Die Bayerische Staatsoper

Wir blicken als Bayerische Staatsoper nicht nur stolz auf 350 Jahre Geschichte zurück – wir möchten auch täglich aufs Neue mit künstlerischen Impulsen, herausragenden Inszenierungen und gesellschaftsrelevanten Diskursen zur Bereicherung unserer Kulturszene weit über den Freistaat Bayern hinaus beitragen.

Mit jährlich rund 600.000 Gästen und über 400 Veranstaltungen dürfen wir maßgeblich zum Ruf Münchens als eine der renommiertesten internationalen Kulturstädte beitragen. Innerhalb einer Spielzeit werden jährlich von September bis Juli über 40 Opern aus fünf Jahrhunderten und mehr als 20 Ballette vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart gegeben, dazu Konzerte und Liederabende. Mit 2.101 Plätzen ist unsere Spielstätte, das Münchner Nationaltheater, das größte Opernhaus Deutschlands und gilt als eines der schönsten Theater in Europa.

Mit der Saison 2021/22 übernimmt Serge Dorny die Rolle des Staatsintendanten und damit die Künstlerische Leitung des Hauses. Neben der Fortführung der international renommierten Münchner Opernfestspiele wird er erstmals mit zwei weiteren Festivals, dem Septemberfest und Ja, Mai – Das neue Festival neue künstlerische Akzente setzen und die Öffnungs des Hauses in die Stadt hinaus vorantreiben.

Als Drei-Sparten-Haus verfügt die Bayerische Staatsoper über ein eigenes Opernorchester – das Bayerische Staatsorchester – und eine Ballettcompagnie – das Bayerische Staatsballett. An der Seite von Serge Dorny übernimmt Vladimir Jurowski als neuer Generalmusikdirektor ab 2021/22 die Leitung des Bayerischen Staatsorchesters. Das Bayerische Staatsballett wird seit 2016 von Ballettdirektor Igor Zelensky  geleitet.

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DAS ENSEMBLE DER BAYERISCHEN STAATSOPER

Die Bayerische Staatsoper verfügt über ein festes Ensemble von Sänger:innen, die neben internationalen Gastkünstler:innen allabendlich kleine bis große Solo-Rollen in unseren Operninszenierungen übernehmen. Das Ensemble bildet somit neben dem Bayerischen Staatsorchester und dem Chor der Staatsoper die künstlerische Konstante unserer Inszenierungen und trägt maßgeblich zum sängerischen Profil unserer Opernaufführungen bei.

Lernen Sie hier unsere Sänger:innen aus dem Ensemble kennen:

SOPRAN
Deanna Breiwick, Mirjam Mesak, Emily Pogorelc 

MEZZOSOPRAN
Lindsey Ammann, Kayleigh Decker, Daria Proszek

TENOR
Kevin Conners, Jonas Hacker, Evan LeRoy Johnson, Ulrich Reß, Galeano Salas, Caspar Singh 

BARITON
Konstantin Krimmel, Sean Michael Plumb, Christian Rieger

BASS-BARITON
Milan Siljanov 

BASS
Daniel Noyola, Martin Snell, Bálint Szabó 

In Kürze präsentieren wir Ihnen an dieser Stelle Fotos und Biographien unserer Ensemble-Sänger:innen.

GASTKÜNSTLER:INNEN IN DER SAISON 2021/22

DIE GESCHICHTE DER BAYERISCHEN STAATSOPER

Lesen Sie hier die Geschichte der Münchner Oper – von ihren Anfängen zu Kaiserzeiten im 17. Jahrhundert über unsere sogenannten „Hausgötter“ (die weltbekannten und in München wirkenden Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart, Richard Wagner und Richard Strauss) bis hin zu Persönlichkeiten, die unser Haus im letzten Jahrhundert maßgeblich mitgeprägt haben.

