Hans van Manen
Der am 11. Juli 1932 in Nieuwer-Amstel (heute Amstelveen) geborene und am 17. Dezember 2025 in Amsterdam verstorbene Tänzer, Choreograph und Fotograph erhielt seinen ersten Ballettunterricht in den späten 1940er Jahren bei Sonia Gaskell. Sie nahm ihn 1951 in ihre Gruppe Ballet Recital auf. Danach tanzte van Manen beim Ballett der Nederlandse Opera und bei Roland Petits Truppe Les Ballets de Paris. 1955 gab er mit Olé, Olé, la Margarita sein Debüt als Choreograph. 1960 stieß er zum neugegründeten Nederlands Dans Theater (NDT) in Den Haag, wo er ab 1961 zusammen mit Benjamin Harkarvy und ab 1969 zusammen mit Glen Tetley die künstlerische Co-Leitung übernahm. Bei der Ballettfestwoche 1970 zeigte das NDT zwei Werke van Manens in München: Vijf schetsen undThree Pieces . 1973 wurde van Manen Hauschoreograph bei Het Nationale Ballet, von 1988 bis 2003 wirkte er dann in gleicher Funktion erneut beim NDT, ab 2005 dann nochmals bei Het Nationale Ballet. Van Manen choreographierte zudem für das Scapino Ballet in Rotterdam, das Royal Ballet, das Ballett der Wiener Staatsoper, das Stuttgarter Ballett und das Ballett am Rhein. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Deutschen Tanzpreis (1993), den Prix Benois de la Danse für sein Lebenswerk (2005) und den von der Zeitschrift "tanz" erstmals vergebenen Lifetime Achievement Award (2024). Seine Choreographien brachen oft mit Konventionen, etwa die gleichgeschlechtlich besetzten Duette in Metaforen (1965) und Situation (1970), das gemeinsam mit Glen Tetley geschaffene und auch Nacktheit einbeziehendeTanz-Film-Hybrid Mutations (1979) oder das Stück Live (1979) mit Kameraeinsatz.
Für das Bayerische Staatsballett schuf Hans van Manen 1994 das Duett Nacht (damals getanzt von Christina McDermott und Oliver Wehe), außerdem nahm die Compagnie die Stücke Vijf Tango’s, Three Pieces und Trois Gnossiennes (alle 1991), Lieder ohne Worte (1992), Concertante (1994), Déjà vu, Sarcasmen und Black Cake (alle 1996), Kammerballett (2001), Solo (2004), The Old Man and Me und Two (beide 2005), sowie Adagio Hammerklavier (2008) in ihr Repertoire auf. Das Ballett der Bayerischen Staatsoper hatte bereits in der Spielzeit 1973/74 Grosse Fuge sowie in der Spielzeit 1974/75 Ajakaboembie, Snippers und Septett Extra gezeigt.
(Stand: Dezember 2025)