1. Akademiekonzert: Vladimir Jurowski

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Eine stille Revolution war es, die Ludwig van Beethoven mit seinem vierten Klavierkonzert unternahm. Eine Revolution, weil er das Verhältnis des Einzelnen zum Ganzen veränderte, unter anderem indem hier das Klavier, anders als bis dahin üblich, als erstes das Wort ergreift; und still, weil es das zunächst mit leisen Tönen tut. Mitsuko Uchida, eine der großen Pianistinnen unserer Zeit und als Beethoven-Interpretin weltweit verehrt, musiziert erstmals gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsorchester. Eine ähnlich intensive Äußerung ist die dritte Symphonie von Johannes Brahms. In ihr verband er eine große emotionale Bandbreite – ob dramatische Konflikte wie im ersten Satz oder verinnerlichter Sehnsucht wie im Allegretto – mit fast zyklischer Geschlossenheit; das Stück zielt nicht auf äußerliche Wirkung, alle vier Sätze verklingen im Piano. Brahms’ Weggefährten reagierten enthusiastisch, Clara Schumann etwa schrieb voller Begeisterung über die neue Komposition: „Welch ein Werk, welche Poesie, die harmonischste Stimmung durch das Ganze, alle Sätze wie aus einem Gusse, ein Herzschlag, jeder Satz ein Juwel!“ – und der jüngere Kollege Antonín Dvořák rühmte das Stück mit den Worten: „Welch herrliche Melodien sind darin zu finden! Es ist lauter Liebe, und das Herz geht einem dabei auf!“

Cast

  • Bayerisches Staatsorchester

Motif © Serifa