Max Richter

Komponist

Max Richter wurde 1966 in Hameln geboren und wuchs in England auf. Er gehört zu den einflussreichsten Musikschaffenden seiner Generation. Zunächst absolvierte er eine klassische Musikausbildung und studierte Komposition und Klavier an der Edinburgh University sowie später an der London Royal Academy of Music. Danach wurde er Schüler des Komponisten Luciano Berio in Florenz. Nach seiner Rückkehr nach London war er 1989 Mitbegründer des mit sechs Klavieren besetzten Ensembles „Piano Circus“ und setzte sich intensiv mit Vertretern des Minimalismus wie Arvo Pärt, Steve Reich, Terry Riley und Michael Nyman auseinander. Seine sich nach und nach herauskristallisierende musikalische Sprache umfasst ein breites stilistisches Spektrum, das zum einen musikalische Strukturen aus der Renaissance bis zur Romantik umfasst und zum anderen neuste Entwicklungen aus der elektronischen und experimentellen Musik sowie Sounds aus der Rockmusik verarbeitet. Zahlreiche Aufnahmen und Soundtracks sind in den letzten Jahren entstanden, u. a. das 2012 bei der Deutschen Grammophon veröffentlichte Album Recomposed: Vivaldi – The Four Seasons. Der Choreograph Wayne McGregor nutzte die Musik für das Ballett Kairos, das sich im Repertoire des Bayerischen Staatsballetts befindet. 2015 folgte Sleep, ein sich über mehr als acht Stunden erstreckendes Konzeptalbum, das auf wissenschaftliche Ergebnisse aus der Schlafforschung zurückgreift. Im Ballett Schmetterling von Sol León und Paul Lightfoot ist Musik von Max Richter aus den Alben Memoryhouse (2002), The Blue Notebooks (2004) und Infra (2010) zu hören.

(Stand 2022)