Die Hermann-Levi-Akademie

Die Hermann-Levi-Akademie fördert begabte Nachwuchsmusiker:innen, indem sie ihnen Orchesterpraxis unter professionellen Bedingungen ermöglicht – vor allem in der Opernliteratur mit ihren spezifischen Anforderungen, aber auch im symphonischen Bereich.

Die Hermann-Levi-Akademie des Bayerischen Staatsorchesters wurde 2002 unter dem Namen Orchesterakademie des Bayerischen Staatsorchesters gegründet, um die jahrhundertealte Tradition eines der ältesten deutschen Orchester an junge Musiker:innen weiterzugeben und auf diese Weise die besondere Klangvorstellung und Spielkultur für nachfolgende Generationen lebendig zu halten. Seit Juli 2021 trägt die Orchesterakademie den Namen „Hermann-Levi-Akademie“ um Hermann Levis Bedeutung für die Musik und insbesondere seinem zukunftsweisenden Schaffen am Nationaltheater München Rechnung zu tragen.

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Alle Informationen zu Voraussetzungen, Fristen und Bewerbungsverfahren finden Sie unterwww.staatsoper.de/jobs/probespiele 
 

TERMINE DER HERMANN-LEVI-AKADEMIE

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DIE AUSBILDUNG BEI DER HERMANN-LEVI-AKADEMIE

Die Hermann-Levi-Akademie des Bayerischen Staatsorchesters bietet hochbegabten Musiker:innen bis zum 26. Lebensjahr die Möglichkeit, erste professionelle Erfahrungen zu sammeln und die Arbeit sowie das umfangreiche Repertoire eines der weltweit führenden Opernorchester kennenzulernen. 

Innerhalb von zwei Jahren werden die Akademist:innen monatlich bis zu zehnmal für Proben, Konzerte sowie Opern- und Ballettvorstellungen herangezogen und erhalten zusätzlich regelmäßig Unterricht bei Mitgliedern des Bayerischen Staatsorchesters. 

Die Ausbildung umfasst zudem kammermusikalische und solistische Auftritte, Probespiel-Vorbereitung und mentales Training. Absolvent:innen der Hermann-Levi-Akademie wurden zum Teil vom Bayerischen Staatsorchester übernommen oder von namhaften Orchestern in Oslo, Basel, Stockholm, Berlin und anderen Städten engagiert.

Die Ausbildung der Stipendiat:innen umfasst vier Schwerpunkte: Orchesterpraxis, Unterricht, Kammermusik und mentales Training:

1. ORCHESTERPRAXIS
Kern der Akademie ist die Mitwirkung beim Bayerischen Staatsorchester im Rahmen von zehn Diensten pro Monat – dies können Proben, Opern- beziehungsweise Ballettvorstellungen oder Konzerte sein. Hier können die Stipendiat:innen mit Generalmusikdirektor Vladimir Jurowski und anderen namhaften Dirigent:innen das Opernrepertoire von der Klassik bis hin zur Moderne erarbeiten. Über die aktive Teilnahme im Orchester hinaus stehen den jungen Musiker:innen die Türen zu allen Proben, Vorstellungen und Konzerten am Haus auch als Zuhörer:innen offen. Sie können die Entstehung ganzer Opernproduktionen von Beginn an aus nächster Nähe verfolgen und dabei namhaften Sänger:innen und Regisseur:innen über die Schulter blicken. Die musikalische Bildung geht also weit über das rein Instrumentale hinaus und trägt damit zur Entwicklung der jungen Musiker:innen zu künstlerischen Persönlichkeiten bei.

2. UNTERRICHT
Die Akademist:innen erhalten regelmäßig Unterricht von den Solist:innen des Orchesters. Im Unterricht werden zunächst die auf dem Spielplan stehenden Stücke studiert, um den Akademist:innen einen problemlosen Einstieg in den Opernalltag zu ermöglichen. Gleichermaßen dient der Unterricht zur Vorbereitung von Probespielprogrammen sowie der Solo-Literatur jedes Instruments.

