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Melodramma in drei Akten

Komponist Giacomo Puccini · Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica nach dem Drama "La Tosca" (1887) von Victorien Sardou
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Mittwoch, 17. Oktober 2012
19.00 Uhr – 21.40 Uhr
Nationaltheater

Dauer ca. 2 Stunden 40 Minuten · 1 Pause zwischen 1. Akt und 2. + 3. Akt (incl. 3 Min. Lichtpause) (ca. 19.45 - 20.15 Uhr)

Freier Verkauf · Serie 22 Mi rot

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  • gefördert durch

  • Koproduktion mit der Metropolitan Opera, New York und dem Teatro alla Scala, Mailand

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Besetzung

Musikalische Leitung
Carlo Montanaro
Inszenierung
Luc Bondy
Bühne
Richard Peduzzi
Kostüme
Milena Canonero
Licht
Michael Bauer
Chöre
Stellario Fagone

Floria Tosca
Tatiana Serjan
Mario Cavaradossi
Jonas Kaufmann
Baron Scarpia
Scott Hendricks
Cesare Angelotti
Goran Jurić
Der Mesner
Christoph Stephinger
Spoletta
Francesco Petrozzi
Sciarrone
Christian Rieger
Ein Gefängniswärter
Tim Kuypers
Stimme eines Hirten
Solist/en des Tölzer Knabenchors
Kinderchor
Kinderchor der Bayerischen Staatsoper
  • Bayerisches Staatsorchester
  • Chor und Kinderchor der Bayerischen Staatsoper

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Mehr dazu

Sie sind ein Künstlerpaar: Mario Cavaradossi malt für den römischen Klerus, sympathisiert aber mit der „republicca romana“ und versteckt einen geflohenen Republikaner. Floria Tosca glänzt als Sängerin auf den Festen der Gegner der Republik. Über alles stellt sie ihre Liebe zu Mario. Der gerät in die brutale Gewalt des Staates. Sein Vollstrecker Baron Scarpia mag von politischem Eifer getrieben sein. Im Fall von Tosca und Mario handelt er aus eifersüchtiger Geilheit. Um Mario zu retten, lässt sich Tosca auf ein erpresserisches Geschäft mit Scarpia ein.

Das französische Sensationsdrama von Victorien Sardou mit Anleihen bei der politischen Historie hatte der Legende nach schon Verdi vertonen wollen, hätte er sich dafür nicht als zu alt befunden. Da konnte auch Puccini nicht umhin, die Tosca zum Opernstoff zu machen. Er schuf ein Musikdrama all'italiana, ein veritables Drama der Stimmen und des Orchesters, das die inneren Bewegungen und Handlungen der Protagonisten, ihre ausweglosen Verstrickungen in die Maschinerie der Unterwerfung in krassen Kontrast setzt zum musikalischen Naturalismus des sie umgebenden banalen Alltags.

Über allem steht jedoch die Schönheit, Macht und Einsamkeit der Stimme. Ihrer Stimme, der Stimme der Tosca.

 

Zwei Tage im Juni

Maria Carolina, Königin von Neapel und beider Sizilien, Tochter Maria-Theresias und Schwester der in Paris enthaupteten Marie Antoinette hat mit ihren Truppen Rom eingenommen und die dort in Folge der napoleonischen Besatzung errichtete Römische Republik gestürzt. An der Spitze ihrer Geheimpolizei durchkämmt Baron Vitellio Scarpia mit seinen Spitzeln die Stadt auf der Suche nach ehemaligen Republikanern. Am 14. Juni 1800 liefern sich im norditalienischen Marengo Napoleons Truppen eine Schlacht mit dem für die alliierte europäische Aristokratie kämpfenden österreichischen General Melas. In der Nacht des 17. Juni treffen gleich zwei Meldungen über ihren Ausgang in Rom ein: Die erste verkündet den Sieg über die Franzosen. Die Königin ordnet zu Ehren des siegreichen Generals ein Fest im Palazzo Farnese an. Auf diesem soll auch die Primadonna Floria Tosca singen, Geliebte des mit den gestürzten Republikanern sympathisierenden Malers Mario Cavaradossi.

