Jill Johnson
Die international renommierte Tänzerin, Choreografin, künstlerische Leiterin, Pädagogin, Produzentin, Stagerin, Movement Advisor und Beraterin hat in über 60 Tourneen auf fünf Kontinenten getanzt. Sie war Solotänzerin im Ballett Frankfurt von William Forsythe und Director of Dance an der Harvard University. Jill Johnsons führende Rolle in diesem Bereich basiert auf vier Jahrzehnten Erfahrung und einem umfangreichen interdisziplinären Wissen über verschiedene Repertoires und Methoden, um visionäre, erstklassige Auftragsarbeiten und Programme zu realisieren, die nächste Generation von Künstlerinnen und Künstlern zu fördern und die Frage erneut aufzuwerfen, wie die Künste alle Menschen ansprechen, miteinander verbinden und mit ihnen interagieren können.
Ausgebildet an Canada's National Ballet School, die sie mit Auszeichnung abschloss, Jill Johnson Solistin beim National Ballet of Canada und ist seit 35 Jahren eine wichtige Mitarbeiterin von William Forsythe. Sie ist eine gefragte Expertin für Forsythes Methoden und studiert seit 25 Jahren seine Werke auf der ganzen Welt ein, etwa beim Ballett der Opéra national de Paris, beim Ballett des Teatro alla Scala on Mailand, bei der Batsheva Dance Company, beim Nederlands Dans Theater, beim Norwegischen Nationalballett, beim San Francisco Ballet und beim American Ballet Theater. Jill Johnson war 2004 an der Einstudierung von Forsythes Limb's Theorem beim Bayerischen Staatsballett beteiligt. 2016 assistierte sie William Forsythe bei der Kreation von Blake Works I beim Ballett der Opéra national de Paris.
Jill Johnson choreographiert für Bühne, Film und Fernsehen. Dazu gehören Opern- und Theaterproduktionen für das American Repertory Theater, das Musée du Louvre in Paris, Dries Van Noten, die Reihe Poetry in America des US-amerikanischen Public Broadcasting System, Rover UK, die Juilliard School, das Los Angeles Dance Project, das Cedar Lake Contemporary Ballet und das Getty Museum in Los Angeles. Außerdem hatte sie Künstlerresidenzen am Baryshnikov Arts Center, am Cedar Lake Contemporary Ballet, an der Princeton University, der New School University, der Columbia University und der New York University. Zu ihren namhaften Kooperationspartnern zählen Mikhail Baryshnikov, V (Eve Ensler), Diane Paulus und der unlängst verstorbene Ryuichi Sakamoto.
Während ihrer zehnjährigen Tätigkeit an der Harvard University war Jill Johnson als Dozentin tätig, gründete das Harvard Dance Project und schuf einen transformativen interdisziplinären Lehrplan für alle Studiengänge, mit beispiellosen abteilungsübergreifenden Kooperationen. Sie gab Meisterkurse unter anderem beim Edinburgh Festival, an der Harvard Graduate School of Design und der Graduate School of Education, der Alvin Ailey School und der Yale University. Sie hielt öffentliche Vorträge und moderierte Podiumsdikussionen am Institute for Contemporary Art in Boston, am Onassis Cultural Center in Athen, am Mahindra Center for the Humanities, beim Neiman Foundation Fellows Program und am Radcliffe Institute for Advanced Study. Außerdem ist sie Gründungsmitglied des Movement Invention Project in New York City.
Als Mitwirkende und Solotänzerin in William Forsythes abendfüllender Produktion „A Quiet Evening of Dance“ (2018) erntete sie breite Anerkennung von Kritikern und tanzte in 89 Aufführungen der Produktion auf einer internationalen Tournee. New York Times schrieb hierzu: Astonishing (...) Ms. Johnson brings an unassuming clarity and articulation to Mr. Forsythe’s movement that feels like it comes from the deepest of places. All night long, her quiet radiance was the loudest thing in the room.” Zu ihren jüngsten choreografischen Auftragsprojekten gehören WAKE für das L.A. Dance Project, das für eine Aufführung im Museum für Islamische Kunst in Doha (Katar) während der Fußball-WM 2023 ausgewählt wurde, und RESONANCE, eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen dem L.A. Dance Project, dem Getty Museum, PST ART: Art & Science Collide, dem UNESCO-Weltkulturerbe Hollyhock House und dem Los Angeles County Department of Art & Culture and City Parks. Dieses Projekt verband wissenschaftliche Forschung zu Empathie mit choreografischer Praxis und interdisziplinärem Dialog, mit dem Ziel, Tänze zu kreieren, öffentliche Vorträge zu leiten und soziales Engagement in einem öffentlichen Park zu befördern.
Jill Johnsons Tanzinstallation Analogue für Rambert Dance wurde im Mai 2024 in London uraufgeführt und ist ihre dritte Zusammenarbeit mit dem Komponisten David Poe. Analogue wurde von der Tageszeituig The Guardian als „fabelhaft“ gelobt und von The Stage als Ausdruck eines „kollektiven Gefühls der Sehnsucht“ beschrieben, das Analogue auch zu einer der fünf besten Tanzproduktionen Großbritanniens im Jahr 2024 kürte. Das Portal Bachtrack urteilte folgendermaßen"mind-blowing (...) “…absolutely remarkable: an experience that exceeds expectations, eels inclusive and leaves you wondering how on earth it was achieved…the best hour you will ever spend.”
Jill Johnsons aktuelle künstlerische Foschung konzentriert sich auf nachhaltige wirtschaftliche Rahmenbedingungen für Künstler und Kunstorganisationen sowie auf die öffentliche Politik für das geistige Eigentum von Künstlern in einem zunehmend komplexen digitalen und globalen Umfeld. Jill Johnson ist im akademischen Jahr 2025/26 Senior Fellow am Collegium Helveticum in Zürich. Sie lebt in Los Angeles.