Symposion zu den Figuren in Richard Wagners Ring des Nibelungen

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DER BEREDTE SEELENKÜNDIGER

Der einst für das Gesamtkunstwerk Richard Wagners schwärmende Friedrich Nietzsche genas laut eigener Aussage von dieser Krankheit und schlug in seinen späteren Schriften kritische Töne über den „décadent“ an. Dennoch muss er in Der Fall Wagner noch anerkennen, dass jener Musikdramendichter für den Philosophen unentbehrlich sei. Denn „wo fände er für das Labyrinth der modernen Seele einen eingeweihteren Führer, einen beredteren Seelenkündiger als Wagner? Durch Wagner redet die Modernität ihre intimste Sprache.“ Anlässlich der zyklischen Aufführungen des neuen Rings an der Bayerischen Staatsoper werden in einem Symposion Figuren aus der Tetralogie jedoch nicht nur aus philosophischer Perspektive unter die Lupe genommen. Aus den Blickwinkeln verschiedener Fachrichtungen wollen wir den Göttern, Nibelungen, Menschen und anderen Gestalten aus dem etwa sechzehnstündigen Werk an drei aufeinanderfolgenden Tagen in Vorträgen nachspüren. Das Symposion wird gemeinsam mit dem Institut für Musikwissenschaft der Ludwig-Maximilians-Universität München im Gartensaal des Prinzregententheaters ausgerichtet – des Opernhauses, das vor 125 Jahren insbesondere für die Aufführung von Wagners Werken erbaut wurde.