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Melodramma in drei Akten

Komponist Giacomo Puccini · Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica nach dem Drama "La Tosca" (1887) von Victorien Sardou
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Münchner Opernfestspiele
Dienstag, 28. Juni 2016
19.00 Uhr
Nationaltheater

1 Pause zwischen 1. Akt und 2. + 3. Akt (incl. 3 Min. Lichtpause) (ca. 19.45 - 20.15 Uhr)

Freier Verkauf. Die Anzahl der Karten ist auf 2 Karten je Kunde beschränkt.

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  • gefördert durch

  • Koproduktion mit der Metropolitan Opera, New York und dem Teatro alla Scala, Mailand

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Termine & Karten

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Besetzung

Musikalische Leitung
Kirill Petrenko
Inszenierung
Luc Bondy
Bühne
Richard Peduzzi
Kostüme
Milena Canonero
Licht
Michael Bauer
Chöre
Stellario Fagone

Floria Tosca
Anja Harteros
Mario Cavaradossi
Jonas Kaufmann
Baron Scarpia
Bryn Terfel
Cesare Angelotti
Goran Jurić
Der Mesner
Christoph Stephinger
Spoletta
Kevin Conners
Sciarrone
Christian Rieger
Ein Gefängniswärter
Igor Tsarkov
Stimme eines Hirten
Solist/en des Tölzer Knabenchors
Kinderchor
Kinderchor der Bayerischen Staatsoper
  • Bayerisches Staatsorchester
  • Chor und Kinderchor der Bayerischen Staatsoper

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Mehr dazu

Sie sind ein Künstlerpaar: Mario Cavaradossi malt für den römischen Klerus, sympathisiert aber mit der „republicca romana“ und versteckt einen geflohenen Republikaner. Floria Tosca glänzt als Sängerin auf den Festen der Gegner der Republik. Über alles stellt sie ihre Liebe zu Mario. Der gerät in die brutale Gewalt des Staates. Sein Vollstrecker Baron Scarpia mag von politischem Eifer getrieben sein. Im Fall von Tosca und Mario handelt er aus eifersüchtiger Geilheit. Um Mario zu retten, lässt sich Tosca auf ein erpresserisches Geschäft mit Scarpia ein.

Das französische Sensationsdrama von Victorien Sardou mit Anleihen bei der politischen Historie hatte der Legende nach schon Verdi vertonen wollen, hätte er sich dafür nicht als zu alt befunden. Da konnte auch Puccini nicht umhin, die Tosca zum Opernstoff zu machen. Er schuf ein Musikdrama all'italiana, ein veritables Drama der Stimmen und des Orchesters, das die inneren Bewegungen und Handlungen der Protagonisten, ihre ausweglosen Verstrickungen in die Maschinerie der Unterwerfung in krassen Kontrast setzt zum musikalischen Naturalismus des sie umgebenden banalen Alltags.

Über allem steht jedoch die Schönheit, Macht und Einsamkeit der Stimme. Ihrer Stimme, der Stimme der Tosca.

 

Zwei Tage im Juni

Maria Carolina, Königin von Neapel und beider Sizilien, Tochter Maria-Theresias und Schwester der in Paris enthaupteten Marie Antoinette hat mit ihren Truppen Rom eingenommen und die dort in Folge der napoleonischen Besatzung errichtete Römische Republik gestürzt. An der Spitze ihrer Geheimpolizei durchkämmt Baron Vitellio Scarpia mit seinen Spitzeln die Stadt auf der Suche nach ehemaligen Republikanern. Am 14. Juni 1800 liefern sich im norditalienischen Marengo Napoleons Truppen eine Schlacht mit dem für die alliierte europäische Aristokratie kämpfenden österreichischen General Melas. In der Nacht des 17. Juni treffen gleich zwei Meldungen über ihren Ausgang in Rom ein: Die erste verkündet den Sieg über die Franzosen. Die Königin ordnet zu Ehren des siegreichen Generals ein Fest im Palazzo Farnese an. Auf diesem soll auch die Primadonna Floria Tosca singen, Geliebte des mit den gestürzten Republikanern sympathisierenden Malers Mario Cavaradossi.