Wie die Oper nach München kam

Am Anfang der Geschichte der Münchner Oper steht der höfische Prunk des jungen italienischen „dramma per musica“, jener neuen, zunächst elitären, später aber – in Venedig – schnell für jedermann zugänglich werdenden Form des musikalischen Theaters. Der Kurfürst Ferdinand Maria errichtete im Herkulessaal der Residenz ein Saaltheater, in dem vor der Hofgesellschaft die ersten italienischen Opern inszeniert wurden. Gleichzeitig baute er nach einem Plan seines Vaters Maximilian I. das erste freistehende Opernhaus Deutschlands, indem er das alte Kornhaus, den sogenannten „Haberkasten“ am Salvatorplatz, zu einem Barocktheater umgestaltete. Die höfische Ausstattungsoper bediente sich dabei meist mythologischer Stoffe und allegorischer Figuren zur Huldigung des Fürstenhofs. Oft trat die technische Ausstattung mit Flugmaschinen, Seeschlachten und Triumphzügen in Wettstreit mit der Musik.

Das erste Theater in der Residenz

Unter der Regierung des Kurfürsten Max II. Emanuel in den Jahren 1679 bis 1726 setzte die italienische Oper ihren Siegeszug in München fort. Sein Nachfolger Max III. Joseph ließ dann auch von François Cuvilliés das „teatro nuovo pressa la residenza“ bauen – auch heute noch als „Cuvilliés-Theater“ Opernbesuchern aus aller Welt ein Begriff. Aus dem „dramma per musica“ war inzwischen die „opera seria“ mit dem Kult der Arie, des Belcanto, der Primadonnen und Kastraten geworden. Allmählich entwickelten sich aber überall aus der Bürgerschicht volkstümliche Opern und Singspiele. Die Stoffe der Mythologie und der Fürstenhuldigung wichen lebensnäheren Bezügen aus dem bürgerlichen Bereich.

Der 1. „Hausgott“: Wolfgang Amadeus Mozart

Aus einer Mischung verschiedenster Stilelemente besteht die „opera buffa“, die Mozart mit 19 Jahren noch unter der Regentschaft von Max III. Joseph als seine erste Münchner Auftragsoper mit dem Titel La finta giardiniera komponiert hatte. Sechs Jahre später schrieb er im Auftrag des Kurfürsten Karl Theodor seine „opera seria“, den Idomeneo zu Ende, ein Werk das – am 29. Januar 1781 im Residenztheater uraufgeführt – für den 25-jährigen Mozart den entscheidenden Durchbruch bedeutete.

Max IV. Joseph

Die künstlerischen und politischen Strömungen im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts wurden von Max IV. Joseph bestimmt, der von 1799 an als Kurfürst, dann seit der Erhebung Bayerns als Königreich als König Max I. von 1806 bis 1825 regierte. Im Jahre 1802 wurde der alte „Haberkasten“ am Salvatorplatz abgetragen. Die „Hof-National-Schaubühne“ wanderte als „Churfürstliches Hoftheater“ in das Theater Cuvilliés’. Eine der letzten entscheidenden Taten des ersten bayerischen Königs Max war die Grundsteinlegung zum Bau des Königlichen Hof- und Nationaltheaters am Marstallplatz im Jahre 1811. Das nach Plänen Karl von Fischers errichtete Haus brannte am 14. Januar 1823 nieder, konnte aber unter der Leitung des Architekten Leo von Klenze dank der Opferbereitschaft der Münchner Bürger bereits zwei Jahre später seine Pforten wieder öffnen.

Eine europäische Oper

Mit der Thronbesteigung des Königs Ludwig I., der das Erbe seines Vaters von 1825 bis 1848 verwaltete, und mit der Belebung des wieder aufgebauten Nationaltheaters begann eine neue Epoche der Münchner Oper. Einige der ersten Maßnahmen des Königs waren die Schließung des Volkstheaters am Isartor und die endgültige Auflösung der italienischen Oper. Damit war der Weg für die heimischen Kräfte, aber auch für alle gesamteuropäischen Strömungen frei gemacht.

