#5 WirSindBSO

mit Norbert Graf (Ballettmeister, Choreograph und Charaktertänzer) und Tobias Truniger (künstlerischer Leiter des Opernstudios)

NG Norbert Graf
TT Tobias Truniger
HV Hannah Vogler

HV: Freut mich sehr, dass wir uns hier auf der Seufzerbrücke zum Gespräch treffen können! Ich habe an euch gedacht, weil ihr beide mit jungen Menschen arbeitet, die noch eher am Anfang ihrer Karriere stehen. Ich finde es interessant herauszufinden, wo es in eurer Arbeit vielleicht Überschneidungen und ähnliche Erfahrungen gibt. Habt ihr das Gefühl, dass sich die Anforderungen an junge Menschen in eurem jeweiligen Bereich verändert haben?

NG: Die Anforderungen sind unter keinen Umständen gleichgeblieben! Die Ausbildung ist eine ganz andere, um einiges professioneller geworden, und das Niveau hat sich deutlich gesteigert. Ich glaube, ich lehne mich jetzt nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage, ich würde heutzutage wahrscheinlich keinen Job mehr in dieser Institution kriegen, weil das Niveau einfach so viel höher geworden ist. Ich glaube auch, dass die junge Generation wesentlich bewusster mit sich selbst und ihren Ressourcen umgeht. Für die Tanz-Sparte kann ich also sagen, dass sich da wahnsinnig viel getan hat, und ich wirklich erstaunt bin und ich meinen Hut ziehe vor der heutigen Generation, die mit 18, 19 Jahren oft schon wahnsinnig professionell sind.

TT: Ich glaube beim Gesang ist das sehr ähnlich. Ich würde es vielleicht nicht ganz so extrem formulieren wie Norbert, aber ich denke auch, dass die Ausbildung für die jungen Sänger:innen um einiges anspruchsvoller geworden ist. Ich glaube, dass sich das Level des Mittelfelds extrem angehoben hat, das heißt das Level der Sänger:innen, die an den mittleren und kleinen Häusern singen (zum Beispiel mit einem Ensemble) - ich glaube tatsächlich, dass dieses nicht zu vergleichen ist mit dem, was früher war. Das “Durchschnittslevel” ist unglaublich viel höher geworden. Alter zählt in dem Sinne schon auch, weil man einfach gerne junge Energie erlebt und hört - es könnte sein, dass dieses Phänomen das ganze Geschäft insgesamt ein bisschen schneller macht. Unter Umständen bleibt dadurch ein bisschen weniger Zeit, sich wirklich in Ruhe zu entwickeln – auch wenn man bereits im Beruf drin ist.

NG: Ja, das ist schon Teil der Gegenwartskultur und lässt sich auch bei uns beobachten, im Positiven wie im Negativen. Die Tänzer:innen sind sich jetzt wesentlich bewusster, dass ihre Arbeit endlich ist, gleichzeitig haben sich deren Möglichkeiten vervielfältigt. Wir haben viele Tänzer:innen, die parallel studieren, d.h. ein Fernstudium machen, und dafür auch von Seiten unseres Ballettdirektors immer wieder freigeschaufelt werden - ein Tänzer war beispielsweise zwei Monate weg, um ein Praktikum als Psychotherapeut in einer Klinik zu machen.

TT: Ich glaube auch was die Perfektion anbelangt hat sich einiges verändert, und es geht hier nicht nur um das Sängerische im Sinne der Stimmqualität, es geht auch um andere Dinge: musikalische Zuverlässigkeit und sprachlich präzise zu sein. Da gibt es zum Beispiel noch aus den 70er Jahren wirklich phänomenale Aufnahmen von einigen Sänger:innen, die ein nicht sehr präzises Französisch singen. Das würde man heute einfach nicht mehr akzeptieren. Mit diesem extremen Perfektionsstreben geht aber durchaus manchmal eine andere Qualität verloren. Beim Singen wird heutzutage oft gesagt, dass alles sehr uniform wird - jede:r beherrscht sein Handwerk wirklich gut, aber viele Menschen vermissen tatsächlich diese Form von richtig persönlich gefärbtem Gesang. Und das hat auch ein bisschen etwas damit zu tun, dass die Welt teilweise so viel kleiner geworden ist. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zum Beispiel gab es sowohl im Gesang, als auch in der ganzen Instrumentalmusik richtig verschiedene Schulen - die italienische Schule, die französische Schule, ein ganz anderes Klangbild wurde in England geprägt. Singen hat auch viel mit der Muttersprache zu tun, und wird davon geprägt und individuell besonders.