Akt 1: Kirche S. Andrea della Valle

Der wegen Hochverrats angeklagte ehemalige Konsul der Republik Cesare Angelotti ist aus seiner Haft im Castello S. Angelo (Engelsburg) gefl ohen. Er sucht Zuflucht in der Kirche Sant’Andrea della Valle, in der Cavaradossi seit einiger Zeit an einem Bildnis der Maria Magdalena arbeitet, für das ihm die täglich zum Beten kommende Gräfin Attavanti von Ferne unwissend als Modell dient. Als er Schritte hört, verbirgt sich Angelotti in der Kapelle seiner Familie.

Der Mesner entrüstet sich über die politischen Ansichten des Malers und darüber, dass diese Frau der Heiligen ihre Züge geliehen hat. Cavaradossi setzt seine Arbeit fort und schwärmt in Gedanken für seine Geliebte Tosca. Der Mesner verschwindet und Angelotti kommt aus der Kapelle. Cavaradossi erkennt den Flüchtling und verspricht, ihm zu helfen. Er verschließt die Kirche, doch als kurz darauf Tosca ungeduldig auf Einlass drängt, bittet er Angelotti, sich nochmals zu verstecken: Seine Geliebte könne vor ihrem Beichtvater kein Geheimnis wahren und wäre als Mitwisserin der Flucht gefährlich.

Tosca vermutet, dass ihr ganz andere Dinge verschwiegen werden: Misstrauisch wegen der verschlossenen Tür wähnt sie eine andere Frau bei Cavaradossi und die Tatsache, dass die Maria Magdalena so ganz und gar nicht ihr selbst sondern der Gräfin Attavanti ähnelt, bestärkt sie in ihrer Eifersucht. Cavaradossi beruhigt sie mit Liebesbeteuerungen, und ihr einen gemeinsamen Abend in seiner Villa versprechend drängt er sie ungeduldig zum Gehen.

Cavaradossi erfährt von Angelotti den Grund für die täglichen Besuche der Attavanti – Angelottis Schwester. Sie hat die Flucht ihres Bruders vorbereitet und Frauenkleider für ihn in der Familienkapelle versteckt. Ein Kanonenschuss verkündet die Entdeckung von Angelottis Flucht. Cavaradossi bietet ihm ein sicheres Versteck im Garten seiner Villa an und bringt ihn selbst dorthin.

Der Mesner kommt mit der Nachricht vom Sieg der Österreicher über Napoleon. Er ruft Geistliche und Chorsänger für ein feierliches Te Deum zusammen. Scarpia lässt die Kirche nach dem Flüchtling durchsuchen und verhört den Mesner. Auch der Polizeichef bemerkt das Angelottis Schwester so ähnelnde Bild der Maria Magdalena und zieht daraus seine Schlüsse über die Verbindung zwischen dem Maler und dem Flüchtigen. Er fi ndet einen für Angelottis Maskerade vorgesehen Fächer der Attavanti, den Angelotti in der Kapelle zurückgelassen hat. Tosca kehrt zurück, um ihre Verabredung mit Cavaradossi zu verschieben, da sie auf der Siegesfeier vor der Königin singen muss. Mithilfe seines Fundstücks weckt Scarpia Toscas Eifersucht. Sie macht sich auf den Weg, um Mario in der Villa mit der vermuteten Geliebten zu ertappen – ihr auf den Fersen Scarpias Leute, die das Versteck Angelottis ausfi ndig machen sollen. Mit dem Te Deum feiern die Geistlichen den Sieg der Monarchie und der von Gott gewollten Ordnung. Scarpia, bevor er in religiösem Eifer mit einstimmt, verrät, dass ihn neben politischem Gehorsam ganz andere Dinge treiben: Lustvoll malt er sich aus, wie er Cavaradossi an den Galgen bringt, um die begehrte Tosca selbst zu besitzen.

