briten Gesteinsfunde. Wilson verteilt Morphium. Oates erkennt, dass er den Strapazen nicht mehr gewachsen ist, und geht in den Kältetod.
Abschiede: Die Norweger erreichen ihr Basislager. Amundsen verkündet, dass er Johansens Beteiligung an der Expedition verleugnen wird, und bricht auf Richtung Heimat. Die drei noch lebenden Briten verkriechen sich in ihre Schlafsäcke. Bowers erfriert. Scott liest aus seinem Tagebuch. Ihn plagen Schuldgefühle. Auch Wilson stirbt. Scott sieht ein letztes Mal seine Frau Kathleen. Sie ahnt den Tod ihres Mannes. Die Landlady erscheint. Auch Amundsen wird von Todesgedanken verfolgt.
Letztes Telegramm: Amundsen erhält die Nachricht von Scotts Tod. Er widmet ihm den Pol.

Henry Arnold

Erfahren Sie mehr über die Entstehung des Werkes und die Uraufführung am 31. Januar 2016 in unserem Südpol Blog

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Biografien

Kirill Petrenko wurde 1972 in Omsk geboren und studierte dort an der Musikfachschule Klavier. Mit elf Jahren trat er als Pianist zum ersten Mal mit dem dortigen Symphonieorchester öffentlich auf. 1990 übersiedelte die Familie (Vater Geiger, Mutter Musikwissenschaftlerin) nach Vorarlberg, wo der Vater eine Stelle als Orchestermusiker und Musiklehrer annahm. Kirill Petrenko studierte zuerst weiter in Feldkirch und dann Dirigieren an der Musikuniversität in Wien. 

Direkt nach dem Abschluss engagierte ihn Nikolaus Bachler an die  Wiener Volksoper. Von 1999 bis 2002 war Kirill Petrenko Generalmusikdirektor am Meininger Theater. Mit seinem Dirigat von Wagners Der Ring des Nibelungen in der Inszenierung von Christine Mielitz und in der Ausstattung von Alfred Hrdlicka erregte er 2001 zum ersten Mal internationales Aufsehen. Im Jahr 2002 trat Kirill Petrenko sein Amt als Generalmusikdirektor an der Komischen Oper Berlin an, wo er bis 2007 eine Reihe von prägenden Produktionen leitete.

Parallel zu seinen Positionen in Meiningen und Berlin entwickelte sich sehr rasch seine internationale Karriere. Im Jahre 2000 debütierte Kirill Petrenko beim Maggio Musicale Fiorentino, 2001 an der Wiener Staatsoper und der Semperoper Dresden, 2003 am Gran Teatre del Liceu in Barcelona, an der Opéra National de Paris, am Royal Opera House Covent Garden in London, an der Bayerischen Staatsoper sowie an der Metropolitan Opera in New York und 2005 an der Oper Frankfurt. Von 2006 bis 2008 erarbeitete er gemeinsam mit Peter Stein in Lyon Inszenierungen der drei Puschkin-Opern Tschaikowskys (Mazeppa, Eugen Onegin und Pique Dame), die im Frühjahr 2010 auch als Zyklus gezeigt wurden.

Seit seinem Weggang von der Komischen Oper Berlin war Kirill Petrenko als Dirigent freischaffend tätig. In dieser Zeit leitete er unter anderem 2009 an der Bayerischen Staatsoper die Neuproduktion von Janáčeks Jenůfa (Inszenierung: Barbara Frey). In Frankfurt interpretierte er Pfitzners Palestrina (Inszenierung: Harry Kupfer) und Puccinis Tosca (Inszenierung: Andreas Kriegenburg). Im Jahr 2011 folgten dann zwei Neuproduktionen von Tristan und Isolde, zuerst an der Opéra National de Lyon und dann bei der Ruhrtriennale.

Zu den wichtigsten Orchestern, die Kirill Petrenko bisher geleitet hat, gehören die Berliner Philharmoniker, die Wiener Philharmoniker, die Staatskapelle Dresden, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Bayerische Staatsorchester, das Sinfonieorchester des WDR Köln, die Hamburger Philharmoniker und das NDR-Sinfonieorchester Hamburg, das Frankfurter Opern- und Museumsorchester, das Concertgebouworkest Amsterdam, das Radio-Symphonieorchester Wien, die Wiener Symphoniker, das Cleveland Orchestra, das Chicago Symphony Orchestra, das London Philharmonic Orchestra, das Oslo Philharmonic Orchestra, das Orchestra Santa Cecilia in Rom, das Orchester der RAI Turin und das Israel Philharmonic Orchestra. Außerdem dirigierte Kirill Petrenko Konzerte bei den Bregenzer und Salzburger Festspielen. Von 2013 bis 2015 leitete er Der Ring des Nibelungen bei den Bayreuther Festspielen.

Im Herbst 2013 trat Kirill Petrenko sein Amt als Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper an, das er bis Ende der Spielzeit 2019/20 innehaben wird. Seither hat er die Premieren von Die Frau ohne Schatten, La clemenza di Tito, Die Soldaten, Lucia di Lammermoor, Lulu, South Pole und Die Meistersinger von Nürnberg geleitet und unter anderem die Wiederaufnahme von Der Ring des Nibelungen dirigiert. 

Kirill Petrenko wurde im Juni 2015 zum zukünftigen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker gewählt; diese Position wird er im Herbst 2019 antreten. In der Spielzeit 2016/17 leitet Kirill Petrenko die Neuinszenierungen von Lady Macbeth von Mzensk und Tannhäuser. Außerdem dirigiert er ein breites Repertoire: Die Meistersinger von Nürnberg, Der Rosenkavalier, South Pole, Die Fledermaus, Die Frau ohne Schatten, sowie drei Akademiekonzerte.

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