Das Bayerische Staatsballett

Als eigenständige Abteilung der Bayerischen Staatsoper wurde das Bayerische Staatsballett auf Betreiben von Konstanze Vernon zur Spielzeit 1990/91 gegründet. Nach ihrer Direktionszeit übernahm Ivan Liška von 1998 bis 2016 die Leitung der Compagnie. Im August 2016 trat Igor Zelensky seine Nachfolge an. Neben der Pflege des reichen Repertoires, das unter anderem Werke von Ray Barra, John Cranko, Mats Ek, Jiří Kylián, John Neumeier, Hans van Manen oder Peter Wright umfasst, verpflichtete Zelensky eine ganze Reihe von Choreograph:innen, deren Werke noch nicht in München zu sehen waren: Dazu gehören David Dawson, Sharon Eyal, Marco Goecke , Andrey Kaydanovskiy, Wayne McGregor, Liam Scarlett, Christian Spuck und Christopher Wheeldon. Mit der Reihe Heute ist morgen  hat Zelensky ein Format in den Spielplan aufgenommen, das zukunftsweisende Neukreationen der jüngeren Generation präsentiert. Ergänzt wird das Angebot der Compagnie mit Veranstaltungen im Kinder- und Jugendbereich, Outreach-Projekten mit Institutionen wie dem Rampenlichter-Festival sowie internationalen Gastspielen.

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DAS ENSEMBLE DES BAYERISCHEN STAATSBALLETTS

BALLETTDIREKTOR

Die Volontär:innen des Bayerischen Staatsballetts und die Stipendiat:innen der Heinz-Bosl-Stiftung bilden gemeinsam das Bayerische Junior Ballett München. 

DIE GESCHICHTE DES BAYERISCHEN STAATSBALLETTS

DAS BAYERISCHE STAATSBALLETT - VON DEN ANFÄNGEN BIS HEUTE

Von den Höfischen Festen im 16. Jahrhundert bis zu den ersten Ballettstars im 19. Jahrhundert

Blickt man auf die überraschend lange Ballettgeschichte in München zurück, so stößt man hier wie in anderen europäischen Metropolen auf die Tradition der höfischen Feste in der italienischen und französischen Manier des 16. und 17. Jahrhunderts. Im 19. Jahrhundert setzten dann große Namen Glanzlichter. So traten Paul und Marie Taglioni im Jahre 1825 in München auf, als das Nationaltheater nach einem Theaterbrand wiedereröffnet wurde.

König Ludwig I. und die Tänzerin Lola Montez

Lola Montez [eigentlich Elisabeth Rosanna Gilbert] war eine Bühnenkünstlerin irisch-schottischer Herkunft. Sie reiste als »spanische Tänzerin« durch Europa und hatte mit ihrem Programm großen Erfolg. Als sie in München weilte, zog sie den alternden König Ludwig I. mit ihrer Kunst so in ihren Bann, dass die Affäre im Krisenjahr 1848 nicht unwesentlich zu dessen Abdankung beitrug. Ein Jahr zuvor, also 1847, hatte Lola Montez durchgesetzt, das Ballett Giselle am Nationaltheater zur Aufführung zu bringen. Dies verursachte einige Probleme, da die Vorstellung mitten im August angesetzt wurde, als fast ein Drittel des Personals beurlaubt war – dies wäre auch heute noch so, denn im August befinden sich die Mitarbeitenden des Bayerischen Staatsballetts und der Bayerischen Staatsoper geschlossen in der Sommerpause.

Lucile Grahn als einflussreiche Ballettmeisterin im Ballett und in den Opern Richard Wagners

Die Produktion Giselle wurde aus Anlass des Gastspiels der berühmten Tänzerin Lucile Grahn neu inszeniert. Im Jahr 1869 machte Lucile Grahn München zu ihrer Wahlheimat und war bis 1875 als Ballettmeisterin tätig. Sie studierte unter anderem die Ballette Sylvia und Coppélia ein und wirkte bei der tänzerischen Gestaltung der Erstaufführungen von Richard Wagners Rheingold, Tannhäuser und Meistersinger mit. In dieser Zeit bildeten die Compagnie und die Ballettschule einen integralen Bestandteil des königlichen, dann staatlichen Opernhauses. Die Hauptaufgabe der Tänzerinnen und Tänzer bestand in den Tanzeinlagen und in der Mitwirkung in Bewegungschören für Opern.

