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Die unmögliche Enzyklopädie Nr. 46: „Beichte“
Die unmögliche Enzyklopädie Nr. 46: „Beichte“

Ein schier unmögliches Unterfangen: Schon die französischen Aufklärer d’Alembert und Diderot hatten die Idee, sämtliches Wissen der Welt festzuhalten und für alle systematisch aufzuarbeiten. Die Enzyklopädie wurde ein großer Erfolg – als gedankliches Projekt hingegen ist sie natürlich bis heute nicht abgeschlossen. Die Dramaturgie der Staatsoper lädt ein, Begriffen nachzugehen, die sich in der inhaltlichen Auseinandersetzung mit den Werken einer Spielzeit aufdrängen. Eine Entdeckungsreise – zusammen mit Künstlern und Musikern unseres Opernhauses sowie mit Experten unterschiedlichster Profession und Passion.
Wer beichtet, handelt und gesteht einen Fehler ein. Ausgehend von Ernst Kreneks Bühnenwerk Karl V., das die Lebensbeichte des abgedankten Kaisers des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation bei einem jungen Mönch zeigt, wird das Thema „Beichte“ in der Enzyklopädie Nr. 46 aus mannigfachen Perspektiven beleuchtet. Gebeichtet wird nicht nur bei Geistlichen, sondern auch beim Arzt, vor Gericht, bei der Polizei, gegenüber den Eltern oder unter Partnern. Inwiefern hat sich das Beichten in der Gesellschaft über die Jahre hinweg verändert? Oscar Wilde proklamierte ganz im reformatorischen Sinn: „Wenn wir uns selbst anklagen, fühlen wir, dass kein anderer das Recht hat, uns anzuklagen. Die Beichte, nicht der Priester, gibt uns Absolution.“ Im Jahr 1530 machte Karl V. auf seinem Weg von Bologna nach Augsburg Halt in München. Im alten Rosengarten - dort, wo heute der Marstall steht - bekam der Kaiser ein großes Bankett und genau an diesem Ort, im Marstall-Café, wird die Unmögliche Enzyklopädie stattfinden.
Cast
- Solist I
- Akkordeon