HV: Habt ihr das Gefühl, dass man vielleicht am Anfang der Karriere noch ein bisschen freier ist und weniger “geformt”?

NG: Wir haben hier beim Bayerischen Staatsballett die Junior Company gegründet unter der Prämisse, Tänzer:innen nach ihrer Ausbildung zwei Jahre lang weitere Erfahrungen zu ermöglichen. Diese Zeit in der Junior Company wird sogar auch als Masterabschluss anerkannt. Für die jungen Leute bringt es fantastische Möglichkeiten: bei “den Großen” zu partizipieren, ihre eigenen Premieren zu haben und auf Tournee zu gehen. Das ist natürlich ein riesen Schatz und etwas, was sie mitnehmen können für ihre ganze Karriere. Normalerweise haben wir ein- bis zweimal im Jahr Vortanzen - da sind dann circa 150 Tänzer:innen im Ballettsaal. Für alle ein anstrengender, belastender Prozess, auch wenn man dann nach einer Übung zum Beispiel sagen muss: Nummer eins, drei, 15, tut mir leid… Wenn man anschließend die Tänzer:innen wirklich zwei Jahre begleiten kann und sie wachsen sieht, das ist schon eine super Sache - eigene Premieren mit Uraufführungen, pro Jahr mindestens zehn Tourneen und dazu noch der Repertoire-Betrieb hier, das ist schon ein strenges Programm! Aber wie du sagst, wenn man jung ist und da wirklich Lust drauf hat, dann ist das super!

TT: Bei uns im Opernstudio ist das ein bisschen ähnlich wie bei eurer Junior Company. 20 Tourneen haben wir nicht, aber wir haben auch eine studioeigene Konzerttätigkeit, zwölf bis 14 große Konzerte auch außerhalb des Bühnenbetriebs hier, dazu noch das Übernehmen kleinerer Rollen auf der großen Bühne des Nationaltheaters, und eine eigene Produktion im Cuvilliés-Theater. Einen gewissen Studien-Aspekt gibt es schon auch noch bei uns: Wir versuchen, die individuellen Schwächen an die Stärken anzugleichen und die Stärken Stärken bleiben zu lassen, was aber auch manchmal gar nicht so einfach ist - eine maßgeschneiderte Hilfestellung würde ich sagen. Dann beobachten wir die jungen Sänger:innen und ein, zwei werden dann nochmal für ein paar Jahre ins Ensemble der Bayerischen Staatsoper übernommen, wenn es von beiden Seiten aus passt. Und die anderen breiten die Flügel aus und suchen ihr Glück woanders.

NG: Diese Erfahrung ist schon ein Wettbewerbsvorteil. Die Leitung der Junior Company hat sich über die Jahre auch professionalisiert und weiterentwickelt, z.B. mit einem Tourenmanager und einer professionellen Leitung, und der Zuspruch ist mittlerweile riesig. Insgesamt haben wir 16 junge Tänzer:innen in der Junior Company, und wir versuchen immer, im einjährigen Wechsel jeweils acht auszutauschen, das heißt sie bleiben insgesamt zwei Jahre. Wir haben jetzt aktuell für vier Plätze über 500 Bewerbungen erhalten - das ist schon toll zu sehen, mit welch großem Erfolg sich das etabliert hat. Eine sehr, sehr dankbare Aufgabe, auf jeden Fall!

