Giuditta.Files

Franz Lehárs Giuditta – mal als „Spieloper“, mal als „Musikalische Komödie“ oder als „Operette“ betitelt – feiert am 18. Dezember 2021 ihre Erstaufführung an der Bayerischen Staatsoper. Der für seine launisch-schönen Theaterabende bekannte Regisseur Christoph Marthaler inszeniert das Werk und durchbricht die Komposition mit Orchestermusiken und Liedern von Lehárs Zeitgenossen. So verwandelt sich das Werk zu einer neuen Giuditta in der Fassung von Christoph Marthaler und Malte Ubenauf und erzählt eine Liebesgeschichte innerhalb der Wirrungen und Irrungen der Zeit der 1930er Jahre. Willkommen auf den Giuditta.Files!

Hier finden Sie auch die Film-Collagen zu Giuditta von Alexander Kluge.

OBSERVATIONS: GIUDITTA - Behind the scenes

In der neuesten Ausgabe der Reihe OBSERVATIONS geben wir einen Einblick hinter die Kulissen der Neuinszenierung von Giuditta. Regisseur Christoph Marthaler und sein Dramaturg Malte Ubenauf sitzen in der "Wüste" und machen sich Gedanken über die Entkernung von Operetten. Außerdem gibt Dirigent Titus Engel einen Überblick über das verwendete musikalische Material, das mit Werken von Viktor Ullmann oder Arnold Schönberg die ursprüngliche Komposition von Franz Lehár in den Kontext ihrer Zeit setzt. Und auch Ödön von Horváth wird wohl eine Rolle spielen.

„Freunde, das Leben ist lebenswert!“

Unter dem Motto #LEBENSWERT fragen wir unsere Künstler:innen, unsere Mitarbeiter:innen aber auch Sie, unser Publikum: Was ist für Sie besonders lebenswert? Die erheiternden, zum Teil nachdenklich stimmenden aber mit Sicherheit aufmunternden Ergebnisse finden Sie hier zusammengestellt. Die Ergebnisse dieser spannenden Umfrage teilen wir in den kommenden Tagen hier.

GIUDITTA von Franz Lehár ist ein wunderbar schwankendes Musiktheater. Es schwankt zwischen den Gattungen, zwischen Oper, Operette und Schauspiel. Zwischen traurig, tragisch, komisch und absurd. Zwischen Schauplätzen in Südeuropa und Nordafrika. Zwischen großem Orchesterklang und Schlager mit Klavierbegleitung. Auf dieses Schwanken freue ich mich sehr. Und auch darauf, es noch weiter zu verstärken. Durch einige unerwartet eingefügte musikalische Kontraste. Dazu käme noch, dass Giuditta mit einer Behauptung aufwartet, von der ich denke, dass man sie möglichst oft wiederholen sollte. Um herauszufinden, ob und wie sehr sie zutrifft: „Freunde, das Leben ist lebenswert!“. Ich denke, ein solcher Satz sollte bis zu 20 Mal wiederholt werden. Mindestens!

Christoph Marthaler über seine Neuproduktion von Franz Lehárs Giuditta

Ja, was denn nun?

Operette, Oper, musikalische Komödie oder doch Spieloper? Lehár selbst war sich sehr bewusst, „dass Giuditta sich nicht leicht in eine der eingeführten Gattungen einreihen lasse“. Da ist zum einen Giudittas Schluss: Der ist alles, nur nicht heiter. Zudem liebäugelte Lehár mit der Dramatik von Giacomo Puccini, die er in sein Werk einfließen ließ. Giuditta gehörte seiner Überzeugung nach nicht in die Schublade der Operette. Sein neues Genre ist so wenig eindeutig. Der Verwirrung nicht genug, gibt es zudem eine fast unüberschaubare Anzahl von Schauplätzen: ein Ort in Süditalien, eine Villa in Libyen, ein koloniales Vergnügungslokal in Nordafrika  und schließlich eine Bar in Italien. Franz Lehár und seine Librettisten bezeichneten Giuditta im Textbuch als „Musikalische Komödie“ oder „Spieloper“, wobei Lehár in einem Interview relativierte: „Ach, Name ist Schall und Rauch. Sagen wir: die Spieloperette, das Liederspiel oder die Liebesspieloperette, wie Sie wollen.“ All das wird für die Münchner Giuditta in der Fassung von Christoph Marthaler und Malte Ubenauf relevant sein… 

Oper, rette sich wer kann?

Als Unterhaltungsmusik verpönt, für ihre Melodien geliebt: die Operette. Doch was soll das Belächeln dieses Genres? Wir fragen Menschen, die es wissen müssen, nach dem Wahrheitsgehalt gängiger Operetten-Vorurteile.

Film-Collagen zu Giuditta

Der Münchner Autor, Filmemacher und Künstler Alexander Kluge hat exklusiv für das Programmbuch von Giuditta Filme, Texte und Bilder erstellt ­­– als Hommage an den Regisseur Christoph Marthaler. Dabei geht er von der Zeitgeschichte der 1934 uraufgeführten Spieloper Giuditta aus und verlängert diese in Vergangenheit und Zukunft. „Man muss die Musikdramen über den Schluss ihrer letzten Akte hinaus erzählen“, so der vielsagende Titel einer der Marthaler gewidmeten Texte. Als Essenz aus Giuditta stellt Kluge die Themen Krieg und Kolonialismus, Liebe und Wüste ins Zentrum seiner Assoziationen.  

Die Wirklichkeit ist unheimlich

Anna Viebrock, verantwortlich für Bühne und Kostüme, und Malte Ubenauf, Produktiondramaturg von Giuditta, sitzen an einem Tisch am Rande der Probebühne. Sie sind ständige künstlerische Weggefährten Christoph Marthalers und eng vertraut mit seiner Arbeitsweise. Alexander Kluge, Autor und Künstler des Programmheftes, nimmt ebenfalls Platz.
Dramaturgin Katharina Ortmann führt mit ihnen ein Gespräch über die Ursprünge und inhaltlichen Ebenen der Münchner Giuditta.

In diesem Zeitraum gibt es keine Vorstellungen

PODCAST - #2 HOW TO OPER ZU GIUDITTA

PODCAST - #2 HOW TO OPER ZU GIUDITTA

Ein Bühnenbild zwischen Wes Anderson-Film und Hipster-Treffen und eine Schlussszene so wehmütig wie La La Land: In der zweiten Folge HOW TO OPER finden Kathi und Linda heraus, was die Neuproduktion Giuditta besonders macht – Gesangseinlage von Kathi unter der Dusche inklusive. Die Spieloper von Franz Lehár feiert am 18. Dezember 2021 Premiere in München.