Das Nationaltheater feiert 60. Geburtstag seit der Wiedereröffnung

#BSOjubiläum

Am 21. November 1963, also genau vor sechzig Jahren, ereignete sich ein Wunder: Das Münchner Nationaltheater wurde feierlich wiedereröffnet: fast zwanzig Jahre nach Kriegsende. Ein Wunder insofern, als es großer Beharrlichkeit bedurfte, in wirtschaftlich klammen Nachkriegszeiten dieses Großprojekt umzusetzen. Zwei Jahrzehnte hatten die Münchner:innen mit dem Torso im Herzen der Stadt leben müssen. Nun war es wiedererstanden – ein Bekenntnis zur Kulturstadt München.

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Zerstörung des Nationaltheaters durch Bombenangriffe 1943 und 1944

© Archiv Bayerische Staatsoper
© Archiv Bayerische Staatsoper
© Archiv Bayerische Staatsoper
© Archiv Bayerische Staatsoper
© Archiv Bayerische Staatsoper

Der Wiederaufbau

Der Wiederaufbau des Münchner Nationaltheaters war die Geburtsstunde der ersten Bürgerinitiative der Nachkriegszeit – und das für die Kunst: die Freunde des Nationaltheaters haben nach ihrer Gründung 1951 einen wesentlichen, unverkennbaren Beitrag zur Neuentstehung kulturellen und gesellschaftlichen Lebens in der Stadt München geleistet. Das Ergebnis war die Wiedereröffnung des Nationaltheaters am 21. November 1963, welches ohne das nachhaltige Engagement der Freunde des Nationaltheaters in der jetzigen Erscheinung so wohl nie entstanden wäre.  Es war ein inneres Bedürfnis der Gründer, nach der geistigen und moralischen Verwüstung humane und christliche Kultur, die unter den Trümmern der Unmenschlichkeit verschüttet war, wieder ans Licht zu holen. Aus der damaligen Sicht war der Wiederaufbau des Nationaltheaters ein Zeichen engagierten Bürgerwillens und ein Statement zur dringend benötigten kulturellen Bildung für eine sich neu findende Gesellschaft.

Mehr über die Freunde des Nationaltheaters erfahren

Vor 60 Jahren, am 21. November 1963, konnte das Nationaltheater nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wieder eröffnet werden.
Dieser Filmbeitrag zeigt eindrücklich die Initiative und das Engagement der Freunde des Nationaltheaterszum Wiederaufbau dieses einmaligen Opernhauses.

 
Nationaltheater Tombola © Freunde des Nationaltheaters
© Freunde des Nationaltheaters
© Freunde des Nationaltheaters
© Freunde des Nationaltheaters

 

Vom Wiederaufbau zur Wiedereröffnung

Der Wiederaufbau, maßgeblich von den Freunden des Nationaltheaters angestoßen, umfasste einerseits eine detailgetreue Rekonstruktion der historischen Innenräume, sollte das Haus aber zugleich technisch ganz nach vorn bringen. Bevor sich das Publikum des Eröffnungs-Festakts am Freibier erfreuen und Münchner Schönheiten sich im Glanz des Foyers spiegeln konnten, wurden in mühevoller Kleinarbeit Lüster angebracht, Seidentapeten gespannt und Foyers kunstvoll ausgestaltet.

 

 

Festakt zur Wiedereröffnung am 21.11.1963

Mit einem musikalisch umrahmten Festakt in Anwesenheit zahlreicher Honoratior:innen wurde das in altem Glanz wiederaufgebaute Nationaltheater feierlich eröffnet. Staatsintendant Rudolf Hartmann nahm symbolisch die Schlüssel entgegen. Die zahlreichen Gäste aus Politik, Kunst und Wirtschaft sowie Prominente aus der ganzen Welt fanden auch auf Stühlen auf der Bühne Platz.

 
Festakt © Rudolf Betz
Festakt © Rudolf Betz
Festakt © Rudolf Betz

 

Premiere von Frau ohne Schatten zur Wiedereröffnung am 21.11.1963

Mit Richard Strauss, einem der „Hausgötter“ der Bayerischen Staatsoper, wurde das neue alte Haus wiedereröffnet: Die Premiere der Frau ohne Schatten stand in einer Neuinszenierung von Rudolf Hartmann und mit Joseph Keilberth am Pult auf dem Spielplan. In einer Besetzung, um die die ganze Welt München beneidete: Ingrid Bjoner, Inge Borkh, Jess Thomas, Dietrich Fischer-Dieskau und Martha Mödl. In kleineren Rollen schon damals mit dabei: Kammersängerin Brigitte Fassbaender.

 

 
Frau ohne Schatten © Sabine Töpffer
Frau ohne Schatten © Sabine Töpffer
Frau ohne Schatten © Sabine Töpffer
Frau ohne Schatten © Sabine Töpffer

 

Premiere von Die Meistersinger von Nürnberg am 23.11.1963

Und jedermann erwartet sich ein Fest: Natürlich durfte auch Richard Wagner im Rahmen der Eröffnungs-Feierlichkeiten nicht fehlen. Seine Meistersinger von Nürnberg, 1868 an Ort und Stelle uraufgeführt, wurden in einer Neuinszenierung mit glanzvoller Besetzung präsentiert. Wohl selten dürfte die Festwiesen-Szene des dritten Aktes vom Publikum so tief mitempfunden worden sein!

 
Die Meistersinger von Nürnberg 1963 © Rudolf Betz
Die Meistersinger von Nürnberg 1963 © Rudolf Betz
Die Meistersinger von Nürnberg 1963 © Rudolf Betz

Die Geschichte der Bayerischen Staatsoper

 „Habent sua fata libelli“, so heißt ein alter lateinischer Sinnspruch, „Bücher haben ihre Schicksale“ – aber nicht nur Bücher, auch Gebäude haben ihr Schicksal, und Theater natürlich besonders. Es sind die Orte, an denen die Wirklichkeit der Wirklichkeit mit der Sphäre des Imaginären, der Illusion, des Erträumten zusammentrifft mit unseren Wunsch-, auch unseren Angstträumen. Lesen Sie mehr über die Geschichte der Bayerischen Staatsoper…

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