TT: Eigentlich machen wir wirklich so ungefähr dasselbe, auch von der Struktur her gibt es große Ähnlichkeiten. Im besten Fall dauert das bei uns auch ganze zwei Jahre. Manchmal verabschieden wir uns von jemandem, oder manchmal entscheiden das die Sänger:innen selbst. Es gibt auch Sänger:innen, die einfach nach dem ersten Jahr schon so viele Angebote haben, dass man sich denkt, “geh und flieg”. Aber deswegen hat sich es bei uns auch so ergeben, dass die Hälfte im ersten Jahr ist, und die andere Hälfte im zweiten Jahr. Die im ersten Jahr können von den Erfahrungen des zweiten Jahres profitieren, und die im zweiten Jahr bekommen ein bisschen Druck bzw. Motivation, weil schon wieder die Neuen nachrrücken. Wir haben sechs Plätze frei, manchmal sind es auch nur vier, und lustigerweise sind die Bewerbungszahlen immer ungefähr gleich: Wir bekommen um die 950 Videos zugesendet, die ich dann sichte.

NG: Werden die Bewerber:innen dann teilweise eingeladen oder wie ist euer Prozedere?

TT: In der ersten Runde geht im Grunde alles über Video: sie schreiben uns, wer sie sind und was sie bisher gemacht haben. Zusätzlich schicken sie meistens drei bis vier Videos, und da ackere ich mich dann durch alles durch. Ich muss ganz ehrlich sagen: Ich kann schon ziemlich schnell einkreisen, wer für das Opernstudio interessant ist und wer nicht. Das heißt nicht, dass die Sänger:innen, die einen nicht interessieren, alle schlecht sind, überhaupt nicht! Aber es muss einfach passen und für uns stimmig sein. Und dann habe ich so ein Computerprogramm, mit einem Ja-Knopf..

NG: ...der goldene Buzzer...

TT: Haha ja genau! Und wenn ich merke, dass ich ein bisschen “zu lange” an einem Video kleben bleibe, dann ist das ein gutes Indiz für den “Ja-Knopf”. Der November ist normalerweise ein ziemlich anstrengender Monat, weil ich auch einfach wirklich jeder und jedem die Chance mit dem Video geben möchte.

NG: Bei uns schicken die Tänzer:innen, die sich bewerben, erstmal ein Video mit einer klassischen Variation. Im Anschluss wird den Bewerber:innen tatsächlich von uns ein Video geschickt von einer modernen Variation, die sie dann einstudieren und als Aufnahme zurückschicken. Dieses Vorgehen ist natürlich super für die Bewerber:innen, die von weiter weg kommen. Mit dem digitalen Zeitalter hat sich in dieser Hinsicht wirklich vieles verbessert.

TT: Aber seht ihr die Bewerber:innen dann auch noch persönlich? Oder engagiert ihr sie wirklich auf Grundlage der Videos? Wir machen eine Auswahl aufgrund der Videos, und dann laden wir diese 30, die auf dem “Ja-Stapel” gelandet sind, noch vor Ort ein.

NG: Ja das stimmt, das meiste kommt bei uns tatsächlich von den Videos. Es gibt natürlich auch Tänzer:innen, zum Beispiel aus den Vereinigten Staaten, die sind für ein paar Wochen in Europa unterwegs und machen dann “Vortanz-Hopping”. Das versuchen wir natürlich auch zu berücksichtigen, bzw. möglich zu machen.

HV: Es wirkt wahrscheinlich akustisch auch einfach nochmal anders beim Gesang, wenn man die Sänger:innen live, also nicht auf Video sieht bzw. hört?

TT: Ja, das auch. Ich habe Tanz immer sehr gerne gemocht und ich finde schon, dass eigentlich beim Tanz die persönliche Ausstrahlung genauso dazugehört wie beim Gesang. Man denkt sich manchmal ja, “wenn die
Pirouette sauber ist, dann ist es alles getan”, aber ich finde Timing und alle diese Dinge, die einen richtig guten Tänzer auch ausmachen, würde man wahrscheinlich auch live noch ein bisschen besser erkennen können, oder?

NG: Ja das stimmt. Aber es ist auch wie du sagst: mit der Erfahrung weiß man weiß recht schnell, was man sucht.

