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Nachruf: Patrice Bart

Wenige Monate nach Vollendung seines 80. Lebensjahres ist Patrice Bart am 6. Oktober 2025 verstorben.

Das Bayerische Staatsballett verdankt Patrice Bart die choreographische Gestalt seiner im In- und Ausland stark beachteten Produktion des Ballettklassikers La Bayadère, die im März 1998 herauskam. Bart verstand diese Produktion als „re-lecture“; er war nach eigener Aussage davon besessen, der Tradition gleichermaßen die Ehre zu erweisen und mit der Produktion dennoch in der Moderne anzukommen. In der Musik von Minkus sah er Ausgangspunkt und Stimulus für sein choreographisches Denken und Handeln, auch auf Seiten der Tänzer:innen war ihm Musikalität enorm wichtig. Bart sah den kreativen Prozess als Abfolge von Begegnungen an, so war es nur folgerichtig, dass er auch nach der Premiere im Jahre 1998 den Kontakt zur Compagnie hielt und anlässlich der Wiederaufnahme im Jahr 2023 mit den zum Teil neu besetzten Tänzer:innen persönlich zu arbeiten. La Bayadère wurde in München bereits über hundertmal gespielt und zuletzt im Mai und Juni 2024 fünfmal am Teatro Real in Madrid gezeigt.

Patrice Barts Name verbindet sich auch mit den anderen großen Ballettklassikern. Giselle wurde von ihm sowohl für die Opéra national de Paris (1991) als auch für das Teatro alla Scala in Mailand (1996) neu gefasst. Ebenfalls für Paris entstand eine neue Coppélia (1996). An der Staatsoper unter den Linden in Berlin entstand schließlich die Trias Schwanensee (1997), Der Nussknacker (1999) und Romeo und Julia (2002). Als Choreograph wie auch in seiner langjährigen Tätigkeit als Ballettmeister und «Associé à la Direction de la Danse» an der Opéra national de Paris hat er entscheidenden Anteil daran gehabt, dass das kostbare Erbe des klassischen Balletts über Generationen hinweg weitergetragen werden konnte.

Das Bayerische Staatsballett spricht den Hinterbliebenen sein tief empfundenes Beileid aus und wird Patrice Bart ein ehrendes Andenken bewahren.

 

 

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