Inhaltsangabe: „Oberon, König der Elfen“

Oberon – © Wilfried Hösl
Oberon – © Wilfried Hösl

Die Handlung

Erster Teil

Oberon hat sich mit seiner Gattin Titania zerstritten. Sie sind unterschiedlicher Auffassung, ob es Liebe zwischen Mann und Frau mit absoluter Treue überhaupt gebe. Oberon will unbedingt an dem Idealbild festhalten, an das Titania nicht mehr glaubt. Schon lange beobachtet Oberon mit seinen Helfern, den drei Pucks, in einem groß angelegten Experiment Menschen und deren Liebesfähigkeit – bisher ohne Erfolg. Es gibt allerdings noch vier Probanden, die sich auf Oberons Anordnung einlassen und das Spiel als Rezia, Fatime, Hüon und Scherasmin wagen. Sie werden mit Präparaten behandelt und begegnen den drei Pucks, die ihnen Puppen vor ihren Augen vorführen und so unterschiedliche Situationen simulieren. Das Ganze verspricht, ein großes Abenteuer zu werden.

Hüon von Bordeaux ist bei Kaiser Karl dem Großen in Ungnade gefallen. Einzig wenn es ihm gelänge, die Tochter des Kalifen von Bagdad, Rezia, zu heiraten und dabei den zu erschlagen, der zu des Kalifen Rechten sitze, werde er ihm verzeihen. Hüon, der wie in einem Traum Rezia begegnet, ist sofort bereit, mit seinem Knappen Scherasmin die Herausforderung anzunehmen.

Von Oberon erhält Hüon ein Horn, mit dem er ihn in jeglicher Lage zur Hilfe rufen könne, und zudem einen Becher, der sich stets von selbst mit Wein füllt.

Vor den Toren Bagdads geraten Hüon und Scherasmin an die alte Namuna, die von der anstehenden Hochzeit Rezias mit dem Prinzen Babekan erzählt. Diese will sich dem Ehewunsch ihres Vaters widersetzen, seit sie selbst von einem fremden Ritter geträumt hat, der sie ehelichen wolle. Und tatsächlich gelingt es Hüon und Scherasmin, in den Palast einzudringen und die Trauungszeremonie zu verhindern. Rezia und Hüon erkennen im Gegenüber sofort ihr jeweiliges Traumbild und wollen mit ihren Dienern Fatime und Scherasmin fliehen. Mit dem Schwert tötet Hüon den Kalifen sowie den Prinzen Babekan, der zu dessen Rechten sitzt. Mithilfe des Horns, dessen Klang alle Gegner erstarren lässt, gelingt ihnen die Flucht aus dem stark bewachten Palast. Auch zwischen Fatime und Scherasmin entwickelt sich trotz unterschiedlicher Herkunft Vertrauen und der Wunsch nach Heirat. Alle vier wollen sich sogleich auf ein Schiff begeben und zurück nach Europa reisen.

Titania traut dem schnellen Ergebnis nicht und besteht darauf, das Experiment weiter auszudehnen. Sie will auch die Treue der frisch zusammengeführten Paare prüfen. Sie inszeniert daher einen großen Sturm, bei dem das Schiff zu Bruch geht.

Zweiter Teil

Rezia und Hüon finden sich auf einer einsamen Insel wieder und glauben ihre Diener im Meer ertrunken. Hüon, der sich um Rezias Fortleben sorgt, will Hilfe suchen, da er auch das Horn verloren glaubt und lediglich den Durst Rezias mit Oberons Becher zu stillen vermag. Rezia versucht, ihr Schicksal anzunehmen. Doch Seeräuber entdecken Rezia und entführen sie. Hüon wird überwältigt und bewusstlos geschlagen.

Oberon ist begeistert von dem, was er beobachten kann und gerät selbst in einen rauschhaften Zustand. Er will seinen Probanden nun vorgaukeln, sie wären in Tunis und in den Fängen des Statthalters Almansor.

Scherasmin und Fatime hadern damit, Sklavendienste im Garten von Almansor zu leisten. Allein die Erinnerung an eine bessere Vergangenheit hält die beiden beisammen. Hüon hingegen ist nicht entmutigt. Er will Rezia so schnell wie möglich aus Almansors Harem befreien. Dessen bisherige Lieblingsgattin, Roschana, will sich mithilfe Hüons an ihrem Gatten rächen, der nur noch Augen für Rezia hat. Doch begreift sie nicht, dass Hüon in ihr nur ein Mittel zum Zweck sieht. Almansor wiederum wirbt um Rezia und droht ihr mit dem Tod, sollte sie sich ihm widersetzen. Doch Rezia will lieber sterben, als ihrem Geliebten untreu zu werden. Bevor die Idee einer Entführung überhaupt reifen kann, ist sie schon im Keim erstickt. Rezia und Hüon werden von Almansor zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt – und Scherasmin und Fatime gleich dazu.

Die drei Pucks merken, dass das Experiment aus dem Ruder gerät. Darf man mit dem Tod spielen? Einen sinnvollen Ausstieg haben sie aber längst verpasst.

Nur durch das Horn, das Scherasmin wieder entdeckt, kann die Hinrichtung verhindert werden. Die Flucht gelingt, und die Vier gelangen zu Kaiser Karl den Großen, der Hüon verzeiht und als großen standhaften Helden preist.

Doch es glückt den drei Pucks lediglich, zwei der Probanden gesund aus dem Experiment zu entlassen: Fatime und Scherasmin. Hüon und Rezia bleiben in der Welt des Experiments zurück – in Liebe und Treue vereint.

Hat Oberon Recht behalten?