LAUDATIO ZUM GLANZLICHT 2025

Liebe Tänzerinnen und Tänzer,  lieber Laurent Hilaire, liebes Team des Bayerischen Staatsballetts, liebes Publikum,

Es ist ein Vergnügen und eine Ehre, Sie am Ende der Premiere des «Nussknackers» (in der hellsichtigen Version von John Neumeier) als «Glanzlicht des Jahres 2025» auszuzeichnen – im Namen des Magazins «tanz» aus Berlin. Dieses «Glanzlicht» haben wir im Rahmen der Jahrbuch-Umfrage unter unseren Kritikern und Kritikerinnen ermittelt. Es spiegelt: Ihre technische Brillanz, Ihren künstlerischen Ausdruck – kurz: die Strahlkraft des Bayerischen Staatsballetts. Rein rechnerisch ergibt sich das «Glanzlicht» aus allen Nennungen, die sich innerhalb der Umfrage auf Ihre Compagnie beziehen: Von Tänzern und Tänzerinnen über Inszenierungen und Dirigate bis hin zum Gesamteindruck des Ensembles.

Fazit: Die Saison 2024-25 des Bayerischen Staatsballetts hat rundum überzeugt – nicht nur die Kritik, sondern ganz gewiss auch das Publikum. Lassen Sie mich etwas hinzufügen, das mir am Rand verschiedener Interviews und Probenbesuche im Balletthaus aufgefallen ist. Bei solchen Gelegenheiten erspürt die Besucherin ganz nebenbei auch das Klima, die Stimmung im Haus:  Wenn Tänzer kommen und gehen, einander begrüßen oder verabschieden. All die kleinen Routinen und Rituale bringen, genau wie die Aushänge am schwarzen Brett, die feinen Nuancen des Alltags zum Schwingen. Eindruck des Zaungasts: Das läuft hier harmonisch, auf der Bühne wie hinter den Kulissen. Von Pina Bauschs «Sacre du printemps» über «La Sylphide» in der Fassung von Pierre Lacotte bis hin zum «Nussknacker» haben wir hochklassiges Ballett-Theater erlebt – wie es eben einer Compagnie glückt, über die ein Danseur Ètoile der Pariser Oper wacht – im Übrigen der erste Stern, den Rudolf Nurejew seinerzeit am Pariser Tanz-Firmament aufgehen ließ. In München hat Laurent Hilaire seit 2022 eine Compagnie versammelt, die von der Spitze bis ins Corps de ballet glänzt und strahlt und leuchtet!

Noch bevor Sie hier antraten, lieber Laurent Hilaire, haben Sie mir in einem Gespräch gesagt: «Für mich ergänzen sich klassisches Ballett und zeitgenössisches Ballett perfekt. Wir müssen die Meisterwerke präsentieren – aber gleichzeitig müssen wir mit unserer Zeit gehen. Der magische Moment ist, wenn Tänzer in der Lage sind, eine Art Leben auf der Bühne zu erschaffen – gemeinsam zu erschaffen. Letztlich ist das mein Ziel: Exzellenz, Qualität und Identität.» Ich würde sagen: «mission accomplished», und zwar mit Bravour.

Diesen von Ihnen allen gemeinsam errungenen Erfolg würdigen wir mit dem Titel «Glanzlicht des Jahres 2025» – herzlichen Glückwunsch!

München, 2. November 2025

Dr. Dorion Weickmann, tanz – Zeitschrift für Ballett, Tanz und Performance