Im Leben geht es nicht um Wissen, sondern um Entscheidungen
Die Regisseurin Lotte de Beer im Gespräch mit Peter te Nuyl
Foto: ZSun Fu
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PtN Peter te Nuyl
LdB Lotte de Beer
PtN Faust ist kein Genie, Mephisto ist kein Teufel mit Ziegenbeinen und Marguerite ist keine Heilige.
LdB In unserer Inszenierung nicht. Und trotzdem geht es in diesem Stück um die Frage: Was ist das Böse und was ist das Gute? Zum Beispiel: Sex vor der Ehe wird in diesem Stück wirklich als das vom Teufel initiierte Böse angesehen. Das können wir in unserer Zeit wirklich nicht mehr behaupten. Wenn man dieses Stück aufführen will, muss man sich also zuerst fragen: Was ist eigentlich der Gegensatz von Gut und Böse, wenn man ihn losgelöst vom christlichen Kontext betrachtet? Wie können wir den Teufel und Gott als Metaphern sehen, ohne sie zu relativieren? Beim Teufel verstehe ich das: die Verlockung, sich für das eigene Vergnügen zu entscheiden, auch wenn das anderen schadet; der Wunsch, immer mehr zu besitzen; der Wunsch, Macht ohne Verantwortung zu erlangen. Das ist genau die postromantische, liberale, kapitalistische Sichtweise, die wir heute kennen. Darin liegt vielleicht der Erfolg aller „Teufel“, die derzeit die Welt regieren. „Ihr müsst nur noch einmal wählen. Danach nie wieder, denn ich werde alles für euch lösen. Und ihr müsst keine Verantwortung mehr tragen.“
PtN Nun aber Gott als Metapher für das Gute.
LdB Das ist schwieriger zu definieren, weil die Religion so viele verschiedene Neigungen, die in der Natur des Menschen liegen, verurteilt. Und genau durch diesen Gedanken komme ich auf Sokrates, der sagt: „Ein gutes Leben ist ein Leben, in dem ein Gleichgewicht besteht zwischen dem, was man für sich selbst tut, und dem, was man für die Gemeinschaft tut.“ Es geht dabei also um eine Lebensweise, in der egoistische Neigungen zwar ausgelebt werden können, aber bewusst begrenzt werden, um sicherzustellen, dass ein wesentlicher Teil deines Lebens dem anderen, der Gemeinschaft, der Menschheit gewidmet ist. Letztlich heißt das, dass es ein Gleichgewicht zwischen Egoismus und Empathie gibt, dass persönliche Freiheit so wenig wie möglich auf Kosten der Freiheit des anderen geht. Das Gute lässt sich unter dem Begriff „Verantwortung“ zusammenfassen, individuelle Verantwortung. Also Verantwortung, die man nicht auf jemand anderen oder eine Institution oder die Regierung abwälzen kann. Und damit ist auch das Böse definiert, nämlich als das Fehlen, vor allem aber als das Leugnen dieser Verantwortung. Kant sagt: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit.“ Anders gesagt: Ignoranz ist ein Verbrechen.
PtN Damit spielst du auf die Figur des Faust an.
LdB Genau. So habe ich mich dem Stück Faust genähert. Und wenn ich „das Stück“ sage, dann meine ich nicht nur die Oper von Gounod, sondern bewusst auch Goethes (Ur-)Faust. Die Entwicklung vom Urfaust zu Gounod, von der Aufklärung, auf der die Weimarer Klassik aufbaut, zur Romantik und zu einer Neuinterpretation in unserer Zeit, ist faszinierend. Mich interessiert sehr, wie Goethe angefangen hat. Goethe selbst war in wissenschaftlicher Hinsicht ein Faust, ein „uomo universale“. Zwischen seinen wissenschaftlichen Forschungen liest er eine Zeitungsmeldung und Prozessakten über eine Frau, die ihr uneheliches Kind ermordet hat. Er macht diesen Fall zu einem wichtigen Punkt in seinem Drama. Er zeichnet eine Frau, die nicht aus ihrem Kerker befreit werden will, weder von ihrem Liebhaber noch vom Teufel. Sie übernimmt die Verantwortung für ihr Handeln. Damit kommt sie dem Guten näher als Faust mit all seinem Wissen. Das liegt daran, dass sie Verantwortung für ihr Handeln übernimmt. Selbst wenn man die romantische Verklärung der Frau davon abzieht, bleibt das eine aufschlussreiche Erkenntnis.