Der 2. „Hausgott“: Richard Wagner

Die Regierungszeit des kunstbegeisterten bayerischen Märchenkönigs Ludwig II. von 1864 bis 1886 ist eng mit dem Namen Richard Wagner verbunden. Schon kurz nach seiner Thronbesteigung holte der neunzehnjährige König den völlig verschuldeten Komponisten, dessen Lohengrin ihn zwei Jahre zuvor bezaubert hatte, nach München. Eine umstrittene und im politischen Bereich tragisch endende Freundschaft zwischen Fürst und Musiker führte eine neue Glanzzeit in der Geschichte der Münchner Oper und des Musikdramas überhaupt herauf. Marksteine dieser Entwicklung sind die Uraufführungen von fünf Meisterwerken Richard Wagners. Am 10. Juni 1865 dirigierte der neue Hofkapellmeister Hans von Bülow Tristan und Isolde und drei Jahre später Die Meistersinger von Nürnberg in Gegenwart des Königs. Es folgten am 22. September 1869 und am 26. Juni 1870 die Uraufführungen von Das Rheingold und Die Walküre unter der Leitung von Franz Wüllner. 1888 wurde Die Feen uraufgeführt. Das Königliche Hof- und Nationaltheater stand im Blickpunkt der europäischen Musikwelt.

Der Anfang der Münchner Opernfestspiele

Unter dem von 1867 bis 1893 amtierenden Generalintendanten Karl von Perfall begannen die Festspiele. Er veranstaltete erstmalig im Jahre 1875 einen Festsommer mit Opern von Mozart und Musikdramen von Wagner. Die Festspielidee drängte mit der Zeit auch nach einem eigenen Festspielhaus - so entstand unter dem neuen Generalintendanten Ernst von Possart um die Jahrhundertwende innerhalb einer Jahresfrist das Prinzregententheater, erwachsen aus dem Wunsch der Bürger und gefördert von dem kunstsinnigen Prinzregenten Luitpold. Die Eröffnung am 21. August 1901 mit den Meistersingern unter Hermann Zumpe war ein wirkliches Fest des Volkes und leitete eine Glanzzeit der Münchner Opernfestspiele ein.

Der 3. „Hausgott“: Richard Strauss

Zumpes Nachfolger Felix Mottl bereitete Richard Strauss den Boden in der Vaterstadt München, wenn er auch zunächst das bürgerliche Publikum mit den Erstaufführungen von Salome, Elektra und der Wiederaufnahme des spöttischen Singgedichts Feuersnot erschreckte. Sein letztes großes Dirigat war die Münchner Premiere des Rosenkavalier am 1. Februar 1911, seit der Richard Strauss neben Mozart und Wagner in dem Dreiklang der Münchner Opern-Festspiele mitschwingt. Namhafte Künstler wie Enrico Caruso, Karl Erb oder Maria Ivogün verschafften der Münchner Oper zu dieser Zeit Weltruhm.

Bruno Walter

Die Premieren unter Bruno Walter eröffneten dem Münchner Publikum neue Klangwelten mit den Hauptwerken von Franz Schreker, Erich Wolfgang Korngold, Max von Schillings und mit der Ariadne auf Naxos von Richard Strauss. Seit 1922 gab Bruno Walters Nachfolger Hans Knappertsbusch in 14 Jahren kontinuierlichen Wirkens der Münchner Oper ein wiederum neues, nicht minder starkes musikalisches Gesicht. Zu seiner Zeit entfalteten sich Dirigenten wie Robert Heger, Karl Elmendorff, Paul Schmitz, Karl Böhm und Karl Tutein. Wilhelm Furtwängler und Hans Pfitzner standen an den Dirigierpulten des Nationaltheaters und des Prinzregententheaters. Als Hans Knappertsbusch 1934 als politisch Verfemter zusammen mit Clemens von Franckenstein gehen musste, blieb die Münchner Oper zwei Jahre lang nahezu verwaist. Sein Name aber wurde zur Legende.

Clemens Krauss

Während des Dritten Reiches sollte München ein neues Opernhaus bekommen. Mit Clemens Krauss, der die Vollmachten eines Generalintendanten und eines Generalmusikdirektors glücklich in seiner Hand vereinte, konnte sich die Münchner Oper trotz Unterdrückung und Krieg weiter entfalten. Höhepunkte setzte Clemens Krauss in seinem Wirken und in der Geschichte des Nationaltheaters mit den Uraufführungen von drei Werken seines Freundes Richard Strauss, drei traumhaften Anachronismen, die doch künstlerische Wirklichkeit waren: Friedenstag 1938, Verklungene Feste 1941 und Capriccio 1942. In der Bombennacht vom 2. auf den 3. Oktober 1943 verwandelte sich das Nationaltheater in eine gespenstische Ruine. Weitere Zerstörungen und Beschädigungen und die Ausrufung des "totalen Krieges" im August 1944 brachten die Staatsoper vorerst zum Schweigen.

