KARTENVERKAUF SPIELZEITPAUSE
Während der Theaterferien sind die Tageskasse, der telefonische Kartenverkauf sowie das Abonnementbüro vom 1. August bis einschließlich 31. August 2026 geschlossen. Schriftliche Bestellungen werden weiterhin bearbeitet. Auch online können Sie weiterhin Karten erwerben.
Die unmögliche Enzyklopädie Nr. 44: „Kompromiss“
Die unmögliche Enzyklopädie Nr. 44: „Kompromiss“

Ein schier unmögliches Unterfangen: Schon die französischen Aufklärer d’Alembert und Diderot hatten die Idee, sämtliches Wissen der Welt festzuhalten und für alle systematisch aufzuarbeiten. Die Enzyklopädie wurde ein großer Erfolg – als gedankliches Projekt hingegen ist sie natürlich bis heute nicht abgeschlossen. Auch die Welt des Musiktheaters bietet eine Fülle an Begriffen, die Künstler bis heute immer wieder beschäftigen.
Die Dramaturgie von Staatsoper und Staatsballett lädt Sie daher auf eine gewagte Entdeckungsreise ein. Werden Sie zum Kenner zahlreicher Geheimnisse von Oper und Ballett und lassen Sie sich einmal im Monat an entlegene, ungesehene Orte der Oper entführen und kommen Sie mit einem Begriff auf die Spur – zusammen mit Künstlern und Musikern unseres Opernhauses sowie mit Experten unterschiedlichster Profession und Passion.
Der Kompromiss hat es nicht leicht. Meist hält man ihn für faul, denn er verwässert gute Ideen. Wer sich mit ihm zufriedengibt, hat nicht genug für seine Sache gekämpft; wer dauernd Kompromisse eingeht, von dem bleibt am Ende nicht viel übrig. Wie weit dürfen wir aufeinander zugehen, ohne unseren Standpunkt zu verlieren?
Heutzutage – so scheint es – hat der Kompromiss keinen guten Ruf. „Keine Kompromisse!“ schallt es uns entgegen – aus der Werbung, die mit vorgeblicher äußerer oder funktionaler Puristik zum Kauf animieren will, und zunehmend auch in der Politik, die auf Konfrontation setzt statt auf Konsens, und das scheint ja prima zu klappen. Aber ist deren vornehmstes Instrumentarium, die Diplomatie, nicht eigentlich die Kunst des Kompromisses per excellence?
Und die Bühnenkünste, Oper, Ballett, auch Konzerte, sind doch ein Zusammenspiel verschiedenster Kunstformen und vor allem vieler Künstlerinnen und Künstler – jener Spezies, deren Metier man landläufig mit besonders großer Selbstbestimmtheit und Unabhängigkeit verbindet, die aber hier doch offensichtlich alle miteinander an einem großen Kompromiss arbeiten. Was geschieht hier: Verstehen wir da etwas falsch? Ist es Zeit, über den Begriff Kompromiss neu nachzudenken?