Akt 1: Kirche S. Andrea della Valle

Der wegen Hochverrats angeklagte ehemalige Konsul der Republik Cesare Angelotti ist aus seiner Haft im Castello S. Angelo (Engelsburg) gefl ohen. Er sucht Zuflucht in der Kirche Sant’Andrea della Valle, in der Cavaradossi seit einiger Zeit an einem Bildnis der Maria Magdalena arbeitet, für das ihm die täglich zum Beten kommende Gräfin Attavanti von Ferne unwissend als Modell dient. Als er Schritte hört, verbirgt sich Angelotti in der Kapelle seiner Familie.

Der Mesner entrüstet sich über die politischen Ansichten des Malers und darüber, dass diese Frau der Heiligen ihre Züge geliehen hat. Cavaradossi setzt seine Arbeit fort und schwärmt in Gedanken für seine Geliebte Tosca. Der Mesner verschwindet und Angelotti kommt aus der Kapelle. Cavaradossi erkennt den Flüchtling und verspricht, ihm zu helfen. Er verschließt die Kirche, doch als kurz darauf Tosca ungeduldig auf Einlass drängt, bittet er Angelotti, sich nochmals zu verstecken: Seine Geliebte könne vor ihrem Beichtvater kein Geheimnis wahren und wäre als Mitwisserin der Flucht gefährlich.

Tosca vermutet, dass ihr ganz andere Dinge verschwiegen werden: Misstrauisch wegen der verschlossenen Tür wähnt sie eine andere Frau bei Cavaradossi und die Tatsache, dass die Maria Magdalena so ganz und gar nicht ihr selbst sondern der Gräfin Attavanti ähnelt, bestärkt sie in ihrer Eifersucht. Cavaradossi beruhigt sie mit Liebesbeteuerungen, und ihr einen gemeinsamen Abend in seiner Villa versprechend drängt er sie ungeduldig zum Gehen.

Cavaradossi erfährt von Angelotti den Grund für die täglichen Besuche der Attavanti – Angelottis Schwester. Sie hat die Flucht ihres Bruders vorbereitet und Frauenkleider für ihn in der Familienkapelle versteckt. Ein Kanonenschuss verkündet die Entdeckung von Angelottis Flucht. Cavaradossi bietet ihm ein sicheres Versteck im Garten seiner Villa an und bringt ihn selbst dorthin.

Der Mesner kommt mit der Nachricht vom Sieg der Österreicher über Napoleon. Er ruft Geistliche und Chorsänger für ein feierliches Te Deum zusammen. Scarpia lässt die Kirche nach dem Flüchtling durchsuchen und verhört den Mesner. Auch der Polizeichef bemerkt das Angelottis Schwester so ähnelnde Bild der Maria Magdalena und zieht daraus seine Schlüsse über die Verbindung zwischen dem Maler und dem Flüchtigen. Er fi ndet einen für Angelottis Maskerade vorgesehen Fächer der Attavanti, den Angelotti in der Kapelle zurückgelassen hat. Tosca kehrt zurück, um ihre Verabredung mit Cavaradossi zu verschieben, da sie auf der Siegesfeier vor der Königin singen muss. Mithilfe seines Fundstücks weckt Scarpia Toscas Eifersucht. Sie macht sich auf den Weg, um Mario in der Villa mit der vermuteten Geliebten zu ertappen – ihr auf den Fersen Scarpias Leute, die das Versteck Angelottis ausfi ndig machen sollen. Mit dem Te Deum feiern die Geistlichen den Sieg der Monarchie und der von Gott gewollten Ordnung. Scarpia, bevor er in religiösem Eifer mit einstimmt, verrät, dass ihn neben politischem Gehorsam ganz andere Dinge treiben: Lustvoll malt er sich aus, wie er Cavaradossi an den Galgen bringt, um die begehrte Tosca selbst zu besitzen.

