Between Charity and Ecstasy
On love in Richard Wagner and Giacomo Puccini

“And there was nothing more tender on earth,” Thomas Mann has Hans Castorf say in his novel The Magic Mountain, as Castorf winds up a phonograph, puts on a record and enthuses over Puccini’s La bohème, while also paying tribute to Wagner’s minstrel Wolfram von Eschenbach and his secret love for Elisabeth. Puccini admired Wagner to the extent of quoting the Tristan chord in Manon Lescaut. But did  Puccini, with his powerfully effective description of love, also pick up on the discourse on love that typifies a composer described by Adorno as “the most famous erotic artistic of the bourgeois world”? In 2022 the Munich Opera Festival focused on Richard Strauss and on the idea of time as what the Marschallin calls a “strange thing”, while in 2023 the focus shifted to Verdi, Wagner and the future of opera. In 2024 we shall be exploring Puccini’s and Wagner’s accounts of the most disparate aspects of love, an emotion that is one of opera’s central topoi. A varied programme of events will complement the performances of Parsifal, Tannhäuser, Tosca and La fanciulla del West. As in the past four critics will contribute to the discussion. On this occasion they are Eleonore Büning, Markus Thiel, Kai Luehrs-Kaiser and Serge Dorny. Lectures and discussions will examine themes such as the trials of love, bans on love, love-feasts and nights of love. And new light will be shed on the compositional affinities between Wagner and Puccini.

FESTIVAL FOCUS DATES prior to the respective performance in the RHEINGOLD bar-bistro
free admission
no ticket required

FESTSPIEL-FOKUS-TERMINE

QUARTETT DER KRITIKER

Mi, 24.7.24 16:30 Uhr

RHEINGOLD bar-bistro

Eleonore Büning, Serge Dorny, Kai Luehrs-Kaiser und Markus Thiel

Vier Kritiker über die Diskografiegeschichte von Tosca
Dauer: 90 Minuten

Im Verein „Preis der deutschen Schallplattenkritik“ haben sich Musikkritiker und Journalisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammengeschlossen, um regelmäßig herausragende Musik- und Wortproduktionen auszuzeichnen. Seit 2010 treten die Kritiker-Juroren des Vereins öffentlich auf. Sie setzen sich zu dritt oder viert zusammen, als Terzett oder als Quartett, um live vor Publikum über ein Werk zu diskutieren und verschiedene Interpretationen in Platteneinspielungen zu vergleichen.


Im Anschluss: Tosca

FESTSPIEL-FOKUS-TERMINE

VORTRAG: FRAUENFIGUREN BEI PUCCINI UND WAGNER

Do, 25.7.24, 16:15 Uhr

Freunde-Foyer

Prof. Dr. Elisabeth Bronfen (Kultur- und Literaturwissenschaftlerin)

Elisabeth Bronfen ist emeritierte Professorin für Anglistik und Amerikanistik an der Universität Zürich sowie Global Distinguished Professor an der New York University. Sie promovierte an der Universität München mit einer Arbeit über den literarischen Raum in Dorothy M. Richardsons Roman Pilgrimage und habilitierte über Darstellungen von Weiblichkeit und Tod. Sie hat Artikel und Bücher in den Bereichen Literatur, Philosophie und politische Theorie, Gender Studies, Psychoanalyse, Film, Kulturtheorie und visuelle Kultur verfasst. Zudem arbeitet sie als Kuratorin und schreibt für Ausstellungskataloge. In jüngster Zeit hat sie auch ein Kochbuch und den Roman Händler der Geheimnisse veröffentlicht. Ihr Vortrag handelt von Frauenfiguren in den Opern von Giacomo Puccini und Richard Wagner.

Im Anschluss: Tannhäuser

FESTSPIEL-FOKUS-TERMINE

VORTRAG: MARIA CALLAS, „TOSCA“ UND ZEITENWENDEN

Sa, 27.7.24, 18:15 Uhr

Freunde-Foyer

Dr. Marcus Pyka (Historiker und Judaist)

Der Historiker und Judaist Marcus Pyka lehrt an der Franklin University Switzerland in Lugano. In seiner Forschung setzt er sich mit der Frage auseinander, wie europäische Gesellschaften Sinn stiften und vermitteln. In seinem Buch Heinrich Graetz – Jüdische Identität und Historiographie, befasst er sich mit der Konstruktion jüdischer Identität mittels Geschichtsschreibung im Deutschland des 19. Jahrhunderts. Seine aktuelle Forschung konzentriert sich auf den Einsatz von narrativen Sinnstiftungsstrategien sowohl in Texten wie in visuellen Medien und wie diese Strategien in Kultur, Politik und Geschichtsschreibung benutzt und verschränkt werden – sei es für den Zusammenhalt von Stadtgesellschaften im Rahmen des modernen Nationalismus oder das moderne Verständnis der Idee „Europa“. Er unterrichtet Weltgeschichte und Weltreligionen, die Geschichte des Nationalismus, des Konzepts der Revolution sowie die Geschichte der Biografik. Daneben gehören auch Stadtgeschichte und -entwicklung sowie Musik und Theater zu seinen Forschungsinteressen. In seinem Vortrag setzt er sich mit Maria Callas auseinander, an die in Kornél Mundruczós Münchner Tosca-Inszenierung die Titelheldin der Oper Floria Tosca angelehnt ist. In Maria Callasʼ Leben und Karriere nimmt diese Puccini-Partie eine besondere Rolle ein.
 