Eröffnung des Prinzregententheaters

Das Prinzregententheater, das die Bayerische Staatsoper als zweite Spielstätte neben dem Nationaltheater bespielte und bis heute bespielt, wurde 1901 als Festspielhaus für Musteraufführungen eröffnet. Das Gebäude ist ein dem Bayreuther Festspielhaus nachempfundenes Arenatheater mit exemplarischem Jugendstilcharme. Ab 1944 wurde es bis zur Wiedereröffnung des Nationaltheaters im Jahre 1963 durchgängig bespielt. Anschließend wurde es seltener benutzt und erst 1996 nach dreißigjährigem Dornröschenschlaf renoviert. Heute dient es als zweite Spielstätte des Bayerischen Staatsballetts.

Gesellschaftliche Radikalisierung und Kriegsjahre

In den 1920er Jahren war die Moderne mit Werken von Béla Bartók (Holzgeschnitzter Prinz) Igor Strawinsky (Petruschka) oder Ballette von Manuel de Falla auffallend stark im Spielplan vertreten. Im öffentlichen Leben machten sich in diesen Jahren zunehmend Radikalisierungstendenzen bemerkbar. Die Inflation von 1923 ließ zum einen den Ruf nach einer starken Führungspersönlichkeit laut werden. Zum anderen wurde die ökonomische Abwärtsspirale als Argument herbeigezogen, die jüdische Bevölkerung hätte von der der Krise profitiert. Während das demokratische System in den 1930er Jahren immer stärker in Frage gestellt wurde, gerierten sich die aufstrebenden Nationalsozialisten als Mäzene einer Musiktheaterkultur, die der Parteidoktrin folgen sollte. Am Nationaltheater schlug sich die politische Gesinnung in der Werkauswahl und der Personalpolitik nieder. Insbesondere nach der Machtübernahme 1933 wurden rigorose Maßnahmen getroffen, um nichtarische Künstlerinnen und Künstler loszuwerden. 1938 wurde schließlich den jüdischen Zuschauerinnen und Zuschauern der Besuch der Aufführungen komplett untersagt. Durch den Bombenangriff in der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 1943 wurde das Opernhaus am Max-Joseph-Platz zerstört. Aber bereits Ende 1945 setzte die Bayerische Staatsoper im Prinzregententheater wieder Vorstellungen an. 1951 formierten sich die Freunde des Nationaltheaters ausgehend von einer Bürgerinitiative, um den Wiederaufbau des Nationaltheaters in die Wege zu leiten. Die Eröffnung des Nationaltheaters erfolgte 1963. Bis heute unterstützen die Freunde des Nationaltheaters die Aktivitäten von Oper und Ballett.

Im äußerst lesenswerten Band zur Geschichte der Bayerischen Staatsoper (Wie man wird was man ist, Henschel Verlag) wurde die Geschichte der Sparten Ballett und Oper in Bezug auf das Dritte Reich sowie die Vor- und Nachkriegszeit am Nationaltheater München aufgearbeitet.

Nachkriegsjahre: Russische und englische Tanztradition

Im Herbst des Jahres 1945 machte sich der neue Direktor Marcel Luitpart an die Arbeit und startete seine Direktion, indem er die verbliebenen Mitglieder des Ensembles in einem Saal inmitten der Bombentrümmer unter dem Dach des Nationaltheaters versammelte. Luitpart brachte eine recht erfolgreiche Serie von Balletten, vorwiegend aus dem Repertoire von Diaghilevs Ballets Russes in eigenen Adaptionen heraus. Zudem verursachte er im Juni 1948 mit der Uraufführung von Werner Egks Abraxas im Prinzregententheater einen handfesten Theaterskandal. Der Kultusminister persönlich verfügte die Absetzung des Werkes nach fünf Vorstellungen – "wegen allzu großer Freizügigkeiten". Unter seinem Nachfolger, Victor Gsovsky, kam das Münchner Ballett zu besonderer Blüte. Er verknüpfte die russische Tanztradition mit innovativen choreographischen Tendenzen der jungen französischen Tanzszene. Victor Gsovsky war unter anderem beim Ballet des Champs-Elysées tätig gewesen. Von dort brachte er als Ballerina Irène Skorik mit. Sie wurde nicht nur für eine ganze Generation von Tanzeleven Ideal und Vorbild, sondern repräsentierte für das Publikum den Inbegriff romantisch-klassischer Tanzkunst. In den folgenden Jahren (1952-1954) leiteten zuerst Pia und Pino Mlakar das Ensemble. Sie wurden von Alan Carter und seiner Frau Joan Harris als Trainingsmeisterin abgelöst. Mit ihnen hielt die englische Schule in München Einzug. Diese ausgewogene Tanztechnik erwies sich nicht nur im Training, sondern auch in der Ausbildung als sehr vorteilhaft für die Entwicklung der Tänzerinnen und Tänzer.

