Barbra Were Amanya – 22, Tuba
Ich bin in Namuwongo aufgewachsen, einer großen informellen Siedlung in Kampala – einem „Slum“, wie wir in Uganda sagen. Das Leben war ein täglicher Kampf, und Hoffnung schien weit entfernt.
Schon früh träumte ich davon, eine wichtige Persönlichkeit zu werden. Doch viele glaubten nicht an mich – vor allem, weil ich ein Mädchen bin. In unserer Gesellschaft überwiegt die Meinung, dass Mädchen und Frauen in die Küche gehören und sich um den Haushalt kümmern sollen.
Musik und Instrumente zu lernen, ist in Uganda teuer und für viele Familien – auch für meine – unerschwinglich. Es schien, als sei Musik nur für andere bestimmt.
Ich kam über eine lokale Organisation, die von Brass for Africa unterstützt wurde, zur Band. Zunächst faszinierten mich die goldenen Blechblasinstrumente – sie waren so schön und in meiner Umgebung völlig unerwartet.
Hier begann meine Reise. Ich lernte, an mich zu glauben, meine Stimme zu finden und in jeder Situation weiterzumachen. Musik wurde für mich mehr als Klang – sie wurde zu Hoffnung und Perspektive.
Nach meiner Ausbildung zur Musik- und Life-Skills-Lehrerin kehrte ich zurück, um junge Menschen zu unterstützen, die ähnliche Herausforderungen erleben wie ich damals. Als Lehrerin, Mentorin und Tubacoach in der reinen Mädchenband „Tayside Pearls“ übernahm ich Verantwortung und wuchs in eine Führungsrolle hinein.
Als Solistin durfte ich mit dem North Netherlands Orchestra auftreten und meine Musik auch in Europa präsentieren.
Heute bin ich eine selbstbewusste Musikerin, Pädagogin und ein Vorbild – dankbar dafür, dass Musik mir den Weg dafür bereitet hat.