KARTENVERKAUF SPIELZEITPAUSE
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Festspiel-Liederabend Ludovic Tézier
Festspiel-Liederabend Ludovic Tézier

Hector Berlioz (1803–1869)
Les Nuits d’été op. 7
1. Villanelle
2. Le Spectre de la rose
3. Sur les lagunes. Lamento
4. Absence
5. Au cimetière. Clair de lune
6. L’Île inconnue
Pause
Gustav Mahler (1860–1911)
Rückert-Lieder
5. Liebst du um Schönheit
1. Blicke mir nicht in die Lieder!
2. Ich atmet’ einen linden Duft
3. Ich bin der Welt abhanden gekommen
Richard Wagner (1813–1883)
Tannhäuser
„O du, mein holder Abendstern“ (Arie des Wolfram)
Das Rheingold
„Abendlich strahlt der Sonne Auge“ (Wotan)
Das Programm, das wir für das Publikum der Münchner Opernfestspiele 2024 vorbereitet haben und das wir hier zum ersten Mal präsentieren, liegt uns aus mehreren Gründen am Herzen.
Mit Les Nuits d’été von Hector Berlioz und den Rückert-Liedern von Gustav Mahler enthält das Programm zwei wichtige Säulen des französischen und deutschen Repertoires, die durchaus Parallelen aufweisen und vom Interpreten eine tiefgehende Auseinandersetzung mit dem Text und eine breite Palette an Farben und Schattierungen erfordern, um alle Schichten der Poesie und ihrer Umsetzung in Musik auszuloten.
Ludovic Tézier verfügt über ein sehr breites französisches Liedrepertoire. Der Zyklus Les Nuits d’été von Berlioz nimmt darin einen besonderen Platz ein. Als jemand, dem die Schönheit und Ausdruckskraft der Sprache sehr wichtig ist, als suchender Interpret, dem es ein Anliegen ist, bis auf den Kern der musikalischen und textlichen Vorlage vorzudringen und das scheinbar Offensichtliche zu hinterfragen, hat Ludovic Tézier in diesem Zyklus ungeahnte Inhalte freigelegt, Parallelen zu Berlioz’ Symphonie fantastique hergestellt und die übersensible, bizarre und symbolische Welt des Komponisten, basierend auf der Poesie-Sammlung La Comédie de la mort von Théophile Gautier, einem Vertreter der „schwarzen Romantik“, verinnerlicht. Obwohl der Titel an einen Sommernachtstraum denken lässt, sind diese Lieder weit von einer zauberhaften Sommernachtsidylle entfernt. Bis auf das erste und letzte, die einen heiteren Rahmen bilden, sind sie von einer düsteren, melancholischen Stimmung durchzogen und erzählen von Verlust, verschmähter Liebe und Tod, jedoch nicht im Hier und Jetzt, sondern in einem fiebrigen Traum, wie in der Symphonie fantastique.
Nach der Pause folgt eine Auswahl aus den Rückert-Liedern von Gustav Mahler, nicht unähnlich dem Zyklus von Berlioz in der Verflechtung von Poesie und Musik und der atmosphärischen Deutung der hinter den Worten versteckten Symbole und Inhalte. Diese Lieder haben in der Biografie von Ludovic Tézier einen besonderen Stellenwert, da es die ersten waren, die er in sein Repertoire aufgenommen hat. Unvergesslich ist ihm die Arbeit daran bei einem Meisterkurs mit der großen Christa Ludwig, die sein Talent sofort gespürt und ihn ermutigt hat – und durch einen von ihr empfohlenen Schweizer Agenten sogar zu seinem ersten Engagement beim Luzerner Theater beigetragen hat. Bis heute gedenkt Ludovic Tézier mit Rührung an die Worte von Christa Ludwig: „Sie erinnern mich an meinen Walter“ (den Bariton Walter Berry).
Wir haben uns erlaubt, die Auswahl der Lieder und die Reihenfolge so zu gestalten, damit „Ich bin der Welt abhanden gekommen“, ein Werk von überirdischer Schönheit zwischen Himmel und Erde, unmittelbar in die Welt des Wolfram aus Richard Wagners Tannhäuser überleitet, der in der Arie „O du mein holder Abendstern“ von Todesahnung, vom Entschweben dem Tal der Erde, um im Himmel „ein sel’ger Engel“ zu werden, singt. Wolfram war die erste Wagner-Partie, die Ludovic Tézier gesungen hat. Als großer Bewunderer von Wagners Musik hat er in seinem Haus in Elsass eine faszinierende Sammlung alter Schallplatten mit historischen Wagner-Aufnahmen, die wir oft gemeinsam angehört haben.
Im April 2021 war er als Amfortas in Kirill Serebrennikovs Inszenierung an der Wiener Staatsoper zu erleben. Im Januar 2025 folgt Wotan in Das Rheingold als Beginn eines neuen Ring-Zyklus von Calixto Bieito an der Opéra national de Paris. Unser Festspiel-Liederabend ermöglicht es dem Münchner Publikum, Ludovic Tézier mit „Abendlich strahlt der Sonne Auge“ zum ersten Mal überhaupt als Wotan zu erleben.
Maria Prinz
Besetzung
- Solist
- Pianistin