Neue Tanzsprachen unter der Direktion von Heinz Rosen

Als Heinz Rosen 1959 für fast ein Jahrzehnt die Leitung des Staatsopernballetts übernahm, erhielten die neueren Tanzsprachen des 20. Jahrhunderts einen größeren Stellenwert. Rosen kam aus der Schule des deutschen Ausdruckstanzes von Rudolf von Laban. Er hatte das Glück, im Ensemble Tänzerpersönlichkeiten von intensiver Gestaltungskraft zu haben, wie Natascha Trofimova, Heino Hallhuber, Franz Baur oder Walther Matthes, die seine Intentionen tänzerisch umzusetzen vermochten. In den folgenden Jahren holte Rosen immer wieder hervorragende Tänzerinnen und Tänzer nach München, teils als Gäste, teils fest verpflichtet. Dabei sollte sich das Engagement von Konstanze Vernon, einer jungen Berliner Solistin aus der Schule von Tatjana Gsovsky, als besonders folgenreich erweisen. Initiierte diese Künstlerin doch über zwei Jahrzehnte später die Gründung des Bayerischen Staatsballetts als eigenständige Abteilung unter dem Dach des Nationaltheaters. Ihr Debüt hatte sie 1963 in München bei den Ballettfestwochen in Carl Orffs Nänie und Dithyrambe zusammen mit ihrem langjährigen Bühnenpartner Winfried Krisch.

Einführung der Ballettfestwoche und Eröffnung des wiederaufgebauten Nationaltheaters

Mit der Einführung einer BallettFestwoche öffnete Heinz Rosen im Jahr 1960 die Türe zur internationalen Ballettwelt. Es gelang ihm, Gastspiele von großen Ensembles und Stars europäischer und amerikanischer Metropolen zu holen. So trat bei der ersten Ausgabe unter anderem der Amerikaner Aaron Copland im Rahmen eines Gastspiels des American Ballet Theatre auf mit einer Choreographie (Rodeo) von Agnes de Mille. Zur Wiedereröffnung des Nationaltheaters 1963 steuerte das Ballett zwei Choreographien bei (Dance-Panels in seven movements von Aaron Copland und Entrata-Nänie-Dithyrambe von Carl Orff). Dazu kam die Uraufführung Triptychon auf sinfonische Musik von Karl Amadeus Hartmann. Letzteres war ein Werk, das bei einem Teil des Publikums sehr ambivalente Gefühle in Bezug auf die Greueltaten im Zweiten Weltkrieg hervorrief und als mutige Spielplansetzung Rosens bezeichnet werden darf. Insgesamt kann man den Stil der Compagnie unter der Direktion von Rosen als typische Ausprägung des Bühnentanzes jener Zeit beschreiben, eine Mischung aus klassischem und modernem Tanz mit Elementen des Ausdruckstanzes.