HV: Ich habe kürzlich Tschaikowski-Ouvertüren angeschaut, und da gibt es eine Passage, bei der zwei Sänger:innen vom Opernstudio auf der Bühne singen, während ein Tänzer des Bayerischen Staatsballets dazu ein Solo tanzt. Das war ja gewissermaßen ein spartenübergreifendes Projekt, zumindest im Kleinen - inwiefern seht ihr Potenzial solcher Zusammenarbeiten?

NG: Ich finde es wunderbar, wenn man die Musik präsent hat, und sie wirklich sicht- und greifbarer wird. Zu Corona-Zeiten habe ich ein Projekt mit unserem Generalmusikdirektor Vladimir Jurowski gemacht, Die Geschichte vom Soldaten, wo wir das Orchester und den Tanz wirklich nebeneinander hatten und diese auch teilweise korrespondiert haben. Ich finde das unglaublich spannend und eine dankbare Geschichte. Ich sehe das auch immer mehr Choreograph:innen aufgreifen: weil Tanz kann nicht ohne Musik sein.

TT: Ich glaube, dass auch Musiker:innen davon profitieren können! Gerade bei den Tschaikowski-Ouvertüren war es schön: zwei russische Sänger:innen, die beide eine große Wertschätzung für den Tanz haben, konnten mit dem Ballett zusammenarbeiten. Wir hatten auch mal ein Projekt mit Tänzer:innen der Bosl-Stiftung gemacht: Sänger:innen und ein Pianist vom Opernstudio sind dabei zusammen mit den Tänzer:innen aufgetreten, bei einem Festival in Andechs. Das habe ich insgesamt als sehr schönen Austausch erlebt.

NG: Waren das die Schubert Lieder?

TT: Ja, genau!

NG: Dafür habe ich damals auch choreografiert!

TT: Ach lustig - siehst du, dann haben wir doch ein bisschen mehr zusammen gearbeitet bisher als gedacht!

HV: Noch eine ganz andere Frage: welches Objekt aus eurem Arbeitsalltag habt ihr denn mitgebracht, und weshalb?

NG: Es gibt für jedes Ballett, das ich betreue, einen von mir geschriebenen “Schlachtplan”. Da sind die Schritte grob aufgeschrieben, die Formationen und wer was wann macht. Alice im Wunderland ist eine sehr aufwändige Produktion, an der viele Tänzer:innen beteiligt sind: die Compagnie des Bayerischen Staatsballetts, die Junior Company, Ballettschüler:innen, das Opernballett und die Statisterie. Es ist also ein irrsinniges Kommen und Gehen, und an einer Stelle des Stücks werden zwölf Tänzer:innen aus der Compagnie ins Publikum geschickt, damit sie von den Rängen Blütenblätter ins Publikum schmeißen. Auf dieser Zeichnung sieht man, wo, in welche Türen, und in welchem Rang sie raus müssen, um diese Blütenblätter zu schmeißen.

TT: Ich habe mein Ipad mitgebracht, was sich in der Musikwelt meiner Wahrnehmung nach seit ca. sechs Jahren etabliert hat. Ich habe das damals vor allem bei Meisterkursen gesehen, in denen es viele amerikanische Sänger:innen gab. Die kamen dann mit ihrem Ipad, und ich fand das zunehmend interessant - da ich nicht so ein technik-affiner Mensch bin, bin ich aber erstmal nicht auf den Trend mit aufgesprungen. Dann habe ich mir irgendwann doch eins besorgt, und mittlerweile habe ich wirklich eine riesige Bibliothek auf dem Ipad, von Händel bis Wagner über moderne Stücke ist alles dabei. Das ist sehr praktisch, weil ich keine Noten mehr schleppen muss.

HV: Vor dem Hintergrund, dass ihr beide jetzt schon lange an der Bayerischen Staatsoper bzw. dem Bayerischen Staatsballett arbeitet würde mich noch interessieren - gibt es eine Begegnung oder ein Erlebnis aus all den Jahren, die euch besonders in Erinnerung geblieben ist?

