Joseph Haydn
Der 1732 im niederösterreichischen Rohrau geborene und 1809 in Wien verstorbene Komponist begann seine Laufbahn als Chorknabe am Wiener Stephansdom. Ein erstes Engagement führte ihn zu der böhmischen Aristokratenfamilie Morzin, im Mai 1761 wurde er dann als Vizekapellmeister an den Hof des Fürsten Paul Anton Esterházy engagiert, der abwechselnd im fürstlichen Schloss in Eisenstadt und in einem Palais in Wien residierte. Nach dem Tod des Fürsten im März 1762 sorgte dessen Nachfolger Fürst Nikolaus I. für eine Erweiterung von Haydns Aufgabenkreis. Zum 1766 fertiggestellten Barockschloss Esterház am Südufer des Neusiedlersees gehörte auch ein Opernhaus, so dass Haydn – der nach dem Tode Gregor Joseph Werners im März 1976 zum Kapellmeister aufgerückt war – sich um die Gattungen Oper, Kirchenmusik und Instrumentalmusik zu kümmern hatte.
Als Nikolaus I. im September 1790 verstarb, verblieb Haydn zwar im Amt, seine Dienst wurden vom neuen Fürsten Anton aber erst einmal nicht in Anspruch genommen, so dass er sich auf eine anderthalbjährige Konzertreise nach England begab. Eine zweite Reise erfolgte von Januar 1794 bis September 1795. Unter Fürst Nikolaus II. bestand Haydns Verpflichtung lediglich darin, einmal im Jahr eine Messvertonung zu schaffen und sie zum Namenstag der Fürstengemahlin Maria Josepha Hermenegild aufzuführen. Sein sich verschlechternder Gesundheitszustand sorgte dafür, dass Haydn im Dezember 1803 letztmalig als Dirigent auftrat. Zu Haydns Schülern zählen neben Ludwig van Beethoven Ignaz Pleyel, Friedrich Kalkbrenner und Sigismund Neukomm. Aus Haydns riesigem Oeuvre ragen über 100 Sinfonien, fast 70 Streichquartette, fast 50 Klaviersonaten und über 20 Opern heraus, außerdem die Oratorien Die Schöpfung und Die Jahreszeiten.
Haydns Musik hat unter anderem Leonid Mjassin (Clock Symphony, 1948), Gise Furtwängler (Haydn-Symphonie, 1969), John Cranko (-1+6, 1972), Jiří Kylián (Symphony in D, 1976), Uwe Scholz (Die Schöpfung, 1985), Lynne Taylor-Corbett (Mercury, 1992), Jorma Elo (Still of King, 2011), Beate Vollack (Die Jahreszeiten, 2018) und Martin Schläpfer (Die Jahreszeiten, 2022) zu choreographischen Schöpfungen inspiriert.
(Stand: Januar 2026)