1960-1990: Prägende Impulse von John Cranko

In den zwei Jahrzehnten zwischen der Ära Rosen und der Gründung des Bayerischen Staatsballetts liegt eine Reihe von kürzeren Amtsperioden. Wichtig und zukunftsweisend waren vor allem die Jahre, in denen John Cranko, neben seiner Arbeit in Stuttgart, die Ballettgeschicke in München lenkte (1968-1970). Er steuerte für die Compagnie in München drei seiner schönsten Handlungsballette bei, die in Stuttgart entstanden waren: Romeo und Julia, Onegin und Der Widerspenstigen Zähmung. Seine künstlerische Einflussnahme wirkte noch fort in der Direktorenzeit seines Tänzerkollegen aus der Jugendzeit am Royal Ballet, Ronald Hynd. Die von vielen gehegte Hoffnung, dass Cranko sein Wirkungsfeld ganz nach München verlegen würde, erfüllte sich nicht, allerdings nahm er mit der Einstudierung seiner wichtigsten Werke großen Einfluss auf den Stil der Compagnie. Bis heute sind Crankos drei große Handlungsballette Romeo und Julia, Onegin und Der Widerspenstigen Zähmung ein unverzichtbarer Teil des Repertoires des Bayerischen Staatsballetts. Aber auch Direktoren wie Dieter Gackstetter oder die Ballerina Lynn Seymour setzten wichtige Akzente. Gackstetter gelang es beispielsweise Jerome Robbins für seine erste Arbeit mit einer deutschen Ballettcompagnie zu gewinnen. Lynn Seymour konnte das Bournonville-Juwel La Sylphide akquirieren. Unter Direktor Edmund Gleede begann die Entwicklung von Youri Vámos, der danach für viele Jahre zu den wichtigsten Choreographen Europas zählte. Stefan Erler brachte David Bintley zum ersten Mal nach Deutschland. Mitte der 1970er Jahre war in München auch ein Tänzerehepaar engagiert, das über zwei Jahrzehnte später als Direktor und Ballettmeisterin in die Compagnie zurückkehren sollte: Ivan Liška und Colleen Scott.

Konstanze Vernon und die Gründung des Bayerischen Staatsballetts zur Spielzeit 1990/1991

In den 1970er- und 1980er-Jahren wurde es immer offensichtlicher, dass sich die Compagnie strukturell anderes organisieren musste, um mit der internationalen Entwicklung des Balletts und den gestiegenen tänzerischen Anforderungen durch neue choreographische Sprachen mithalten zu können. Treibende Kraft war in dieser Zeit Konstanze Vernon, die in den 1960er und 1970er-Jahren als eine Ikone nicht nur der bayerischen Ballettszene galt. Für Vernon stand fest: Das Ballett in der Landeshauptstadt hatte nur eine Zukunft, wenn es neben den Klassikern auch neue Ausdrucksformen wagen und für das künstlerische Tun selber Verantwortung tragen würde. Für diese Aufgaben galt es die nötigen Ressourcen zu schaffen und das Staatsballett organisatorisch und finanziell auf eigene Beine zu stellen. Dank ihres politischen Spürsinns vermochte sie die verantwortlichen Kulturpolitiker davon zu überzeugen, eine künstlerisch und etatmäßig unabhängige Ballett-Direktion einzusetzen und neue Probenräumlichkeiten zu schaffen. Das Erfolgsmodell hatte sie in den Jahren zuvor mit der Umwandlung der Opernballettschule zur Staatlichen Ballettakademie vorgelegt, in enger Zusammenarbeit mit der von ihr gegründeten Heinz-Bosl-Stiftung für Ballett. Mit einem administrativen Akt beschloss der Ministerrat im Februar 1989 schließlich die Gründung des Bayerischen Staatsballetts zum Beginn der Spielzeit 1990/1991. Die Spielzeit 1989/90 diente Konstanze Vernon als Vorbereitungsjahr, man sprach bereits vom „Bayerischen Staatsballett in Gründung“. Seit September 1990 steht das Bayerische Staatsballett auf eigenen künstlerischen Beinen. Aus kulturpolitischer Sicht stellte dies ein bedeutender Übergang zu einer eigenständigen und künstlerisch unabhängigen Sparte unter dem Dach des Nationaltheaters dar. Trainiert und geprobt wird seit 1991 im eigenen Ballettprobenhaus am Platzl 7 inmitten der Münchner Altstadt. Künstlerisch resultierte aus der Unabhängigkeit ein enormer Qualitätsschub. So konnten begehrte Choreographen wie Hans van Manen, John Neumeier, Jiřì Kylián, Mats Ek, Ohad Naharin, Lucinda Childs, Twyla Tharp oder Angelin Preljocaj für Produktionen gewonnen werden.

