Ludwig van Beethoven

Der 1770 in Bonn geborene und 1827 in Wien gestorbene Pianist und Komponist erhielt seine Ausbildung bei seinem Vater, der Sänger an der kurkölnischen Hofkapelle war, sowie beim Bonner Hoforganisten Johann Gottlieb Neefe, den er bald im Dienst zu vertreten begann. Darüber hinaus wirkte er als Cembalist und Bratschist in der Hofkapelle. Der aus Wien stammende Graf Ferdinand Ernst von Waldstein erwies sich als Beethovens erster Förderer und vergab nicht nur Kompositionsaufträge, sondern fädelte auch einen Studienaufenthalt in Wien ein. Ein zweiter Aufenthalt folgte, doch da im Dezember 1794 der kurfürstliche Hof vor den Franzosen fliehen musste, blieb Beethoven die Rückkehr nach Bonn verwehrt. In Wien nahm Beethoven Unterricht bei Joseph Haydn, Johann Baptist Schenk, Johann Georg Albrechtsberger und Antonio Salieri. Dank der Unterstützung durch adelige Musikliebhaber, darunter Fürst Franz Joseph Maximilian von Lobkowitz, Gottfried Freiherr van Swieten sowie Fürst Karl Lichnowsky, später dann Erzherzog Rudolph, Franz Joseph Fürst Lobkowitz und Ferdinand Fürst Kinsky, avancierte Beethoven zu einer der am stärksten beachteten Persönlichkeiten des Wiener Musiklebens. Sein schnell wachsender Erfolg als Pianist und Komponist wurde durch ein sich rasch verschlimmerndes Gehörleiden konterkariert. In Wien feierte Beethoven vor allem Erfolge als Solist in seinen eigenen fünf Klavierkonzerten; seine insgesamt neun Sinfonien setzen für dieses Genre neue, bis ins späte 19. Jahrhundert reichende Maßstäbe. Gleiches gilt für die Streichquartette und Klaviersonaten. Seine einzige vollendete Oper Fidelio, die mehrfach umgestaltet wurde, ist heute fester Bestandteil des Opernrepertoires. Für Tanzaufführungen schuf Beethoven die frühe Musik zu einem Ritterballett sowie die von Salvatore Viganò choreographierte Ballettmusik Die Geschöpfe des Prometheus. Beethovens Musik inspirierte darüber hinaus zahlreiche Choregraph:innen zu eigenen Schöpfungen, etwa Isadora Duncan (Seventh Symphony, 1904), Antony Tudor (La Gloire, 1954), Maurice Béjart (La IXe Symphonie, 1964), Hans van Manen (Grosse Fuge, 1971), Jerome Robbins (Four Bagatelles, 1974), Peter Martins (Beethoven Romance, 1989), Twyla Tharp (The Beethoven Seventh, 2000), John Neumeier (Beethoven-Projekt I, 2018) und Sasha Waltz (Beethoven 7, 2023).

(Stand: Januar 2026)