Akt 2: Palazzo Farnese

Während im Palast das Fest der Königin im vollen Gange ist, wartet Scarpia, der in den Stockwerken darüber sein Hauptquartier aufgeschlagen hat, auf das Ende der Darbietung. Seine Spitzel melden Cavaradossis Verhaftung. Angelotti konnte jedoch nicht gefunden werden. Cavaradossi wird von Scarpia verhört, während die Stimme seiner Geliebten mit einer Kantate zur Lobpreisung Gottes aus dem Festsaal zu ihm dringt. Cavaradossi leugnet jede Verbindung zu Angelotti. Scarpia lässt ihn zur Folter abführen. Tosca kommt auf Scarpias Einladung. Sie erträgt die aus dem Nebenzimmer dringenden Schmerzensschreie ihres Geliebten unter der Folter nicht und verrät Angelottis Versteck. Man führt den gefolterten Cavaradossi herein. Scarpia genießt es, ihm Toscas Verrat zu verkünden. Eine neue Nachricht trifft ein – die Siegesmeldung aus Marengo war verfrüht, tatsächlich hat Napoleon über die Österreicher gesiegt. Cavaradossi hält seine Begeisterung nicht zurück. Scarpia reagiert mit dem Befehl seiner Hinrichtung.

Tosca bittet um Gnade für ihren Geliebten. Scarpia schlägt ihr ein Geschäft vor: Wenn sie sich ihm für eine Nacht hingibt, wird er Cavaradossi verschonen und beiden mit einem Schutzbrief das Verlassen Roms ermöglichen.

Scarpias Agenten kehren das zweite Mal von Cavaradossis Villa zurück: Angelotti hat sich bei seiner Entdeckung das Leben genommen. Tosca willigt trotz Widerwillens in Scarpias Vorschlag ein. Scarpia ordnet eine Erschießung zum Schein an, man solle wie bei früheren Präzedenzfällen vorgehen. Allein mit Tosca, stellt Scarpia den Passierschein aus, Tosca entdeckt ein Messer auf dem Tisch. Scarpia nähert sich Tosca, um die Gegenleistung einzufordern. Tosca sticht ihm das Messer ins Herz. Sie entwindet Scarpia den Passierschein und schlägt, bevor sie flieht, das Kreuz über dem Mann, der es liebte, Rom in Angst und Schrecken zu versetzen.

Akt 3: Castello S. Angelo

Über Rom bricht mit dem Läuten der Kirchenglocken ein neuer Morgen an. Cavaradossi wird zur Exekution auf die Plattform der Festung gebracht. Er schreibt einen letzten Brief an Tosca und schließt mit seinem Leben ab. Tosca dringt zum Verurteilten vor und zeigt ihm den Passierschein. Die unerwartete Wendung der Ereignisse, Toscas Bericht vom Handel mit Scarpia, von seinem Tod und von der geplanten Scheinexekution machen beiden neuen Mut. Tosca gibt Cavaradossi einige Hinweise für die anstehende Vortäuschung des Todes. Das Erschießungskommando stellt sich auf, legt an und drückt ab. Unter einer Gewehrsalve sackt Cavaradossi in sich zusammen. Aus einiger Entfernung bewundert Tosca die überzeugende Darbietung ihres im Schauspiel ungeübten Geliebten. Alleingelassen mit dem Hingerichteten ermuntert sie ihn zum Aufstehen. Als er sich nicht bewegt, läuft sie zu ihm und entdeckt ihre Täuschung: Cavaradossi ist tot. Scarpia hat sie betrogen. Dessen Leiche ist inzwischen entdeckt worden. Seine Leute eilen auf die Plattform der Festung, um Tosca zu ergreifen. Sie erklimmt die Brüstung der Festungsmauer und springt in den Tod.

Miron Hakenbeck

Premiere von Giacomo Puccinis "Tosca" am 28. Juni 2010 im Nationaltheater

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Biografien

Kirill Petrenko wurde 1972 in Omsk geboren und studierte dort an der Musikfachschule Klavier. Mit elf Jahren trat er als Pianist zum ersten Mal mit dem dortigen Symphonieorchester öffentlich auf. 1990 übersiedelte die Familie (Vater Geiger, Mutter Musikwissenschaftlerin) nach Vorarlberg, wo der Vater eine Stelle als Orchestermusiker und Musiklehrer annahm. Kirill Petrenko studierte zuerst weiter in Feldkirch und dann Dirigieren an der Musikuniversität in Wien. 