Markante Erweiterung des Repertoires in der Direktionszeit von Ivan Liška (1998-2016)

Nach der Direktionszeit von Konstanze Vernon prägte Ivan Liška von 1998 bis 2016 das Renommee der Compagnie. Ivan Liška war über zwanzig Jahre lang einer der prägenden Solisten des Hamburger Balletts unter John Neumeier gewesen, bevor er nach einem Jahr als Stellvertreter von Konstanze Vernon seine Position als Direktor des Bayerischen Staatsballetts einnahm. Von 1998 bis 2016 baute er ein Repertoire aus mehr als siebzig Werken von der Klassik bis zur Avantgarde auf. In Liškas Direktionszeit fallen Produktionen bedeutender Choreographen wie Jiří Kylián, William Forsythe und Mats Ek, außerdem die von Dramaturg Wolfgang Oberender betreuten Klassiker-Rekonstruktionen von Raymonda, Le Corsaire und Paquita. Einen weiteren Höhepunkt bildete Pina Bauschs Für die Kinder von gestern, heute und morgen zum Abschluss von Liškas Amtszeit. Auch die education-Arbeit im Rahmen des Campus Programms der Bayerischen Staatsoper wurde dank des Engagements der Dramaturgin Bettina Wagner-Bergelt in dieser Zeit intensiviert und weiter ausgebaut.

Gründung des Bayerischen Junior Balletts 2010

Im Herbst 2010 gründeten das Bayerische Staatsballett, die Heinz-Bosl-Stiftung und die Hochschule für Musik und Theater München das heutige Bayerische Junior Ballett München: Das 16-köpfige Ensemble besteht aus acht Volontärinnen und Volontären des Staatsballetts und acht Studierenden der Hochschule. Mit einem Stipendium der Heinz-Bosl-Stiftung absolvieren sie eine zweijährige Exzellenzausbildung, werden in Repertoire-Vorstellungen des Bayerischen Staatsballetts eingesetzt und gehen mit eigenen Produktionen auf Tournee.

Direktion von Igor Zelensky: 2016 bis heute

Im August 2016 trat Igor Zelensky,  der dritte Direktor seit der Gründung des Bayerischen Staatsballetts 1990/91, die Nachfolge von Ivan Liška an. Igor Zelensky studierte am Ballettinstitut in Tiflis und am Waganowa-Institut in St. Petersburg. 1988 debütierte er am Mariinsky-Theater und wurde in kürzester Zeit mit den Hauptrollen des klassischen Repertoires betraut. Für lange Jahre stand er als unbestrittener Star an der Spitze der männlichen Solisten des Mariinsky-Balletts, damals Kirov-Ballett. Seit seinem ersten Auftreten beim Bayerischen Staatsballett im Rahmen der Terpsichore-Gala I im Oktober 1999 war er regelmäßiger Gastsolist in München.  Neben der Pflege des umfangreichen Repertoires des Bayerischen Staatsballetts gelang es Igor Zelensky Werke international gefragter Choreographen wie Sharon Eyal, Yuri Grigorovich, Wayne McGregor, Christian Spuck oder Christopher Wheeldon nach München zu holen. Ein wichtiges Anliegen ist es ihm, auch jüngeren Choreographinnen und Choreographen eine Plattform zu bieten. Dazu gehören Namen wie Andrey Kaydanovskiy, Philippe Kratz, Edward Liang oder Liam Scarlett. Zu Beginn der Spielzeit 2020/21 wurde Andrey Kaydanovskiy zum Hauschoreographen des Bayerischen Staatsballetts ernannt, der im Frühjahr 2021 mit Schneesturm sein erstes abendfüllendes Werk mit der Münchner Compagnie erarbeitet.

 

Ballettdirektor:innen in München nach dem 2. Weltkrieg

15.10.1945–31.08.1948  Marcel Luitpart

01.09.1948–31.08.1950  Rudolf Kölling

01.09.1950–31.08.1952  Victor Gsovsky

01.09.1952–31.08.1954  Pia und Pino Mlakar

01.09.1954–31.08.1959  Alan Carter

01.09.1959–31.09.1967  Heinz Rosen

01.10.1967-31.08.1970  John Cranko

01.09.1970–31.08.1973  Ronald Hynd

01.09.1973–31.08.1975  Dieter Gackstetter (kommissarisch)

01.09.1975–31.08.1978  Dieter Gackstetter

16.11.1978–31.08.1980  Lynn Seymour

01.09.1980–31.08.1984  Edmund Gleede

01.09.1984–31.08.1986  Ronald Hynd

01.09.1986–31.08.1989  Stefan Erler (kommissarisch)

Gründung des Bayerischen Staatsballetts

Spielzeit 1989/1990: „Bayerisches Staatsballett in Gründung“

Ab der Spielzeit 1990/1991: „Bayerisches Staatsballett“

01.09.1989 – 31.08.1998  Konstanze Vernon

01.09.1998 – 31.08. 2016 Ivan Liška

Seit 01.09.2016 Igor Zelensky