NG: Eine Sache die mir einfällt wäre, als ich mit unserem derzeitigen Ballettdirektor Laurent Hilaire eines Tages in der Probe saß und es ein Missgeschick bzw. einen Fehler beim Tanzen gab - und dann hat er sich nicht aufgeregt, sondern angefangen, ganz herzlich zu lachen! Das war zu dem Zeitpunkt etwas, was ich seit über fünf Jahren nicht mehr im Ballettsaal gehört hatte, und insofern eine sehr emotionale Geschichte. Für mich hat sich damit eine neue Welt bzw. eigentlich eine alte Welt wieder geöffnet - ich finde, dass alles, was wir tun, aus dem Menschlichen entspringen sollte, und Humor ist ein ganz großer Teil davon.

TT: Bei mir ist es eigentlich auch nicht eine Begegnung, die ich an einer Person knüpfen würde - es gibt aber immer wieder Produktionen, die einem wirklich die Augen öffnen oder die in einem unerwartet eine Seite zum Schwingen bringen. Da gab es zum Beispiel eine, die mir sehr in Erinnerung geblieben ist, Aus einem Totenhaus. Diese Inszenierung habe ich mir wirklich glaube ich acht oder neun mal angeschaut, weil sie mich so beeindruckt hat.

NG: Für diese Momente leben und arbeiten wir hier ja auch im Grunde.

HV: Als Abschlussfrage: Wenn ihr jetzt beide zurückblicken und eurem Vergangenheits-Ich sozusagen einen Ratschlag geben könntet, am Anfang der Karriere – würde euch eine Sache einfallen, die man sich selber vielleicht damals gerne gesagt hätte?

NG: Ich bin äußerst dankbar für alles, was mir widerfahren ist. Es hat mich als Mensch und als Künstler weitergebracht, egal ob es gut oder schlecht war, und deswegen würde ich auch gar nichts groß dran ändern, bzw. anders machen wollen.

TT: Ich finde das total nachvollziehbar und würde noch etwas erwähnen, bei dem ich tatsächlich wenn ich rückblicke feststelle, dass ich das damals hatte und vielen wünsche: dieses Vertrauen in sich selbst.

NG: Das kann manchmal das Schwerste sein.

TT: Ich war damals ziemlich jung als ich die Schweiz verlassen habe, um bei einem Klavierprofessor zu studieren. Der hatte damals wirklich eine Art des Unterrichtens, die würde heute gar nicht mehr gehen. Aber irgendwie fand ich das damals gar nicht so schlimm, und bei all der Kritik habe ich innen drin immer gewusst, “das ist mein Ding und ich tu's - manche werden an mich glauben und andere nicht, who cares.” Also ich habe nie auch nur eine Sekunde gezweifelt, und das wünsche ich wirklich vielen. Der Beruf ist so, du kannst nicht jedem gefallen, du musst mit Kritik umgehen können, du kriegst immer Feedback, und das sind Dinge, die einen auch schon mal durchaus richtig durcheinanderbringen können. Da wünsche ich mir, dass das Vertrauen in sich selber so klar ist und so unumstößlich, dass man wirklich seinen Weg gehen kann.

NG: Das stand auch bei mir nie außer Frage, wo es letztendlich hingehen soll. Aber es spielen natürlich auch immer die Zweifel mit, dass man sich selbst genügt und dem, was man eigentlich vor hat, und das ist natürlich auch persönlichkeitsbezogen. Dass man etwas zwar machen will, es sich aber nicht zutraut, Ängste mit sich rumträgt oder sich auch (wie ich es auch teilweise gemacht habe) selbst belügt, was die eigenen Fähigkeiten angeht. Aber diese Grundeinstellung, dieses Wollen und das nie in Zweifel stellen, ich glaube, das gehört zum Künstlertum eigentlich dazu. Besonders durch die anfangs besprochene aktuelle Situation und den Konkurrenzkampf, das hohe Niveau, das überall herrscht. Also da muss man wirklich brennen und dahinter sein.

HV: Vielen vielen Dank für das schöne Gespräch!

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