Gerhard Bohner

Geboren 1936 in Karlsruhe. Von 1954 bis 1958 besuchte er dort die Gymnastik – und Tanzschule, bevor er seine Ausbildung im Studio von Mary  Wigman in Berlin fortsetzte. Die große Künstlerin des Deutschen Ausdruckstanzes beeinflusste ihn nachhaltig.


Nach ersten Engagements in  Mannheim und Frankfurt/Main zwischen 1958 und 1961 holte ihn  Tatjana Gsovsky 1961 an die Deutsche Oper, Berlin, zunächst als Gruppentänzer, seit 1964 als Solist. Mit Gsovskys flexibler Reisetruppe, dem 'Berliner Ballett' einem  dramatischen  avantgardistischen Tanztheater, öffnete sich eine Vielfalt von Ausdrucksformen und die Gelegenheit für viele nationale und internationale Gastspiele. 1964 begann Bohner selbst choreographisch zu arbeiten, 1969 gewann er, nach Pina Bausch, den zweiten Preis beim Choreographen Wettbewerb der Kölner Sommer-Tanzakademie.

Sein wohl bedeutendsten Gruppenstück Die Folterungen der Beatrice Cenci, 1971 uraufgeführt, machte ihn auf zahlreichen Gastspielen  international bekannt. 1972 und noch einmal 1992 erhielt er den Preis des Verbandes Deutscher Kritiker. Von 1972 bis 1975 leitete er das Darmstädter Tanztheater, von 1978 bis 1981 – gemeinsam mit Reinhild Hoffmann – das Tanztheater Bremen. Im Anschluss lebte er als unabhängiger Choreograph  und Tänzer in Berlin, wo, meistens in Zusammenarbeit mit der Akademie der Künste, eine Reihe von herausragenden Soloarbeiten entstand, die ihn, bis kurz vor seinem Tod, zu vielen Gastspielen führten.
1992 starb Gerhard Bohner in Berlin.