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5. Akademiekonzert: Daniele Rustioni
5. Akademiekonzert: Daniele Rustioni

Peter I. Tschaikowski:
Romeo und Julia – Ouvertüre (1880)
Ottorino Respighi:
Fontane di Roma
Sergej Prokofiew:
Romeo und Julia - Suite (Ausschnitte aus Suite 1-3)
Für Sergej Prokofjew war seine fünfte Symphonie ein Neuanfang. Anderthalb Jahrzehnte waren vergangen seit seiner noch im Exil entstandenen vorigen Symphonie. Nun weilte er schon einige Zeit wieder in seiner russischen Heimat, die nun Teil der Sowjetunion war – mitten im Spannungsfeld zwischen den Erwartungen, die das politische System an die Kunst stellte, und seinem eigenen Ausdruckswillen. Diese Spannung ist in jedem Takt dieses 1944 komponierten Werks zu spüren. Da kontrastieren heroische Töne im ersten Satz mit einem Walzer, dessen Tanzrhythmus sich zum Danse macabre verzerrt, ein Trauermarsch weicht einem von Aufschreien durchsetzten Geschwindmarsch, und in allem klingt immer wieder die Stimme der Humanität an – oder, wie Prokofjew es formulierte: „die Würde des menschlichen Geistes“. Selbst Sohn eines Komponisten, ist Michail Jurowski nun Vater und Großvater einer ganzen Musikerfamilie, hat zahlreiche Orchester und Opernhäuser geleitet, ist gleichermaßen versiert im Repertoire von Oper, Ballett und Konzert und außerdem einer der wesentlichen Pioniere der Wiederentdeckung von Schostakowitschs Film- und Schauspielmusik. Mit Prokofjews Feurigem Engel hat er an der Bayerischen Staatsoper debütiert, nun dirigiert er erstmals ein Akademiekonzert und stellt neben Prokofjews fünfter Symphonie mit Tschaikowskys Streicherserenade auch ein Kleinod der russischen Orchestermusik vor, das zu Unrecht im Schatten von dessen späten Symphonien steht.