DIe BAyerische Staatsoper und das BAyerische Staatsorchester on Tour - Impressionen aus Japan und China

 
1742: Frankfurt
1742: Frankfurt
1882: Bayreuth
1882: Bayreuth
1917: Bern, Schweiz
1917: Bern, Schweiz
1938: Mailand, Italien
1938: Mailand, Italien
1953: London, England
1953: London, England
1953: London, England
1953: London, England
1984: Shanghai & Peking, China
1984: Shanghai & Peking, China
1984: Shanghai & Peking, China
1984: Shanghai & Peking, China
1984: Shanghai & Peking, China
1984: Shanghai & Peking, China
1984: Shanghai & Peking, China
1984: Shanghai & Peking, China
1988: Tokyo, Japan
1988: Tokyo, Japan
1988: Mailand, Italien
1988: Mailand, Italien
2001: Tokyo, Japan
2001: Tokyo, Japan
2001: Tokyo, Japan
2001: Tokyo, Japan
2001: Tokyo, Japan
2001: Tokyo, Japan
2001: Tokyo, Japan
2001: Tokyo, Japan
2006: Barcelona, Spanien
2006: Barcelona, Spanien
2006: Paris, Frankreich
2006: Paris, Frankreich
2015: Wien, Österreich
2015: Wien, Österreich
2015: Oman
2015: Oman
2015: Oman
2015: Oman
2020: Luzern, Schweiz
2020: Luzern, Schweiz
2023: London, England
2023: London, England
2023: Paris, Frankreich
2023: Paris, Frankreich

Zu Hause in der Welt – die Tradition der Gastspiele der Bayerischen Staatsoper im In- und Ausland

Seit ihren Anfängen gehört es zur Aufgabe und zum Selbstverständnis der Bayerischen Staatsoper und des Bayerischen Staatsorchesters – vor 1918: der Hofoper und der Hofkapelle der Wittelsbacher – ihre künstlerischen Fähigkeiten und den Glanz des Münchner Musiklebens auch jenseits der bayerischen Landeshauptstadt unter Beweis zu stellen.

In ihren frühen Zeiten reiste die Hofkapelle zur kulturellen Repräsentation in der Begleitung der bayerischen Kurfürsten, wenn diese sich etwa zum Reichstag nach Augsburg oder zu einer Kaiserkrönung nach Frankfurt begaben. Einzelne Musiker wurden im 17. und 18. Jahrhundert auch explizit mit Fortbildungsreisen oder Konzerttourneen beauftragt und teils viele Monate dafür freigestellt, um das musikalische Können der Stadt in die Welt und musikalische Neuerungen aus Italien oder Frankreich nach München zu tragen.

Als das Reisen in der Mitte des 19. Jahrhunderts mit dem Bau der Eisenbahnlinien auch für Gruppen einfacher und schneller wurde, wurden auch die Reisen der Hofkapelle zahlreicher – ein Konzert der Hofkapelle in Augsburg 1849 anlässlich von „Mozart’s Gedächtniss-Feier“ gilt als erstes Gastspiel der Hofkapelle in neuerer Zeit.

1882 stellte Ludwig II. Richard Wagner sein Hofopernorchester und den Hofopernchor den Sommer über zur Verfügung, damit er mit ihnen bei den Bayreuther Festspielen seinen Parsifal proben und uraufführen konnte. Ein Arrangement, das auch für die folgenden beiden Sommer Bestand hatte.

1913 begab sich das gesamte Ensemble der Bayerischen Staatsoper nach Nürnberg, um dort anlässlich der Enthüllung der Wagner-Büste in der Walhalla Wagners Die Meistersinger von Nürnberg aufzuführen. 1917 reiste man mit Hans Pfitzners eben in München uraufgeführter Oper Palestrina nach Bern, Zürich und Basel.

Wenn die Bayerische Staatsoper auf Reisen geht, dann tut sie dies also meist als Anwältin ihrer „Hausgötter“ Mozart, Wagner und Strauss oder von Werken, die mit diesem Theater eng verbunden sind, und mit dem unverwechselbaren Klang eines an Mozart, Wagner, Strauss geschulten Orchesters von Weltrang.

