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3. Akademiekonzert 2021/22: Cristian Măcelaru

Mili A. Balakirew
Islamey
(Orchestrierung: Sergej M. Ljapunow)
Igor Strawinsky
Symphonie in drei Sätzen
Sergej W. Rachmaninow
Symphonie Nr. 3 a-Moll op. 44
Zum zweiten Mal tritt Cristian Măcelaru in einem Akademiekonzert ans Pult und bringt ein russisches Programm von berstender Energie mit ins Nationaltheater. Mili Balakirew, eines der fünf Mitglieder des sogenannten „Mächtigen Häufleins“, die eine neue, volkstümliche, genuin russische Musik schaffen wollten, hat mit Islamey ein im Original irrwitzig virtuoses Klavierstück geschrieben, eine von tscherkessischer Volksmusik des Nordkaukasus inspirierte „orientalische Fantasie“. Sie wird in diesem Konzert in der Orchesterfassung von Sergej Ljapunow erklingen, der schon zu Lebzeiten als begnadeter Orchestrator gegolten hat. Strawinskys Symphonie in drei Sätzen, 1945 in Amerika vollendet, knüpft an frühe Vorbilder an, zum Beispiel die Form des Concerto grossos, und schärft solche Anspielungen durch zeitgenössische Zwischenschnitte. In dieser Musik ist eine innere Unruhe zu verspüren, ein Brodeln im Untergrund, das notdürftig vom Explodieren abgehalten wird; Strawinsky selbst hat von Einflüssen durch die Kriegerlebnisse gesprochen und die Symphonie „als Folge von Verzweiflung und Hoffnung“ bezeichnet, „in die Bilder des Krieges eingegangen seien, wie er sie aus Filmen kennen gelernt“ habe. Der um eine Generation ältere Russe Sergej Rachmaninow wagt sich ein Jahrzehnt zuvor im schweizerischen Exil noch einmal an die große viersätzige Form und entwirft in seiner dritten (und letzten) Symphonie ein großes Panorama – ein Werk, das in der Tradition schwelgt und dennoch ganz persönlich wirkt. Entschlackt um überbordende Romantik feiert der Komponist hier die Liebe zu seiner Heimat in all ihrer Ambivalenz, kontrastreich, reflektiert und selbstbewusst.