Zweimal Hartmann

Die Mühsale eines neuen Aufbruchs nahmen der Intendant Georg Hartmann und sein Generalmusikdirektor Georg Solti auf sich. Nachdem sie sich erfolgreich für Paul Hindemith und Heinrich Sutermeister eingesetzt hatten, und Werner Egk 1948 mit der Uraufführung seines Faustballetts Abraxas hervorgetreten war, veranstalteten sie 1950 die ersten Münchner Opernfestspiele nach dem Krieg. Sie schufen ihren Nachfolgern somit ein tragbares Fundament.

Rudolf Hartmann wirkte als Staatsintendant 15 Jahre lang von 1952 bis 1967. Als Generalmusikdirektoren standen ihm dabei Rudolf Kempe, Ferenc Fricsay und Joseph Keilberth zur Seite. In die Ära Rudolf Hartmanns fallen zwei bedeutsame Ereignisse: der Einzug in das wiederhergestellte Cuvilliés-Theater im Jahre 1958 mit der Hochzeit des Figaro und die Wiedereröffnung des Nationaltheaters am 21. November 1963, das mit Hilfe der "Freunde des Nationaltheaters" nach den Plänen von Gerhard Graubner und Karl Fischer im alten klassizistischen Glanz wie ein Phönix aus der Asche entstanden war.

Günther Rennert

Eine neue Ära der Münchner Oper begann 1967, als Günther Rennert die Leitung des Hauses übernahm. Gemeinsam mit Wolfgang Sawallisch, der ab 1968 als Generalmusikdirektor fungierte, verwirklichte Rennert seine umfassende Konzeption einer ausgewogenen Verschmelzung von Regietheater und Musiktheater zum Welttheater neuzeitlicher Prägung. In seine Planungen und Arbeiten bezog er in stärkerem Maße, als das vor ihm der Fall war, auch weltbekannte Gäste ein, Regisseure wie Boleslaw Barlog, August Everding, Leopold Lindtberg, Oscar Fritz Schuh, Václav Kašlík, Otto Schenk, Bohumil Herlischka und Jean-Pierre Ponnelle. Mit den Festspielen 1976 verabschiedete sich Günther Rennert von der Münchner Oper.

August Everding

Nach einem von Wolfgang Sawallisch geleiteten Interimsjahr war August Everding bis 1982 Intendant. Sein Repertoire, von Monteverdi bis Reimann, umfasste traditionelle Opern ebenso wie die Werke des zeitgenössischen Musiktheaters. Höhepunkt der fünf Intendantenjahre August Everdings, in denen viele internationale Opernstars erstmals nach München kamen, war die Uraufführung von Aribert Reimanns Oper Lear in der Inszenierung von Jean-Pierre Ponnelle am 9. Juli 1978. 1983 übernahm Everding als Generalintendant der Bayerischen Staatstheater neue Aufgaben. Wolfgang Sawallisch wurde als Staatsoperndirektor und Generalmusikdirektor in Personalunion künstlerischer Leiter der Bayerischen Staatsoper.

Wolfgang Sawallisch reizte es, die außerordentlichen Möglichkeiten und die Leistungsfähigkeit „seines“ Hauses durch die Aufführung großer Werkzyklen unter Beweis zu stellen. 1983 bot er die einmalige Gelegenheit, alle 13 Musikdramen Richard Wagners zu erleben. 1988 führte er in einem bisher einmaligen Zyklus alle Bühnenwerke Richard Strauss’ auf. 1987 brachte er Wagners Ring innerhalb von 10 Tagen komplett neu heraus. In einer Zeit, in der die Spitzenproduktionen der großen Häuser, was Werkauswahl und Besetzung betraf, immer austauschbarer wurden, suchte er nach individuellen künstlerischen Wegen. In den zehn Jahren seiner Amtszeit als Staatsoperndirektor versuchte er, das Profil der Münchner Oper zu schärfen, etwa durch die stärkere Gewichtung der Spieloper und eine besondere Betonung auf der klassischen Moderne.