PtN Man könnte Faust, vor allem Goethes Urfaust, als ein Drama der Aufklärung sehen: Faust ist der Mensch, der nicht versteht, was er auf der Welt tut, und Wissen sammeln will, um genau das herauszufinden.
LdB Mit der Aufklärung kam der Gedanke auf, dass wir Menschen irgendwann in der Lage sein werden, alles zu wissen. Aber wenn man denkt, dass man theoretisch alles wissen könnte, landet man schnell bei der frustrierenden Erkenntnis, wie viel man noch nicht weiß. Faust will seinem Leben ein Ende setzen, weil ihm das Wissen über alles verwehrt bleibt. Weil er „den Code der Schöpfung“ nicht bekommt, weil er nicht den Status der Götter erreichen kann. Das erste Wort, das Faust in dieser Oper singt, ist: „Rien!“– Nichts. Wenn man nicht alles weiß, weiß man nichts.
PtN Du hast gerade über die Entwicklung von der Aufklärung zur Romantik und zu einer Neuinterpretation in unserer Zeit gesprochen.
LdB Bei der Aufklärung geht es um intellektuelle Entwicklung, um die Bündelung von Wissen in einer Enzyklopädie und um das Ideal, dass die Menschheit dadurch besser wird. Mit Wissen wird Gleichheit entstehen.
Die Romantik ist eine Reaktion darauf: Sie konzentriert sich auf die Elemente, die von der Aufklärung unbeachtet bleiben: die emotionale Entwicklung des Menschen, die Sinngebung, das religiöse Bewusstsein, das Bewusstsein für das Unsichtbare und sicherlich auch die sinnliche, erotische Seite des Menschen. Ewige Jugend und romantische Liebe sind wichtiger als intellektuelle Entwicklung.
Aus dem Ideal, alles zu wissen, wurde das Ideal, alles zu tun, und gegen Ende der Romantik wurde daraus das Ideal des 20. Jahrhunderts, alles zu haben. Sozusagen: Die Bibliothek wurde zu einer chambre séparée, einem separaten Zimmer, dann zu einer Einkaufsstraße.
PtN So soll aus einem romantischen Stück wieder ein Drama der Aufklärung werden?
LdB Das Stück ist, was es ist, daran führt kein Weg vorbei. Ich versuche, diesen großartigen musikalischen Bewegungen eine Tiefe zu geben, die dem literarischen Ausgangsmaterial treu bleibt. Gounod und seine Librettisten haben versucht, Marguerite zu einer Heiligen zu machen, und dadurch geht es in der Oper viel mehr um religiöse Dogmen als um die Grundphilosophie des Christentums. Die Geschichte ist, wie viele Opern aus dem 19. Jahrhundert, in erster Linie eine Liebesgeschichte. Und das Drama liegt darin, dass die Ausübung dieser Liebe im Rahmen der institutionalisierten Religion eine Sünde ist. Und das ist für ein heutiges Publikum viel weniger oder gar nicht relevant.
Deshalb sehe ich es als meine Aufgabe an, in dieser Oper die grundlegenden Konflikte des (Ur-)Faust wieder aufzunehmen. Gretchen in Goethes Tragödie ist eine vielschichtige Figur. Eine Frau, die genauso stark der Versuchung ausgesetzt ist, die Liebe zu erleben wie Faust. Sie mischt ein Schlafmittel in das Getränk ihrer Mutter, um mit diesem aufregenden jungen Mann zusammen sein zu können. Damit bringt sie ihre Mutter ungewollt um. Der junge Mann schwängert und verlässt sie. Und sie tötet ihr uneheliches Kind.
Ist das eine Intrige des Teufels? Oder ist der Teufel eine Metapher für etwas, das in jedem von uns lebt, etwas, das uns als Ausrede dient für das Ignorieren der Verantwortung für die Gemeinschaft, für die Entscheidung zur sofortigen Befriedigung, die das Ego will?