Das erste Auslandsgastspiel nach dem Zweiten Weltkrieg führte das Ensemble 1953 mit einem breiten Programm von Mozart bis Puccini nach Irland, ein zweites im selben Jahr ans Royal Opera House Covent Garden nach London, im Gepäck drei Strauss-Opern: Arabella, Capriccio und die erst im Vorjahr in Salzburg uraufgeführte Liebe der Danae, die damit ihre bis heute einzige Londoner Aufführung erlebte.

Auch in den anderen europäischen Musikmetropolen war und ist die Bayerische Staatsoper regelmäßig zu Gast, etwa im Teatro alla Scala in Mailand und im Théâtre des Champs-Elysées in Paris.

Zahlreich sind auch im 20. und 21. Jahrhundert die Gastspiele innerhalb Deutschlands, von der Eröffnung des eben neu errichteten Stadttheaters Lindau 1951 mit Le nozze di Figaro bis zum ersten Gastspiel der Bayerischen Staatsoper in Ostberlin anlässlich der 750-Jahr-Feier der Stadt Berlin bei den Berliner Festspielen 1987 mit Cardillac und La Cenerentola.

Eine ganz eigene Tradition sind die Gastspiel-Tourneen der Bayerischen Staatsoper und des Bayerischen Staatsorchesters nach Asien: Einer ersten Einladung in die NHK-Halle nach Tokio 1974 mit Le nozze di Figaro, Don Giovanni, Die Walküre und Der Rosenkavalier folgten bislang sechs weitere Gesamtgastspiele in Japan, zuletzt 2017.

1984 fand die erste Reise der Bayerischen Staatsoper nach China statt, gleichzeitig das erste Gastspiel eines westeuropäischen Opernhauses in China überhaupt: In Shanghai und Peking spielte man Le nozze di Figaro und Die Zauberflöte sowie ein Konzertprogramm mit Werken von Weber, Mozart und Bruckner. 2012 gastierte die Bayerische Staatsoper mit Così fan tutte in Hongkong. Die Süddeutsche Zeitung titelte: „Die Bayerische Staatsoper entdeckt Neuland: in Hongkong. Mit Mozart. Das Publikum staunt und jubelt.“ 2024 eröffnete die Münchner Inszenierung von Ariadne auf Naxos das Hongkong Arts Festival.

Neben den szenischen Gesamtgastspielen der Bayerischen Staatsoper gastiert auch das Bayerische Staatsorchester regelmäßig und mit vielfältigen Konzertprogrammen in den Konzerthäusern der Welt. Zuletzt bei der großen Europatournee 2023 unter Generalmusikdirektor Vladimir Jurowski anlässlich des fünfhundertjährigen Bestehens des Bayerischen Orchesters, die die Musiker:innern von Meran und Luzern über Bukarest, Berlin und Hamburg nach London und Paris und schließlich nach Linz und Wien führte.

In diesem Zeitraum gibt es keine Vorstellungen

Bildnachweise

1742: CC-BY-SA -  Historisches Museum Frankfurt  - Inv: CO1142 -   Foto: Horst Ziegenfusz
1882: Nationalarchiv der Richard-Wagner-Stiftung, Bayreuth
1917: Emil Cardinaux, Graph. Anstalt J. E. Wolfensberger, Pfitzner. Palestrina. Gesamt-Gastspiel des Münchner Hoftheaters 1917, 1917, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Public Domain, Online: www.mkg-hamburg.de/object/mkg-e00110132
1938: Hanns Holdt - aus:Hrsg Generalintendanz der Bayerischen Staatstheater: Die Münchener Staatsoper in Mailand 29. u. 30. März, 1. u. 3. April 1938
1953: Archiv der Bayerischen Staatsoper
1984: Fotograf Unbekannt 
1988: Archiv der Bayerischen Staatsoper 
2001: Wilfried Hösl 
2006: Wilfried Hösl 
2006: Deckblat - Archiv der Bayerischen Staatsoper 
2015: Wilfried Hösl 
2020: Wilfried Hösl 
2023: Geoffroy Schied