Tosca

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Giacomo Puccinis Tosca hat seit der Uraufführung das Publikum elektrisiert. Die Schockwelle, die von dieser Oper ausging, war so stark, dass noch Jahrzehnte viele Reaktionen eher von der Fassungslosigkeit und Überwältigung der Betroffenen sprechen als von den Qualitäten des Stückes selbst und seiner Dreiecksgeschichte um die Sängerin Floria Tosca, den Maler Mario Cavaradossi und den Polizeichef Baron Scarpia. Das Künstlertum des Protagonistenpaars Tosca und Cavaradossi ist dabei keine koloristische Zutat, sondern definiert das Profil ihrer Charaktere; es begründet die Exzentrik Toscas ebenso wie die Liberalität Cavaradossis und erklärt auch das ausgeprägte Selbstbewusstsein der Sängerin: Aus der Heroine der Bühne wird eine Heldin im Leben. Auch die Erscheinung Scarpias ist als Auswuchs seiner entfesselten totalitären Macht zu verstehen, und sein sexueller Sadismus heute noch einer der wahrhaft skandalösen Momente der Opernliteratur.  Mit seinem Geflecht musikalischer Erkennungsmotive, erreicht Puccini eine neue Dimension von durchkomponierter Opernstruktur.

Zum Stück

OBSERVATIONS

OBSERVATIONS: TOSCA - Behind the scenes

Regisseur Kornél Mundruczó inszeniert eine Oper, in der Regisseur Pier Paolo Pasolini einen Film inszeniert. Unser Making-of Film dokumentiert die entstehung dieser Neuproduktion von Tosca an der Bayerischen Staatsoper. Und auch das Bühnenbild von Monika Pormale hat gleich mehrere Ebenen: Was liegt unter dem prunkvollen Zimmer des Machtmenschen Scarpia? Es entspinnt sich ein blutiger Thriller über die Freiheit von Kunst im Angesicht eines unterdrückenden Systems. Doch womöglich wird die Kunst den Kampf gegen die Ordnung der Herrschenden verlieren und womöglich wird es auch hier am Ende wieder Tote geben.

TRAILER

Trailer zu TOSCA

Die Bayerische Staatsoper feiert am Montag, den 20. Mai 2024, die Premiere von Kornél Mundruczós Neuinszenierung.

SCRIBBLE

SCRIBBLE zu Tosca

Regisseur Kornél Mundruczó über die Inszenierung.

Audiofeature

Giacomo Puccinis fünfte Oper Tosca ist ein hochprozentiger Cocktail aus Liebe, Verrat, Kunst und Politik. Tosca, die gefeierte Sängerin, muss der Folter ihres Geliebten zuhören, der Polizeichef Scarpia will Sex und findet den Tod. Ein schnelles, hartes Stück mit erregend wirkungsvoller Musik: Puccini lieferte dem gerade ein paar Tage alten 20. Jahrhundert die ersten Opern-Hits. Der ungarische Regisseur Kornél Mundruczó erzählt diesen Thriller vor dem Hintergrund der 1970er Jahre in Italien, als der linke Filmemacher Pier Paolo Pasolini das herrschende System mit Filmen provozierte, die Faschismus und Gewalt thematisierten. Auch Pasolini hatte seine Tosca, sie verkörperte eben diese Rolle wie keine andere: Maria Callas.

Autor und Sprecher: Holger Noltze
Sprecher:innen: Cathrin Störmer, Andrea Battistoni, Kornél Mundruczó, Eleonora Buratto, Charles Castronovo
Schnitt: Robert Rotzinger
Betreuung: Olaf Roth
Dramaturgie und Projektleitung: Christopher Warmuth

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