PtN Mephisto ist nicht das Böse, sondern derjenige, der uns vor die Wahl zwischen Gut und Böse stellt, der unsere Verantwortung herausfordert.
LdB Ich sehe Mephisto als einen Narren, der den Menschen einen Spiegel vorhält. Er bietet Faust eine Waffe an, aber es liegt an Faust, ob er diese Waffe annimmt und benutzt. Mephisto bietet Faust und Marguerite die Möglichkeit der Intimität, aber die Entscheidung treffen sie selbst, und die Konsequenzen müssen sie selbst tragen.
Es gibt immer diese kleine Stimme in uns, die sagt: „Ich weiß, dass ich eigentlich an die Gemeinschaft denken sollte, aber ich würde so gerne nur an meine eigenen Bedürfnisse denken.“ Und aus dieser kleinen Stimme haben wir, oder die Institution der Kirche, eine Figur gemacht, und diese Figur nennen wir den Teufel.
PtN Siebel, der Mephisto ein Kreuz vorhält; Marguerite, die durch Stimmen aus dem Himmel gerettet wird – in Gounods Oper steckt ziemlich viel christliche Ikonografie. Was bedeutet das, wenn wir über die sokratische Bedeutung von Gut und Böse sprechen?
LdB Man könnte sagen: Die andere Stimme in uns, die uns zum Guten anregen will, unser Gewissen, haben wir Gott genannt. Gott ist das in uns, was Verbundenheit, Liebe und Gemeinschaftsgefühl ausdrückt. Die Liebe, die nicht egoistisch, sondern altruistisch ist. Das, was über das eigene Ego hinausgeht. Das Kreuz, das Siebel hält, ist kein Symbol für die Institution Kirche, sondern für den Gedanken: „Ich helfe meinem Mitmenschen auf (die vertikale Linie des Kreuzes), ich stelle mich neben jemanden (die horizontale Linie) und ich halte seine Hand.“ Und das machen wir mit so vielen Menschen gleichzeitig, dass die Verlockungen des Egos ihre Kraft verlieren. Man könnte auch sagen: Es geht nicht um das Christentum, das die Kirche predigt, sondern um die grundlegenden, praktischen Lehren des Menschen Jesus.
PtN Es geht um den sokratischen Begriff „Verantwortung“ als Gemeinschaftssinn. Aber dieser Begriff bezieht sich auch auf die Verantwortung für die eigenen Taten. Marguerite wird die Möglichkeit geboten, aus der Todeszelle zu fliehen, doch sie nutzt diese Chance nicht.
LdB Flüchten bedeutet: Ich entscheide mich für mich selbst, für die ausschließliche Freiheit meines Egos. Sie aber übernimmt die Verantwortung für ihre Tat. Und wenn man das nicht aus Angst vor einem Gott tut, dann tut man es für die Gemeinschaft. „Ich habe einen Fehler gemacht, und ich akzeptiere die Konsequenzen dafür.“ Das gibt dir auch die Möglichkeit, in diese Gemeinschaft zurückzukehren, wieder ein Teil davon zu sein. Wenn du fliehst, schließt du dich selbst aus. Du scheinst dich für die Freiheit zu entscheiden, aber in Wirklichkeit entscheidest du dich für den lebenslangen Ausschluss aus jeder Gemeinschaft. Das gilt für eine Kindsmörderin wie Marguerite, aber im Alltag gilt das für jeden von uns, in Bezug auf alle unsere Handlungen. Das Anerkennen von Verantwortung öffnet den Dialog. Sobald keine Verantwortung übernommen wird, verwandelt sich das Konzept in „Schuld“, Schuld, die bekämpft und anderen zugeschrieben wird, und damit beginnen Kriege.
PtN Trotzdem haben wir es mit einer romantischen Sprache in Dramaturgie, Text und Musik zu tun.
LdB Vorsicht mit dem Wort „romantisch“. Es geht hier nicht um zuckersüße Hollywood-Romantik. Die Musik von Gounod strahlt Größe und Erhabenheit aus. Sie erhebt sich über das Alltägliche. Novalis war der Auffassung, dass die Romantik uns die Magie, das Geheimnis und das Staunen über die Welt bewusst macht und dass sie unsere Sinne schärft, um das Gewöhnliche als außergewöhnlich, das Bekannte als fremd, das Alltägliche als heilig und das Endliche als unendlich zu sehen. All das hört man in Gounods Musik.
