6. Akademiekonzert: Vladimir Jurowski

Im letzten Akademiekonzert der Spielzeit interpretieren Generalmusikdirektor Vladimir Jurowski und das Bayerische Staatsorchester mit Gustav Mahlers Symphonie Nr. 9 das „erste Werk der Neuen Musik“ (Alban Berg). Weder Beethoven noch Schubert oder Bruckner hatten es geschafft, über die Zahl der 9 hinauszukommen. Obwohl Mahler selbst diesen „Fluch“ für Realität hielt, komponierte er nach dem Lied von der Erde seine offizielle „Neunte“ – schon etwas lädiert vom alternden Körper und seiner leidenden Seele, hatte er zwei Jahre zuvor den größten Schicksalsschlag erlitten, den ein Vater erleiden kann. So wundert es nicht, dass er in diesem Spätwerk den Schlusssatz vom Lied von der Erde – den Abschied – zu einem Leitgedanken seiner neunten Symphonie auserkoren hat. Ein Leitgedanke, der in diesem monumentalen Werk durchgängig verwebt ist, besonders präsent in den langen und langsamen Außensätzen. Durch die „von grimmiger Lustigkeit“ anmutenden Mittelsätze, kann man am Ende aber doch den Eindruck gewinnen, als würde dieser Abschied von einem Aufbruch begleitet. Um es mit den Worten des Musikkritikers Paul Bekker zu sagen, Mahler „… schließt nicht in trüber Weltflucht aus Gram über das eigene Schicksal, sondern […] dieses eigene Schicksal vergessen lassend […], das ist Mahler und kann nur Mahler sein“.
Kommende Vorstellungen
Motiv © Serifa




