Pumuckl und das große Missverständnis

Interview mit Marcus H. Rosenmüller

von Verena Schmöller

Der Pumuckl erkundet gern die Welt, zieht durch die Straßen Münchens und lernt mit jedem Mal ein bisschen mehr von den seltsamen Eigenheiten der Menschen, Orte und Sachverhalte kennen. So auch im neuen Kinofilm PUMUCKL UND DAS MISSVERSTÄNDNIS, wo er sich auch im Nationaltheater umsieht. Ja, der Film spielt auch in der Bayerischen Staatsoper. Ein guter Grund, um mit Regisseur Marcus H. Rosenmüller vor dem Kinostart über seine Liebe zur Oper, den Cameo-Auftritt von Jonas Kaufmann und die Musik im Film zu sprechen. Und darüber, welche Oper am besten zum Pumuckl passt.
 

„Mich zieht es in die Welt der Musik!“, ruft der Pumuckl und hüpft sodann durchs Münchner Opernhaus. Wie kam es dazu, dass die Geschichte auch im Nationaltheater spielt?
Ja, tatsächlich ist es so, dass ich schon bei der ersten Staffel einmal den Vorschlag gemacht hatte, ob nicht eine Folge in der Oper spielen könnte. Ich mag diesen Ort sehr. Als ich dann erfahren habe, dass ein Teil des Kinofilms in der Oper spielen würde, fand ich das natürlich großartig.

Was begeistert dich an der Oper ganz allgemein … 
Ich mag die Welt der Oper so sehr, weil es so eine tolle Mischung ist aus Handwerksberufen, Kunst und ganz wilden Leuten. Die Oper hat etwas Edles, einfach Großartiges, aber auch etwas Gediegenes und ist natürlich ein Ort, wo jemand, der schüchtern oder bescheiden ist, nichts auf der Bühne zu suchen hat. Diese Gegensätze ziehen sich an. Deswegen war das natürlich ein toller Schauplatz.

… und am Münchner Haus im Besonderen?
Ja, und die Bayerische Staatsoper ist für mich ein ganz toller Ort. Dort etwas aufführen oder drehen zu dürfen, ist für mich eine große Ehre. Ich muss sagen, dass ich immer noch sehr aufgeregt bin, wenn ich dort bin: schon ein sehr ehrenwürdiges Haus!

Genau das, finde ich, strahlen auch die Figuren im Film total aus. Jede und jeder macht sich immer ein wenig größer, wenn es um die Oper geht.
Ja, das finde ich auch so schön, zum Beispiel wenn Ilse Neubauer von der Oper schwärmt: „Einmal im Jahr in die Oper, wo die Musik so braust…“ und dann nimmt der Michi ihr die Karten aus der Hand: „Ja, gut, dann nehm‘ ich’s.“ Über diesen Moment haben wir ein wenig diskutiert, Frederic Linkemann (der Michi Vornberger im Film spielt) fragte mich: „Soll ich das wirklich machen? Da komm‘ ich aber nicht gut weg.“ Ich fand das jedoch sehr lustig, und er kommt auch nicht gut weg!

Und zeigt eben auch, welche Wirkung die Oper hat. Das Opernhaus ist nicht nur Schauplatz, sondern ihr gebt der Oper diesen erhabenen Platz, den sie ja auch schon in den alten Folgen hatte. Ich glaube, du schaffst auch beim Kinderpublikum das Verlangen, einmal in die Oper zu gehen: Da werden einige Kinder aus dem Kino kommen und sagen: „Mama, Papa, ich will auch mal in die Oper.“
Das wäre doch toll! Das fände ich großartig und das würde mich doppelt freuen.

Auch einer der großen Stars des Hauses hat einen Auftritt im Film. Wie kam Jonas Kaufmann zu seiner Cameo-Rolle?
Die Überlegung war: Wir haben hier in München jemanden, der einer der größten Tenöre der Welt ist – vielleicht haben wir ja eine Chance, weil „Pumuckl“ Türen öffnet? Und so war es. Ich glaube, seine Frau ist ein großer Pumuckl-Fan.

War es schwierig, eine Drehgenehmigung zu bekommen?
Wie gesagt, „Pumuckl“ öffnet die Türen, auch beim Szenenbild und den Locations. Wenn man sagt: „Wir würden dort gerne drehen, und wir drehen für den „Pumuckl““, dann sagen alle: „Pumuckl, ja, ok“. Wir haben in der Nacht gedreht, konnten aber erst ab 22 Uhr in die Oper und sind bis 6 Uhr geblieben. Unsere armen Komparsen, die mussten einiges aushalten. Wir hatten noch viel mehr Sachen gedreht, mussten aber leider doch etliche Schauplätze wieder rausschneiden, weil der Film sonst zu lang geworden wäre. Wie der Pumuckl zum Beispiel da im Opernhaus herumgespenstert oder auch auf der Suche nach einem Leimtopf ist, aber wie gesagt, das wäre zu lang geworden.

Auch die Musik spielt eine große Rolle im Film. „Musik ist gut für die Seele“, sagt der Pumuckl. Wie wichtig war oder ist dir die Musik?
Ja, sehr wichtig. Musik ist die direkteste Quelle der Emotionen. Wenn ich dir ein Musikstück vorspiele und sage, so fühle ich mich gerade, dann weißt du sofort, ob ich traurig, nachdenklich, lustig oder wie ich auch immer bin. Zum Pumuckl, finde ich, passt genau das, was ich an der Oper zuvor inszeniert hatte, Rossini, da ist so eine tolle Lebenseinstellung, so eine Lust drin. Oder andersherum: Der Pumuckl hat eine Energie wie eine Rossini-Oper.

Von Rossini stammt auch ein Teil der Musik zum Film.
Genau. Für den Kinofilm haben wir Stücke aus Rossinis „La Cenerentola“ genommen und unser Komponist, Michael Regner, hat sie mit Blasmusik variiert und auch in seine Filmmusik reingepackt. Das ergibt eine schöne Energie, einen guten Drive.

So wie der Pumuckl.
Genau, so wie der Pumuckl.

PUMUCKL UND DAS GROSSE MISSVERSTÄNDNIS

Marcus H. Rosenmüller & Verena Schmöller
Marcus H. Rosenmüller & Verena Schmöller
Pumuckl in der Bayerischen Staatsoper
Pumuckl in der Bayerischen Staatsoper
Jonas Kaufmann
Jonas Kaufmann
J. Kaufmann, F. Brückner, M. Bundschuh
J. Kaufmann, F. Brückner, M. Bundschuh
Florian Brücker & Matthias Bundschuh
Florian Brücker & Matthias Bundschuh
Florian Brückner (Meister Eder)
Florian Brückner (Meister Eder)

Pumuckl in der Bayerischen Staatsoper
© Constantin Film/NEUESUPER/RTL


Jonas Kaufmann; J. Kaufmann, F. Brückner, M. Bundschuh; Florian Brückner & Matthias Bundschuh
© Constantin Film/NEUESUPER/RTL/Marc Reimann

Florian Brückner (Meister Eder)
© Geoffroy Schied

Behind the Scenes
© Geoffroy Schied; Constantin Film/NEUESUPER/RTL