Wenn man den Inhalt zu leicht nimmt wie einen banalen Liebesroman, schafft man ein Ungleichgewicht. Die Musik verlangt, dass man in Inhalt, Spiel und Bild gleichermaßen Größe und Schwere einbringt. Wenn man das mit naturalistischen Mitteln versucht, wird es unglaubwürdig. Dann muss man die Alltäglichkeit zu absurden Ausmaßen aufbauschen.
Das große Drama entsteht nicht durch übertriebenes Spiel mit großen Emotionen, auch nicht durch die Gegenbewegung dazu, den modernen Zynismus, sondern durch eine inhaltlich existenzielle Fragestellung. Das Bild, das wir in unserer Inszenierung auf der Bühne sehen, erinnert eher an Samuel Beckett: Warten auf Godot oder Endspiel. Diese existenzielle Zweifelhaftigkeit gleicht das Gewicht der Musik aus.
Wo, im Spielstil und in der Bildsprache, fallen das Erhabene der existenziellen Geschichte und das Erhabene der hyperromantischen Musiksprache zusammen? Darum geht es.
PtN Zurück zur Figur des Faust. Als alter Mann ist er verzweifelt über die Mission seines Lebens. Was weiß er schon, was hat er erreicht? Je mehr er studiert, desto mehr wird ihm bewusst, was er alles nicht weiß. Und das letzte Stückchen vom „Code der Schöpfung“ bekommt er nicht in die Hände. Dafür erhält er von Mephisto aber die Möglichkeit zur Verjüngung. Diese Verjüngung nutzt er nur, um seine körperliche Begierde zu befriedigen oder einer romantischen Liebe nachzugehen. Nicht jedoch, um das Geheimnis der Welt zu erforschen.
LdB Das erste, was Mephisto und Faust nach dieser Verjüngung sagen, ist „En route“ – lass uns gehen. Sie ziehen durch die Welt. Faust könnte von einem Bücherwurm zu einem Feldforscher werden. Aber Mephisto hat ihm auch klargemacht, was der Preis für seine gewonnene Verjüngung ist, nämlich seine Seele an den Teufel zu verkaufen. Wenn Mephisto ihm dann als Lockmittel ein Bild von Marguerite zeigt, vergisst Faust offenbar alles. Wenn er seine Seele ohnehin schon aufgegeben hat …
PtN Überall marschieren triumphierende Soldaten durch dieses Stück. Ist das nur eine Verzierung, genau wie die Studenten und die Bourgeoisie, ein Vorwand für schöne Chorszenen?
LdB Die Soldaten sind meiner Meinung nach etwas mehr als nur Lokalkolorit.
PtN Eine Armee suggeriert Verantwortung für die Gemeinschaft. „Frag nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst“, sagte John F. Kennedy.
LdB Das Problem ist nur, dass auch dieser Gemeinschaftssinn begrenzt ist. Können wir uns nicht ein Konzept ausdenken, bei dem weder unsere Kinder noch die Kinder der Gegenseite getötet werden?
Ich sehe uns die ganze Zeit als diese kleinen, nackten Wesen, die eigentlich gerne wissen möchten, warum sie hier sind, die Liebe wollen, die das Gute anstreben. Aber irgendwie finden wir überall in den kleinsten Dingen einen Grund, uns gegenseitig die Köpfe einzuschlagen. Und wir beharren darauf, dass wir selbst Recht haben.
Wenn wir also über den Unterschied zwischen dem Ego und der Gemeinschaft sprechen, dann spielt sich das sowohl zwischen mir und meiner Nachbarin ab als auch im größeren Maßstab. Unser Altruismus, unsere Empathie hat eine klare Grenze. Wenn der andere zu weit weg wohnt oder zu anders ist, dann gilt unsere Empathie nicht mehr. Dann gibt es plötzlich ein Wir-Sie-Denken. Dann gibt es plötzlich ein Schlachtfeld.