Direkt nach dem Abschluss engagierte ihn Nikolaus Bachler an die  Wiener Volksoper. Von 1999 bis 2002 war Kirill Petrenko Generalmusikdirektor am Meininger Theater. Mit seinem Dirigat von Wagners Der Ring des Nibelungen in der Inszenierung von Christine Mielitz und in der Ausstattung von Alfred Hrdlicka erregte er 2001 zum ersten Mal internationales Aufsehen. Im Jahr 2002 trat Kirill Petrenko sein Amt als Generalmusikdirektor an der Komischen Oper Berlin an, wo er bis 2007 eine Reihe von prägenden Produktionen leitete.

Parallel zu seinen Positionen in Meiningen und Berlin entwickelte sich sehr rasch seine internationale Karriere. Im Jahre 2000 debütierte Kirill Petrenko beim Maggio Musicale Fiorentino, 2001 an der Wiener Staatsoper und der Semperoper Dresden, 2003 am Gran Teatre del Liceu in Barcelona, an der Opéra National de Paris, am Royal Opera House Covent Garden in London, an der Bayerischen Staatsoper sowie an der Metropolitan Opera in New York und 2005 an der Oper Frankfurt. Von 2006 bis 2008 erarbeitete er gemeinsam mit Peter Stein in Lyon Inszenierungen der drei Puschkin-Opern Tschaikowskys (Mazeppa, Eugen Onegin und Pique Dame), die im Frühjahr 2010 auch als Zyklus gezeigt wurden.

Seit seinem Weggang von der Komischen Oper Berlin war Kirill Petrenko als Dirigent freischaffend tätig. In dieser Zeit leitete er unter anderem 2009 an der Bayerischen Staatsoper die Neuproduktion von Janáčeks Jenůfa (Inszenierung: Barbara Frey). In Frankfurt interpretierte er Pfitzners Palestrina (Inszenierung: Harry Kupfer) und Puccinis Tosca (Inszenierung: Andreas Kriegenburg). Im Jahr 2011 folgten dann zwei Neuproduktionen von Tristan und Isolde, zuerst an der Opéra National de Lyon und dann bei der Ruhrtriennale.

Zu den wichtigsten Orchestern, die Kirill Petrenko bisher geleitet hat, gehören die Berliner Philharmoniker, die Wiener Philharmoniker, die Staatskapelle Dresden, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Bayerische Staatsorchester, das Sinfonieorchester des WDR Köln, die Hamburger Philharmoniker und das NDR-Sinfonieorchester Hamburg, das Frankfurter Opern- und Museumsorchester, das Concertgebouworkest Amsterdam, das Radio-Symphonieorchester Wien, die Wiener Symphoniker, das Cleveland Orchestra, das Chicago Symphony Orchestra, das London Philharmonic Orchestra, das Oslo Philharmonic Orchestra, das Orchestra Santa Cecilia in Rom, das Orchester der RAI Turin und das Israel Philharmonic Orchestra. Außerdem dirigierte Kirill Petrenko Konzerte bei den Bregenzer und Salzburger Festspielen. Von 2013 bis 2015 leitete er Der Ring des Nibelungen bei den Bayreuther Festspielen.

Im Herbst 2013 trat Kirill Petrenko sein Amt als Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper an, das er bis Ende der Spielzeit 2019/20 innehaben wird. Seither hat er die Premieren von Die Frau ohne Schatten, La clemenza di Tito, Die Soldaten, Lucia di Lammermoor, Lulu, South Pole und Die Meistersinger von Nürnberg geleitet und unter anderem die Wiederaufnahme von Der Ring des Nibelungen dirigiert. 

Kirill Petrenko wurde im Juni 2015 zum zukünftigen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker gewählt; diese Position wird er im Herbst 2019 antreten. In der Spielzeit 2016/17 leitet Kirill Petrenko die Neuinszenierungen von Lady Macbeth von Mzensk und Tannhäuser. Außerdem dirigiert er ein breites Repertoire: Die Meistersinger von Nürnberg, Der Rosenkavalier, South Pole, Die Fledermaus, Die Frau ohne Schatten, sowie drei Akademiekonzerte.

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