Akt 2: Palazzo Farnese

Während im Palast das Fest der Königin im vollen Gange ist, wartet Scarpia, der in den Stockwerken darüber sein Hauptquartier aufgeschlagen hat, auf das Ende der Darbietung. Seine Spitzel melden Cavaradossis Verhaftung. Angelotti konnte jedoch nicht gefunden werden. Cavaradossi wird von Scarpia verhört, während die Stimme seiner Geliebten mit einer Kantate zur Lobpreisung Gottes aus dem Festsaal zu ihm dringt. Cavaradossi leugnet jede Verbindung zu Angelotti. Scarpia lässt ihn zur Folter abführen. Tosca kommt auf Scarpias Einladung. Sie erträgt die aus dem Nebenzimmer dringenden Schmerzensschreie ihres Geliebten unter der Folter nicht und verrät Angelottis Versteck. Man führt den gefolterten Cavaradossi herein. Scarpia genießt es, ihm Toscas Verrat zu verkünden. Eine neue Nachricht trifft ein – die Siegesmeldung aus Marengo war verfrüht, tatsächlich hat Napoleon über die Österreicher gesiegt. Cavaradossi hält seine Begeisterung nicht zurück. Scarpia reagiert mit dem Befehl seiner Hinrichtung.

Tosca bittet um Gnade für ihren Geliebten. Scarpia schlägt ihr ein Geschäft vor: Wenn sie sich ihm für eine Nacht hingibt, wird er Cavaradossi verschonen und beiden mit einem Schutzbrief das Verlassen Roms ermöglichen.

Scarpias Agenten kehren das zweite Mal von Cavaradossis Villa zurück: Angelotti hat sich bei seiner Entdeckung das Leben genommen. Tosca willigt trotz Widerwillens in Scarpias Vorschlag ein. Scarpia ordnet eine Erschießung zum Schein an, man solle wie bei früheren Präzedenzfällen vorgehen. Allein mit Tosca, stellt Scarpia den Passierschein aus, Tosca entdeckt ein Messer auf dem Tisch. Scarpia nähert sich Tosca, um die Gegenleistung einzufordern. Tosca sticht ihm das Messer ins Herz. Sie entwindet Scarpia den Passierschein und schlägt, bevor sie flieht, das Kreuz über dem Mann, der es liebte, Rom in Angst und Schrecken zu versetzen.

Akt 3: Castello S. Angelo

Über Rom bricht mit dem Läuten der Kirchenglocken ein neuer Morgen an. Cavaradossi wird zur Exekution auf die Plattform der Festung gebracht. Er schreibt einen letzten Brief an Tosca und schließt mit seinem Leben ab. Tosca dringt zum Verurteilten vor und zeigt ihm den Passierschein. Die unerwartete Wendung der Ereignisse, Toscas Bericht vom Handel mit Scarpia, von seinem Tod und von der geplanten Scheinexekution machen beiden neuen Mut. Tosca gibt Cavaradossi einige Hinweise für die anstehende Vortäuschung des Todes. Das Erschießungskommando stellt sich auf, legt an und drückt ab. Unter einer Gewehrsalve sackt Cavaradossi in sich zusammen. Aus einiger Entfernung bewundert Tosca die überzeugende Darbietung ihres im Schauspiel ungeübten Geliebten. Alleingelassen mit dem Hingerichteten ermuntert sie ihn zum Aufstehen. Als er sich nicht bewegt, läuft sie zu ihm und entdeckt ihre Täuschung: Cavaradossi ist tot. Scarpia hat sie betrogen. Dessen Leiche ist inzwischen entdeckt worden. Seine Leute eilen auf die Plattform der Festung, um Tosca zu ergreifen. Sie erklimmt die Brüstung der Festungsmauer und springt in den Tod.

Miron Hakenbeck

Premiere von Giacomo Puccinis "Tosca" am 28. Juni 2010 im Nationaltheater

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Biografien

Carlo Montanaro begann seine musikalische Karriere 1991 als Geiger im Orchestra del Maggio Musicale Fiorentino, bevor er, gefördert durch Zubin Mehta, als Student an der Hochschule für Musik in Wien eine Laufbahn als Dirigent einschlug. Seit 2001 gastiert er mit Schwerpunkt auf den Werken des italienischen Repertoires u.a. an den Opernhäusern in Rom, Palermo, Frankfurt, Berlin, Hamburg, Dresden, Florenz, Athen, Warschau und Venedig. Bedeutende Stationen waren Verdis Un ballo in maschera an der New Israeli Opera von Tel Aviv, sein US-Debüt in Colorado mit Lʼelisir dʼamore, La traviata am Teatro alla Scala Mailand, Madama Butterfly in Tokio sowie Gounods Roméo et Juliette in Verona. 2011 wurde er zum Musikdirektor des Teatr Wielki in Warschau berufen. (Stand 2014)

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