Die Rückkehr der Soldaten, die verstümmelt, verletzt, traumatisiert sind, fällt mit der Szene zusammen, in der Faust Marguerites Bruder Valentin tötet und Marguerite von der Gemeinschaft verstoßen wird. Auf allen Ebenen wird dasselbe erzählt: Es ist nicht nur Faust, der zufällig einen Vertrag mit dem Teufel unterschrieben hat. Sie alle sind vom Bösen gezeichnet, so wie wir auch.
PtN Der vierte Akt besteht aus drei Szenen: einer Szene in Marguerites Zimmer, einer Szene in der Kirche und einer Szene auf der Straße. Manchmal werden diese in einer anderen Reihenfolge gespielt. Warum?
LdB Wir tauschen die zweite und dritte Szene, also die Kirchenszene kommt nach der Szene auf der Straße. In der Straßenszene sehen wir zunächst, wie Faust Marguerite im Stich gelassen hat, wie die Bevölkerung sie verachtet und wie ihr Bruder sie verflucht, bevor er stirbt. Jede Möglichkeit auf ein gesundes, normales Leben mit ihrem Kind ist ihr genommen worden. Dann sehen wir in der Kirchenszene, wie Marguerite ihr Baby tötet. Sie ist so verzweifelt, dass selbst der Glaube sie nicht mehr von der Gräueltat abhalten kann.
PtN Im fünften Akt wird Marguerite dann doch noch gerettet und in den Himmel aufgenommen.
LdB Die sokratische Übersetzung davon könnte lauten: Es gibt keine Engel aus dem Himmel, es gibt nur Mitmenschen aus der Gemeinschaft. Sie wird unter die Menschen aufgenommen, gerade weil sie sich dafür entscheidet, die äußerste Verantwortung für ihre Taten zu übernehmen. Und das ist die ultimative Lektion für Faust. Das letzte Stückchen des „Codes“, nach dem Faust gesucht hat, liegt nicht im Wissen, sondern in den Entscheidungen.
Lotte de Beer studierte Regie an der Hogeschool voor de Kunsten Amsterdam und gewann 2015 den International Opera Award als Beste Newcomerin. Ab 2013 war sie die künstlerische Leiterin des niederländischen Ensembles Operafront. Sie inszeniert an Opernhäusern wie der Staatsoper Stuttgart, dem Aalto-Musiktheater Essen, dem Theater an der Wien, der Nationale Opera & Ballet in Amsterdam, der Opéra national de Paris, dem Gran Teatre de Liceu in Barcelona, der Israeli Opera Tel Aviv, dem Kongelige Teater Kopenhagen sowie bei der Münchener Biennale, beim Festival von Aix-en-Provence und den Bregenzer Festspielen. Mit der Spielzeit 2022/23 übernahm sie die Künstlerische Leitung der Volksoper Wien und inszenierte dort bisher Iolanta, West Side Story, La rondine, Carmen sowie Die letzte Verschwörung von Moritz Eggert. Mit Il trittico arbeitete sie 2017 zum ersten Mal an der Bayerischen Staatsoper und kehrt 2025/26 zurück für die Neuinszenierung von Faust.
Peter te Nuyl arbeitet als Autor, Dramaturg, Librettist und Komponist für Theater und Rundfunk. Er inszenierte bis 2011 u. a. Orfeo ed Euridice, Pelléas et Mélisande, Rusalka, Aufstieg und Fall der Stadt Mahagony, Der fliegende Holländer sowie die Uraufführung von Huub Kerstens Kreon an verschiedenen Theatern in den Niederlanden. Seit 2011 ist er als Dramaturg an zahlreichen Inszenierungen Lotte de Beers beteiligt, u. a. an der Malmö Opera, an der Deutschen Oper am Rhein, an der Staatsoper Stuttgart, am Theater an der Wien sowie an der Nationale Opera & Ballet in Amsterdam und beim Festival von Aix-en-Provence und bei den Bregenzer Festspielen. In dieser Funktion ist er seit 2022 auch für die Wiener Volksoper tätig. Außerdem ist er als Dozent und Pädagoge aktiv. Mit Il trittico arbeitete er 2017 erstmals konzeptionell an der Bayerischen Staatsoper und kehrt 2025/26 als Gastdramaturg für die Neuproduktion von Faust hierher zurück.