19.00 Uhr | Brainlab Firmenzentrale

3. Themenkonzert

Konzert

Konzert

3. Themenkonzert

Der Einlass erfolgt ab 18.30 Uhr. 

Wissenschaft und Kunst treffen auf kreative Weise in den Themenkonzerten zusammen. Die 2010 begründete Reihe wird in enger Kooperation zwischen der Bayerischen Staatsoper und ihrem Innovations­partner Brainlab ausgerichtet. Die Abende sind Dialoge zwischen zwei Ausprägungen des menschlichen Forscherdrangs: von der einen Seite her in Form von Berichten aus der Grundlagenforschung und der ange­wandten Wissenschaft, von der anderen mit Musik am Puls ihrer Zeit für Kammerensembles und ähnliche Besetzungen.

In der Spielzeit 2025–26 gibt die Uraufführung von Brett Deans Oper Of One Blood Anlass, sich mit dem Schaffen des australischen Kompo­nisten und mit den Konflikten dieses Stoffs näher auseinanderzusetzen. Verschiedene Disziplinen aus dem weitgespannten wissenschaftlichen Netzwerk von Brainlab nähern sich diesem Thema in fachlich fundierten Vorträgen, ausgewählte Werke entfalten verschiedene Aspekte der Musiksprache von Brett Dean. So sollen die Themenkonzerte aus dem Zusammenspiel von Kunst und Wissenschaft Sinne und Geist gleicher­maßen ansprechen.

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Mittlerweile sind sie schon mehr als ein Geheimtipp: die Themenkonzerte der Bayerischen Staatsoper, die seit 2024 exklusiv in Zusammenarbeit mit Brainlab stattfinden. An drei Abenden im März verwandelt sich das Atrium der Brainlab-Firmenzentrale am alten Flughafentower von München-Riem in einen der attraktivsten Konzertsäle der Stadt – für ein Projekt, in dem Wissenschaft und Kunst auf kreative Weise zusammentreffen.

Die Themenkonzerte 2026 verbinden drei inhaltliche Stränge miteinander: das Motto der Spielzeit 2025/26 („Der Mensch ist, wozu er sich macht“), das Sujet der Oper, die im Mai an der Bayerischen Staatsoper uraufgeführt wird (Of One Blood), und die Musik ihres Komponisten, Brett Dean.

Das einen Satz des Existentialisten Jean-Paul Sartre aufgreifende Motto ist bewusst provokant formuliert. Natürlich sind die Chancen, mit denen ein Mensch sein Leben beginnt, höchst ungleich verteilt. Aber dennoch liegen unzählige Entscheidungen in der Verantwortung jedes einzelnen. Zwischen Freiheit und Vorbestimmung liegt ein weites Feld; jedes Handeln hat Konsequenzen.

In dem Drama zwischen der beiden Königinnen Elisabeth I. von England, und Maria Stuart, als Mary I. Königin von Schottland, ist dieses Spannungsfeld exemplarisch zu erkennen. Was die Staatsräson einfordert, steht den persönlichen Zweifeln und Wünschen entgegen. Ist die Entscheidung unvermeidlich, oder gibt es einen Ausweg? Wo liegt der individuelle Spielraum? Kann der Konflikt als Beispiel dienen für spätere, gar heutige Zeiten? Lassen sich Parallelen ausmachen oder Handlungsempfehlungen herauslesen?

Der australische Komponist Brett Dean hat diese Oper für die Bayerische Staatsoper geschrieben; das Libretto von Heather Betts basiert fast ausschließlich auf historischen Dokumenten (Briefen und Berichten). Dean war anderthalb Jahrzehnte Bratschist bei den Berliner Philharmonikern und ist seitdem vorwiegend als Komponist freischaffend tätig. In seiner Musik greift er auf seine Erfahrung als Orchestermusiker zurück, indem er teils ungewöhnliche, instrumentenspezifische Spielweise einsetzt. Seine zeitgenössisch moderne Tonsprache korrespondiert mit historischem Bewusstsein; oft tritt er in einen imaginären Dialog mit Werken der Vergangenheit (wie in Testament nach Motiven von Beethovens Leben). Auch in seinen Opern, insbesondere Hamlet – die bei den Münchner Opernfestspielen 2023 aufgeführt wurde – und jetzt Of One Blood, spielt die Musik der Handlungsepoche mit hinein, und Klänge wie Gepflogenheiten der Tudor-Zeit sind in Deans eigene Schöpfung hineinverwoben.

Eine Auswahl seiner Kammer- und Vokalmusik sowie Kompositionen der englischen Renaissance aus der Handlungszeit von Of One Blood ermöglichen eine nähere Beschäftigung mit Deans Tonsprache und der Atmosphäre seiner Oper. Wissenschaftliche Vorträge beleuchten verschiedene Aspekte des historisch, politisch, psychologisch so spannenden Konflikts zwischen den beiden miteinander verwandten Frauen um ihren Anspruch auf den englischen Königsthron und auf seine Widerspiegelungen in unserer heutigen Zeit.