19.00 Uhr | Deutsches Museum

4. Themenkonzert 2016

Konzert

Konzert

4. Themenkonzert 2016

Zur Uraufführung von Miroslav Srnkas Oper "South Pole"

Im Deutschen Museum werden um 18:00 Uhr und 18:20 Uhr Kurz-Führungen zur Ausstellung Meeresforschung gratis angeboten. Führungstickets sind nur in Kombination mit einer Karte für das Themenkonzert an der Tageskasse der Bayerischen Staatsoper erhältlich.

 

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Vortrag
Prof Dr. Ute Frevert (Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin)
“To go forward and do our best for the honour of the country“: Vermessene Gefühle

Edvard Grieg
Zwei Lieder der Solveig aus Peer Gynt

Miroslav Srnka
Dreizehn Lieder für mittlere Stimme und Klavier nach Postkarten von Jurek Becker (1937–1997) an seinen Sohn Jonathan (*1990) (2007)

Ralph Vaughn Williams
Songs of Travel für Bariton und Klavier nach Gedichten von Robert Louis Stevenson

 

Zur Führung
Bereits vor Amundsen und Scott brach Erich von Drygalski im Januar 1901 mit dem Forschungsschiff "Gauss" zu einer Expedition in die Antarktis auf, wo er zahlreiche Messungen durchführte. Später überließ er dem Deutschen Museum ein Modell des Schiffes. In der Führung in der Ausstellung Meeresforschung erfahren Sie mehr zu dieser und anderen Expeditionen in ferne Welten.


Robert Falcon Scotts und Roald Amundsens Wettlauf zum Südpol hat schon unter ihren Zeitgenossen Furore gemacht. In einer Zeit, die die Grenzen des Machbaren immer weiter verschob und überschritt, galten solche Expeditionen als Aushängeschilder des Menschenmöglichen. Anders als bei heutigen Erkundungen des Weltraums standen damals nicht Wissenschaft und Technologie im Vordergrund, sondern das menschlichmännliche Vermögen, natürliche Widerstände durch eisernen Willen und vollen körperlichen Einsatz zu überwinden. „To go forward without fear and panic“, wie Scott in seinem Tagebuch schrieb, war das Motto, das nicht nur ihn bewegte. Hinzu kam ein zweites: „Do our best for the honour of the country“. Die Ehre der Nation war um 1900, in einer Periode des europaweiten Hypernationalismus, ein hohes Gut, für das es sich lohnte, individuelle Höchstleistungen und persönliche Opfer zu bringen. Selbstverständlich trug Amundsen die norwegische Flagge im Gepäck, ebenso wie Scott den Union Jack mitführte. Und selbstverständlich wurde die Rivalität der beiden Teams auch mit Blick auf nationale Machtansprüche beobachtet und kommentiert. Der Vortrag beleuchtet die in jener Rivalität zum Vorschein kommenden „vermessenen Gefühle“ aus historischer Perspektive: Was bedeutete Ehre? Was verband nationale und männliche Ehre? Welche Vorstellungen des Heroischen kamen zum Tragen? Wie verhielten sich Mut und Risikobereitschaft zu Verantwortung und Fürsorge? Wann und worum konkurrierte man, wann und warum kooperierte man? Die Vermessung historischer Gefühlslagen soll im Rahmen dieses Vortrags einerseits die Situation um 1911 deutlicher konturieren, andererseits aber auch dazu einladen, Veränderungen im 20. und frühen 21. Jahrhundert aufzuspüren.

Ein Projekt mit Konzerten und Vorträgen in Zusammenarbeit mit der Max-Planck-Gesellschaft

Besetzung