Sir Peter Jonas

Von 1993 bis zum Ende der Spielzeit 2005/06 war Sir Peter Jonas Intendant der Bayerischen Staatsoper. Der deutschstämmige Engländer war zuvor künstlerischer Leiter des Chicago Symphony Orchestra und der English National Opera in London. Bei allem Respekt vor der Tradition verfolgte Peter Jonas stärker  als seine Vorgänger das theatralische Element der Oper sowie den visuellen Aspekt. Neue Regisseure und neue Bühnenbildner gaben dem traditionellen Haus ein innovatives, abenteuerlustiges Profil, das durch ein zeitgemäßes PR-Konzept vermittelt wurde.

Sir Peter (1999 wegen seiner Verdienste um die Bayerische Staatsoper von der englischen Königin in den Adelsstand erhoben) gelang es in kürzester Zeit, die lange vernachlässigte Barockoper ins Repertoire zurückzuholen und gemeinsam mit dem Dirigenten Ivor Bolton und Regisseuren wie Richard Jones, David Alden und Martin Duncan einen neuen Münchner Barockstil zu entwickeln und zu etablieren. Auch das Programm der Festspiele wurde erweitert: Das Prinzregententheater als Spielstätte konnte zurückgewonnen werden. Oper für alle sprach ein breites Publikum an. Die grenzgängerisch-experimentelle Reihe Festspiel+ erweiterte nicht nur das Festspielprogramm, sondern auch den Theaterbegriff um neue Einflüsse aus anderen Kunstgattungen.

Von 1998 bis 2006 leitete mit Zubin Mehta wieder ein großer Dirigent die musikalische Geschicke des Hauses, auch er mit allem Respekt vor der Tradition, aber neugierigem Blick nach vorne.

Nikolaus Bachler

Nachdem Sir Peter Jonas und Zubin Mehta entschieden hatten, ihre Verträge nicht über das Jahr 2006 hinaus zu verlängern, wurde Nikolaus Bachler zum Spielzeitbeginn 2008/09 Intendant der Bayerischen Staatsoper. Kent Nagano hatte bereits mit Beginn der Spielzeit 2006/07 das Amt des Bayerischen Generalmusikdirektors übernommen. Gemeinsam mit einem Interimsdirektorium (Ronald H. Adler, Dr. Roland Felber / Dr. Roland Schwab und Dr. Ulrike Hessler) leitete er bis zum Amtsantritt von Nikolaus Bachler die Bayerische Staatsoper. Mit der Spielzeit 2013/14 übernahm Kirill Petrenko den Posten des Generalmusikdirektors. Er gab mit Richard Strauss’ Die Frau ohne Schatten seinen Einstand.

Mit seinem Verständnis von Musiktheater als Live-Erlebnis, als Theater, „erweitert und verdichtet um die Dimension der Musik“, wollte Nikolaus Bachler dem dramaturgischen Aspekt besondere Gewichtung verleihen. Dieser bildet neben dem exzeptionellen musikalischen sowie dem theatralischen und ästhetischen Anspruch eine der drei wesentlichen Säulen des Musiktheaters.

DAS NATIONALTHEATER

Bau des Nationaltheaters

Das 1755 vollendete Cuvilliés-Theater wurde für die schnell anwachsende Münchner Bevölkerung bald zu klein. 1792 beauftragte Kurfürst Karl Theodor den Hofarchitekten Maximilian von Verschaffelt deshalb mit der Planung eines neuen Opernhauses. Das allzu aufwendige Projekt wurde allerdings nicht realisiert und so schrieb der neue Kurfürst Max IV. Joseph schließlich einen Wettbewerb aus. Besonders gefiel dabei das Projekt eines kaum Zwanzigjährigen: Der am 19. September 1782 in Mannheim geborene Karl von Fischer. Er hatte ein offenes Rangtheater entworfen, welches der aus der Französischen Revolution resultierenden Forderung der Bürger Rechnung trug, nicht mehr nach „Rängen“ in Logen unterschieden zu werden.

