KARTENVERKAUF SPIELZEITPAUSE
Während der Theaterferien sind die Tageskasse, der telefonische Kartenverkauf sowie das Abonnementbüro vom 1. August bis einschließlich 31. August 2026 geschlossen. Schriftliche Bestellungen werden weiterhin bearbeitet. Auch online können Sie weiterhin Karten erwerben.
Festspiel-Liederabend Gerald Finley
Festspiel-Liederabend Gerald Finley

Ludwig van Beethoven (1770–1827)
Selbstgespräch WoO 114 (Ludwig Gleim)
Adelaide op. 46 (Friedrich v. Matthisson)
Wonne der Wehmut op. 83 Nr. 1 (Johann Wolfgang v. Goethe)
Der Kuss op. 128 (Christian Friedrich Weisse)
Aus Goethes Faust op. 75 Nr. 3 (Johann Wolfgang v. Goethe)
An die ferne Geliebte op. 98 (Alois Jeitteles)
1. Auf dem Hügel sitz’ ich, spähend
2. Wo die Berge so blau
3. Leichte Segler in den Höhen
4. Diese Wolken in den Höhen
5. Es kehret der Maien, es blühet die Au
6. Nimm sie hin denn, diese Lieder
Franz Schubert (1797–1828)
Meeres Stille D 216 (Johann Wolfgang v. Goethe)
Prometheus D 674 (Johann Wolfgang v. Goethe)
Wanderers Nachtlied II D 768 (Johann Wolfgang v. Goethe)
Erlkönig D 328 (Johann Wolfgang v. Goethe)
PAUSE
Edvard Grieg (1843–1907)
Aus den Sechs Liedern op. 48
1. Gruß (Heinrich Heine)
2. Dereinst, Gedanke mein (Emanuel v. Geibel)
3. Lauf der Welt (Ludwig Uhland)
5. Zur Rosenzeit (Johann Wolfgang v. Goethe)
6. Ein Traum (Friedrich v. Bodenstedt)
Mark Anthony Turnage (geb. 1960)
Three Songs
1. The Singing Cat (Stevie Smith)
2. Mourned (Thomas Hardy)
3. Last Word (Walt Whitman)
Ralph Vaughan Williams (1872–1958)
Aus den Songs of Travel (Robert Louis Stevenson)
3. The Roadside Fire
6. The Infinite Shining Heavens
7. Whither Must I Wander
8. Bright is the Ring of Words
Meine Reise als Sänger
Hinter dem Programm meines Münchner Liederabends steht eine übergreifende Idee, eine Frage, die ich mir selbst stellen und beantworten wollte: Wer bin ich als Künstler, und was repräsentiert mich als Liedsänger? Dafür bin ich zu Schlüsselmomenten meiner Laufbahn zurückgegangen. Die Lieder Ludwig van Beethovens begleiten mich seit meinen Anfängen. Sie sind der ideale Einstieg in das Kunstliedrepertoire für junge Sänger. Bei meinem allerersten Liederabend in London habe ich bereits sein Lied Selbstgespräch gesungen. Nun kann ich als über die Jahre gereifter Interpret einen neuen Blick auf Kompositionen werfen, die ich lange nicht mehr gesungen habe – zumal ich mit Isata Kanneh-Mason eine junge, hochtalentierte Pianistin an meiner Seite habe, die ein riesengroßes Potential für die Liedkunst mitbringt. Für München habe ich versucht, die besten Beethoven-Lieder in einer möglichst vielseitigen Mischung auszuwählen – nicht nur die ernste Seite wie den Zyklus An die ferne Geliebte, sondern auch leichtere, humorvolle Aspekte. Von Franz Schubert wiederum haben wir einige der eher monumentalen, dunklen bis düsteren Lieder ausgesucht, alle vier auf Texte von Goethe, mit dem Erlkönig als dramatischem Abschluss vor der Pause.
Während der erste Teil meine Verehrung für das deutsche Lied ausdrückt, wenden wir uns im zweiten anderen Regionen zu. Seit jeher empfinde ich eine starke Affinität zur Musik Skandinaviens und überhaupt zur nordischen Gefühlswelt – vielleicht, weil ich als Kanadier sozusagen auch ein Kind der nördlichen Hemisphäre bin. Die Werke Edvard Griegs liebe ich sehr, und deswegen musste eine Auswahl aus den romantischen Liedern op. 48 dabei sein. (Das vierte davon ist spezifisch für eine weibliche Stimme geschrieben.) Es ist eine sehr romantische Musik, rein und pur wie ein norwegischer Fjord. Nicht zuletzt haben diese Lieder einen anspruchsvollen Klavierpart, der Isatas pianistische Virtuosität zur Geltung bringt. Der englische Komponist Mark Anthony Turnage, ein alter Freund von mir, hat schon in drei Opern Partien für mich geschrieben (in The Silver Tassie, in Anna Nicole und in Festen). Als ich ihn um Lieder bat, brachte er mir schon einige Tage später die Three Songs – und wie er, ein ebenso kritischer wie humorvoller Zeitgenosse, hier aus tierischer Perspektive einen ironischen Blick auf die Welt wirft, möchte ich dem Münchner Publikum keinesfalls vorenthalten. Die Songs of Travel von Ralph Vaughan Williams stehen mir schon immer nahe. Diese Lieder mit ihrer fast muskulösen, maskulinen Anmutung sind wohl die Lieblinge der meisten englischsprachigen Baritone, sehr direkt und unmittelbar zugänglich. Sie sollen am Schluss dieser kleinen Reise durch meine Liederwelt stehen, wobei ich hoffe, dass unser Abend unterhaltsam und abwechslungsreich sein wird und dem Publikum auch Spaß macht.
Gerald Finley
Besetzung
- Solist
- Pianistin