3. KAMMERMUSIK
In der zu einem wunderschönen Konzertsaal umgestalteten Allerheiligen-Hofkirche der Münchner Residenz – die auch die Kammermusikreihe des Orchesters beheimatet – finden zwei- bis dreimal pro Spielzeit Kammerkonzerte der Akademist:innen statt. Sie werden in zusätzlichem Unterricht von Orchestermitgliedern intensiv vorbereitet und betreut. Durch die Zusammenarbeit mit den Sänger:innen des Opernstudios der Bayerischen Staatsoper bei einem der jährlichen Kammerkonzerte entstehen zudem spannende Programme, die einen Blick über den Tellerrand der reinen Instrumentalmusik erlauben. Eine besondere Möglichkeit der direkten Zusammenarbeit mit Generalmusikdirektor Vladimir Jurowski bietet sich bei den jährlichen Festspiel-Konzerten, bei denen unter anderem eigens für die Besetzung der Hermann-Levi-Akademie geschriebene Werke von ihm persönlich einstudiert und aufgeführt werden.

4. MENTALES TRAINING
Um die Stipendiat:innen auf die ständig steigenden Anforderungen bei Probespielen in Spitzenorchestern umfassend vorzubereiten, erhalten sie zusätzlich zur instrumentalen Ausbildung im Unterricht regelmäßig ein spezielles mentales Training unter Anleitung der erfahrenen, auf die Arbeit mit Musiker:innen spezialisierten Diplom-Psychologin Ulrike Klees.

KONTAKT ZUR HERMANN-LEVI-AKADEMIE

Hermann-Levi-Akademie des Bayerischen Staatsorchesters
z.Hd. Mia Huppert
Max-Joseph-Platz 2
80539 München

Bei Fragen zur Hermann-Levi-Akademie wenden Sie sich bitte an Mia Huppert unter +49 89 21 85 13 10.

INFORMATIONEN ZU HERMANN LEVI

Hermann Levi verbindet in seiner Künstlerpersönlichkeit die beiden Schwerpunkte, in denen sich das Bayerische Staatsorchester auszeichnet: Oper und Konzert. Er war viele Jahre einer der engsten Freunde Johannes Brahms’ und hat mehrere seiner Werke uraufgeführt. Später wurde er zum wichtigsten musikalischen Mitarbeiter Richard Wagners und blieb bis 1894 unverzichtbarer Dirigent bei den Bayreuther Festspielen. Auch für andere zeitgenössische Komponisten, die im damaligen Repertoire noch nicht allgemein anerkannt waren, setzte er sich ein, so zum Beispiel für Robert Schumann, Anton Bruckner, Hector Berlioz und Peter Tschaikowski. Darüber hinaus ist ihm zu verdanken, dass sich Mozarts da-Ponte-Opern als Zyklus auf den Opernbühnen etabliert haben; er hat alle drei weitgehend in ihrer Originalform aufgeführt und werkgetreu übersetzt. Viele sprichwörtlich gewordene Formulierungen wie „Reich mir die Hand, mein Leben“ gehen auf Levi zurück. Nicht zuletzt hat er junge Musiker:innen gefördert, frühe Orchesterwerke des heranwachsenden Richard Strauss’ uraufgeführt und ihn auch bei seinen ersten Schritten als Dirigent unterstützt und empfohlen.

Aufgrund seiner jüdischen Herkunft wurde Levis Bedeutung seit den 1930er Jahren heruntergespielt und sein Andenken vernachlässigt. Als Teil der Bemühungen, dieses Versäumnis richtigzustellen, trägt die Orchesterakademie seit Juli 2021 den Namen „Hermann-Levi-Akademie“: als fortwährende Erinnerung an Hermann Levis Bedeutung für die Musik und insbesondere sein zukunftsweisendes Schaffen am Nationaltheater München und als inhärente Verpflichtung, die hinter seinem Namen stehende Geschichte auch nachfolgenden Generationen weiterzuerzählen.

PAT:INNEN DER HERMANN-LEVI-AKADEMIE

Unser Dank gilt den Förderern der Hermann-Levi-Akademie, die mit ihrer Unterstützung maßgeblich zur Nachwuchsförderung beim Bayerischen Staatsorchester beitragen:

Hauptsponsor der Hermann-Levi-Akademie: SIEMENS

Weitere Förderer der Hermann-Levi-Akademie:
Freunde des Nationaltheaters e.V., Dr. Helmut Röschinger


Sie möchten auch zur Nachwuchsförderung des Bayerischen Staatsorchesters beitragen oder sich über weitere Fördermöglichkeiten informieren? Unsere Mitarbeiter:innen des Developments freuen sich von Ihnen zu hören und helfen gerne weiter:

Development der Bayerischen Staatsoper
development@staatsoper.de 
+49 89 21 85 10 39