Hoftheaterintendant Joseph Marius von Babo rief ein Aktienunternehmen für den Bau des Nationaltheaters ins Leben, die Napoleonischen Kriege verzögerten jedoch die Realisierung der Pläne. 1806 wurde der Kurfürst als Max I. Joseph bayerischer König, Karl von Fischer sein führender Architekt. Ein Besuch des Théâtre de l'Odéon in Paris begeisterte den König so sehr, dass er den Auftrag erteilte, die Brauchbarkeit des "Pariser Modells" für München zu prüfen. Im März 1811 wurden Karl von Fischers revidierte Pläne vom König genehmigt und am 26. Oktober desselben Jahres legte Kronprinz Ludwig den Grundstein.

Die Ausführung erwies sich allerdings als ebenso schwierig wie die Planung. Schon nach einem Jahr Bauzeit waren die Finanzmittel erschöpft. Der harte Winter 1813 und der Russlandfeldzug zwangen zur Einstellung der Bauarbeiten. Als keine neuen Aktionäre gewonnen werden konnten , kaufte der König alle Aktien zurück und setzte den Bau auf Staatskosten fort. Am 12. Oktober 1818 konnte das Theater dann endlich eröffnet werden. Karl von Fischer, der schon während der Bauphase in die Kritik geraten war, überlebte die Eröffnung seines genialen Bauwerks kaum: Er starb am 12. Februar 1820, noch keine vierzig Jahre alt.

Wiederaufbau 1823 – 1825

Während einer Vorstellung am 14. Januar 1823 fing ein Dekorationsteil Feuer und das Theater brannte bis auf die Umfassungsmauern ab. Der König war untröstlich. Die Stadt München übernahm schließlich die gesamte Wiederaufbau-Summe in Höhe von 800.000 Gulden. In nur zwei Jahren wurde das Theater unter der Bauleitung von Leo von Klenze mit kleinen Korrekturen wiedererrichtet. Am 2. Januar 1825 konnte das Nationaltheater wieder eröffnet werden.

Zerstörung und Wiederaufbau 1943 – 1963

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Haus zum zweiten Mal zerstört: In der Nacht des 3. Oktober 1943 trafen Spreng- und Brandbomben das Theater. Durch die große Hitze schmolz selbst die eiserne Bühnenkonstruktion. Der Neubau des Residenztheaters 1951 hatte die Haushaltsmittel bereits überschritten, so dass der Landtag gegen einen Wiederaufbau des Nationaltheaters Stellung bezog. Städteplaner wollten sogar die Ruinen beseitigen, um verkehrstechnisch in der Innenstadt etwas mehr Raum zu schaffen. Deshalb gründete eine Bürgerinitiative 1952 den Verein „Freunde des Nationaltheaters e. V.“, der schließlich die Öffentlichkeit für den Wiederaufbau gewann und zusätzliche finanzielle Mittel sammelte.

1954 wurde ein Wettbewerb für den Neubau ausgeschrieben. Eine originalgetreue Rekonstruktion des Nationaltheaters stand zunächst nicht zur Diskussion. Das Kultusministerium entschied sich schließlich jedoch für die Weiterentwicklung eines Entwurfs von Gerhard Graubner, der gemeinsam mit dem damaligen Regierungsbaudirektor Karl Fischer weitere Planvarianten erstellte, die eine Rekonstruktion des Originalbaus doch realisierbar erschienen ließen.

Man entschied sich also für die Wiederherstellung der Originalfassung Karl von Fischers, allerdings gereinigt von den Hinzufügungen Leo von Klenzes und anderen Veränderungen des 19. Jahrhunderts. Fünf Jahre lang dauerte der Bau diesmal und kostete letztendlich 62 Millionen Mark. Am 21. November 1963 konnte das Ensemble, welches zwischenzeitlich im Prinzregententheater beheimatet war, sein Haus wieder in Besitz nehmen.