Im Anschluss: Tosca

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VORTRAG: TANNHÄUSERS DILEMMA

So, 28.7.2024, 16:15 Uhr

Freunde-Foyer

Liebesutopien und Dreieckskonstellationen bei Wagner und Puccini

Prof. Dr. Arnold Jacobshagen (Musikwissenschaftler)

Arnold Jacobshagen studierte Musikwissenschaft, Geschichte und Philosophie sowie Kultur-  und Medienmanagement in Berlin, Wien, Tours und Paris. Er promovierte an der Freien Universität Berlin und war anschließend Musikdramaturg am Staatstheater Mainz. 2003 habilitierte er an der Universität Bayreuth. Seit 2006 hat er die Professur für Historische Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik und Tanz Köln inne. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Oper und Musiktheater, die Musikgeschichte Frankreichs im 18. und 19. Jahrhundert, Musik im europäischen Kulturtransfer der Neuzeit, Regionale Musikgeschichte, Sozial- und Institutionengeschichte der Musik sowie Historische Aufführungs- und Interpretationsforschung. Er veröffentlichte zuletzt unter anderem die Bücher Gioachino Rossini und seine Zeit sowie im Jahr 2023 die Biografie Maria Callas. Kunst und Mythos. Im ersten seiner beiden Vorträge im Rahmen des diesjährigen Festspiel-Fokus spricht er über Liebesutopien und  Dreieckskonstellationen bei Richard Wagner und Giacomo Puccini.

Im Anschluss: Tannhäuser

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VORTRAG: WAGNER-REMINISZENZEN.

Mo, 29.7.24, 18:15 Uhr 

Freunde-Foyer

Leitmotivtechnik und Erlösungsthematik in Puccinis La fanciulla del West.

Prof. Dr. Arnold Jacobshagen (Musikwissenschaftler)

Arnold Jacobshagen studierte Musikwissenschaft, Geschichte und Philosophie sowie Kultur-  und Medienmanagement in Berlin, Wien, Tours und Paris. Er promovierte an der Freien Universität Berlin und war anschließend Musikdramaturg am Staatstheater Mainz. 2003 habilitierte er an der Universität Bayreuth. Seit 2006 hat er die Professur für Historische Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik und Tanz Köln inne. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Oper und Musiktheater, die Musikgeschichte Frankreichs im 18. und 19. Jahrhundert, Musik im europäischen Kulturtransfer der Neuzeit, Regionale Musikgeschichte, Sozial- und Institutionengeschichte der Musik sowie Historische Aufführungs- und Interpretationsforschung. Er veröffentlichte zuletzt unter anderem die Bücher Gioachino Rossini und seine Zeit sowie im Jahr 2023 die Biografie Maria Callas. Kunst und Mythos. Im zweiten seiner beiden Vorträge im Rahmen des diesjährigen Festspiel-Fokus widmet er sich der Leitmotivtechnik und Erlösungsthematik in Giacomo Puccinis La fanciulla del West.

Im Anschluss: La fanciulla del West

FESTSPIEL-FOKUS-TERMINE

VORTRAG: PASOLINIS FILM „SALÒ“ UND PUCCINIS OPER „TOSCA“

Di, 30.7.24, 16:15 Uhr 

Freunde-Foyer

Prof. Dr. Oliver Jahraus (Literatur-, Kultur- und Medienwissenschaftler)

Oliver Jahraus hat an der LMU München seit 2005 den Lehrstuhl für Neuere deutsche Literatur und Medien und derzeit auch das Amt des Vizepräsidenten für den Bereich Studium der LMU inne. Er promovierte mit einer Arbeit zu Thomas Bernhard und habilitierte mit einer Arbeit über Literatur als Medium. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Literaturtheorie, Medientheorie (insbesondere in der Verknüpfung mit Literaturtheorie), Kulturtheorie und Kultur der Gegenwart, Film, Filmtheorie, Filmanalyse und Film in der Kultur der Gegenwart sowie Kunst- und Avantgardetheorie. Unter seinen zahlreichen Publikationen finden sich Bücher zu Martin Heidegger, Franz Kafka, Niklas Luhmann, Jacques Derrida, über die Erzählung der Amour fou in Literatur, Oper und Film sowie Einführungen in Literaturtheorie und Literaturwissenschaft. Sein Vortrag spürt dem Beziehungsgeflecht von Pier Paolo Pasolinis Film Salò o le 120 giornate di Sodoma (Die 120 Tage von Sodom) und Giacomo Puccinis Oper Tosca nach, das in der Inszenierung des ungarischen Regisseurs Kornél Mundruczós eine zentrale Setzung darstellt.

Im Anschluss: Tosca

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