Sergej Prokofjew

Sergej Prokofjew wird 1891 in Sonkowa (heutige Ukraine) geboren. Bereits im Alter von fünf Jahren macht er erste Kompositionsversuche und widmet sich im Jahr 1900 ersten eigenen Bühnenwerken, nachdem er Opern- und Ballettvorstellungen in Moskau gesehen hat. Nach seinem Studium am Konservatorium in Moskau und ersten Erfolgen als Pianist und Dirigent wird er zur Saison 1914-15 von Serge Diaghilew eingeladen, sein erstes Ballett Ala und Lolli zu komponieren. Wegen der musikalischen Nähe zu Le sacre du printemps von Igor Stravinsky muss Prokofjew die Partitur jedoch zurückziehen. Er arbeitet das musikalische Material für die Skytische Suite um, die 1921 uraufgeführt wird. Als 1917 in Russland die Revolution ausbricht und der Zar zur Abdankung gezwungen wird, beschäftigt sich Prokofjew neben anderen Werken intensiv mit der Komposition der Oper Die Liebe zu den drei Orangen. Er erlebt die Oktober-Revolution nur aus der Ferne, da er sich zu jener Zeit im Kaukasus aufhält. Prokofjew entschließt sich am Beginn des Ersten Weltkrieges zu einer längeren Reise nach Amerika, da ihm ein künstlerisches Fortkommen in Russland unter den gegebenen Bedingungen nicht möglich scheint. In New York trifft er die Sängerin Lina Codina-Ljubera, seine spätere erste Frau, die er 1923 im Kloster Ettal in Oberbayern heiraten wird. 1921 kommt die zweite Fassung von Le Chout (Der Narr) zur Uraufführung und wird zum Sensationserfolg in Paris. Als dritte Partitur für die Ballets Russes komponiert Prokofjew 1927 mit Le pas d’acier (Der stählerne Schritt) ein Werk über die russische Revolution und das Maschinenzeitalter. Als viertes Werk folgt 1929 Le Fils Prodigue (Der verlorene Sohn). 1932 erhält Prokofjew den Auftrag, die Musik zum Film Leutnant Kishe zu übernehmen. Damit beginnt die erfolgreiche Karriere des Filmkomponisten Prokofjew. Nach seiner endgültigen Rückkehr in die Sowjetunion 1936 entstehen die beiden bis heute meistgespielten abendfüllenden Ballettmusiken: Romeo und Julia (1938) und Cinderella (1945). Das Märchen von der steinernen Blume (1954) wird außerhalb des russischen Raums kaum aufgeführt. Er nimmt die zunehmenden Repressalien gegen Kulturschaffende sehr genau wahr, hält sich jedoch zeitlebens mit politischen Kommentaren zurück. 1938 arbeitet er an der Filmmusik zu Sergej Eisensteins Alexander Newski und lernt Mira Mendelson kennen, die er 1948 heiraten wird. 1940 beginnt Prokofjew mit der Arbeit an Cinderella, ein Auftrag des Kirow-Theaters. Parallel entwirft er den Plan zur Oper Krieg und Frieden nach Leo Tolstois Roman. 1948 deklarieren die sowjetischen Kulturfunktionäre Prokofjews Musik als zu formalistisch und zu westlich. Das damit verbundene Aufführungsverbot wird zwar nach einem Jahr wieder aufgehoben, aber die Situation geht nicht spurlos am Komponisten vorbei. Gesundheitliche Probleme machen sich bemerkbar, trotzdem arbeitet er weiter und versucht, das Ballett Das Märchen von der steinernen Blume zu vollenden. Am 5. März 1953 stirbt Prokofjew in Moskau.