Die unmögliche Enzyklopädie Nr. 45: „Gewalt/en“
Freunde-Foyer (Eingang Nord, Alfons-Goppel-Straße)
FSK ab 18 Jahren (aufgrund der Klassifizierung des verwendeten Videomaterials)
Während der Theaterferien sind die Tageskasse, der telefonische Kartenverkauf sowie das Abonnementbüro vom 1. August bis einschließlich 31. August 2026 geschlossen. Schriftliche Bestellungen werden weiterhin bearbeitet. Auch online können Sie weiterhin Karten erwerben.
Die unmögliche Enzyklopädie Nr. 45: „Gewalt/en“
Freunde-Foyer (Eingang Nord, Alfons-Goppel-Straße)
FSK ab 18 Jahren (aufgrund der Klassifizierung des verwendeten Videomaterials)

Ein schier unmögliches Unterfangen: Schon die französischen Aufklärer d’Alembert und Diderot hatten die Idee, sämtliches Wissen der Welt festzuhalten und für alle systematisch aufzuarbeiten. Die Enzyklopädie wurde ein großer Erfolg – als gedankliches Projekt hingegen ist sie natürlich bis heute nicht abgeschlossen. Auch die Welt des Musiktheaters bietet eine Fülle an Begriffen, die Künstler bis heute immer wieder beschäftigen.
Die Dramaturgie von Staatsoper und Staatsballett lädt Sie daher auf eine gewagte Entdeckungsreise ein. Werden Sie zum Kenner zahlreicher Geheimnisse von Oper und Ballett und lassen Sie sich einmal im Monat an entlegene, ungesehene Orte der Oper entführen und kommen Sie mit einem Begriff auf die Spur – zusammen mit Künstlern und Musikern unseres Opernhauses sowie mit Experten unterschiedlichster Profession und Passion.
Einerseits wollen wir die physische Gewalt aus dem Zusammenleben in unserer zivilisierten Gesellschaft verbannt sehen und weder selbst zum Opfer roher Gewalt werden noch miterleben müssen, wie Mitmenschen dieselbe zugefügt wird. Wir übertragen daher dem Staat das Gewaltmonopol, damit dieser in legitimer Form Recht und Ordnung stiften kann. Andererseits lässt sich eine große Faszination für das Thema Gewalt nicht bestreiten: Längst ist durch Studien deren anziehende Wirkung in Kinofilmen belegt, obwohl sie als unangenehm empfunden wird. In der Kunst ist sie allerdings kein neues Phänomen. Schon in Homers Ilias werden Massaker brutalster Art in Detailaufnahmen zeitlupenartig in versprachlichter Form geschildert und auch auf der Opernbühne wird bekanntlich reichlich gemordet: Während Otello seine vermeintlich untreue Gattin Desdemona auf offener Bühne erbarmungslos erwürgt und sich anschließend selbst richtet, bleibt die Enthauptung Jochanaans unserer Imagination überlassen; nicht aber Salomes Spiel mit dem geschändeten Körper mitsamt Liebkosung.