Ja, Mai 2027
Das Festival für frühes und zeitgenössisches Musiktheater
Das Nationaltheater verlassen, an neue Orte gehen, verschiedene Künste miteinander ins Gespräch bringen und Raum für das Experiment, das Unkonventionelle und zeitgenössische Diskurse schaffen, gleichzeitig die Ursprünge des Musiktheaters vergegenwärtigen – all das bestimmt unser Ja, Mai-Festival, das 2027 bereits in die vierte Runde geht. Dieses Mal schlagen wir unter dem Motto „Widerstand“ neue Wege ein: Den Kern des Festivals bilden gleich drei zeitgenössische Musiktheaterwerke, darunter erstmals die Uraufführung eines eigens für das Ja, Mai-Festival in Auftrag gegebenen Werkes. Liberty heißt die neue Oper der jungen mexikanischen Komponistin Diana Syrse mit einem Libretto der arrivierten finnischen Schriftstellerin Sofi Oksanen; Gemeinsam beleuchten sie patriarchale Strukturen im Familienkontext und Mechanismen des Widerstands gegen häusliche Gewalt. Vom Widerstand des komatösen Körpers und dem Kampf gegen den Verlust der Erinnerung handelt Koma von Georg Friedrich Haas. Nicht zu vergessen sind natürlich auch Fragen des politischen Widerstands: Dafür bringen wir Gordon Kampes Die Kreide im Mund des Wolfs von Hamburg nach München: ein szenisches Projekt mit einem Text auf Basis von 31 propagandistischen Reden des Diktators Vladimir Putin.
Um Widerstand in all seinen Facetten geht es auch im breitgefächerten Rahmenprogramm des Festivals, das sich in loser Folge über einen Zeitraum von zweieinhalb Wochen, vom 24. April bis zum 13. Mai 2027, erstreckt. Dabei knüpfen wir an die vorherigen Ausgaben an und veranstalten u. a. erneut eine Kino-Reihe gemeinsam mit dem Monopol. Für das weitere diskursive Rahmenprogramm kooperieren wir erstmalig mit dem Lothringer13, dessen aktuelles Programm sich unter dem Motto ANTI DOOM LOOP KULT ebenfalls den Themenfeldern des Widerstands und der Resilienz widmet. Dabei bietet es als Raum für internationale Gegenwartskunst der Stadt München generationsübergreifend und transnational (bildenden) Künstler:innen eine Plattform. Gemeinsam entwickeln wir ein diskursives und partizipatives Rahmenprogramm, das nicht nur Oper und Kunst miteinander in Kontakt bringt, sondern auch Raum für Gespräche, Diskurse und Fragen des Widerstands in allen Erscheinungsformen bietet.