20.00 Uhr | Bunker, Architekturgalerie München, Blumenstraße 22

Stelldichein!#4

Offstage 360

Offstage 360

Stelldichein!#4


Die Reihe Stelldichein! nimmt Spielzeitmotto und Themen der Opernpremieren zum Ausgangspunkt und entwickelt mit kulturellen Partnern der Stadt individuelle Formate, interdisziplinär und vielseitig.

Das vierte Stelldichein! widmet sich noch einmal dem Thema der Spielzeit Gesänge von Liebe und Krieg und verbindet sich zudem mit der Premiere von Krieg und Frieden von Sergej Prokofjew.
Wir sind zu Gast im ehemaligen Hochbunker an der Blumenstrasse, der im zweiten Weltkrieg als ziviler Luftschutzbunker von den Nationalsozialisten errichtet wurde. Seit 2017 ist der Ort öffentlich zugänglich: Die Architekturgalerie München baut den Bunker um und macht ihn zu einem Ort der Baukultur und Kunst. Gemeinsam mit der Architekturgalerie, morePlatz und der Bayerischen Staatsoper entstand die Idee zu einem Ausstellungsprojekt, das die historische Identität des Ortes erfahrbar macht und zugleich unsere Zeit reflektiert: Auf drei Etagen der Architekturgalerie entfalten sich eine Ausstellung und Musik.
Die Ausstellung Rushnyk – Desastres de la guerra (Die Schrecken des Krieges) verarbeitet Grafiken des spanischen Malers Francisco de Goya, die in den Jahren 1810 bis 1814 entstanden. Die Aquatinta-Radierungen schildern die Gräueltaten der Soldaten Napoleons im Kampf mit der aufständischen spanischen Bevölkerung gegen die französische Besatzung. Diese Radierungen verarbeitet Caro Baumann für die Ausstellung als Stickbilder, sogenannte Rushnyks, die eine traditionelle ukrainische Sticktechnik verwenden. Angefertigt werden diese Bilder u.a. von aus der Ukraine nach Deutschland geflüchteten Frauen. Kontrastierend zu Rushnyk – Desastres de la guerra werden im zweiter Obergeschoß farblich verfremdete Stadtansichten aus Kiew zu Friedenszeiten gezeigt. Die Bildserie wurde von Johannes Schele während einer Vortragsreise im Jahr 2010 fotografiert.

Zu der Ausstellung erklingen in den Räumen des Architekturgalerie Werke von Sergej Prokofjew und den ukrainischen Komponistinnen Anna Korsun und Victoria Poleva.

Das Stelldichein! ist gleichzeitig die Vernissage zur Ausstellung Rushnyk – Desastres de la guerra.

23. Juni - 6. Juli 2023, Montag - Samstag von 13 - 18 Uhr.
Anmeldung im ZUHÖRRAUM auf dem Platz vor der Architekturgalerie.

BMW GLOBAL Partner
In Kooperation mit
Mit freundlicher Unterstützung der

„We are both of one country, in one island and of one blood.“

In der Reihe Stelldichein! nimmt die Bayerische Staatsoper Spielzeitmotto und -premieren zum Ausgangspunkt für besondere Partnerschaften. Die ambivalente Beziehung der Herrscherinnen Mary Stuart und Elizabeth Tudor steht im Zentrum unserer Begegnung im Literaturhaus München. Dort findet zwischen dem 21. und 30. April 2026 das diesjährige Literaturfest statt.

Wie frei war die englische Königin in ihrer Entscheidung, die Hinrichtung ihrer Cousine zu veranlassen? Welche menschlichen Seiten verbergen sich hinter der Fassade monarchischer Repräsentation? Diesen Fragen gehen seit Jahrhunderten nicht nur die Geschichtsschreibung und zahlreiche künstlerische Adaptionen nach, sondern auch der australische Komponist Brett Dean und seine Librettistin Heather Betts in ihrer Oper Of One Blood, die im Mai an der Bayerischen Staatsoper uraufgeführt wird.

Im Literaturhaus sollen die beiden Königinnen selbst zu Wort kommen: Pia Händler und Lisa Stiegler sind nicht nur Ensemblemitglieder am Residenztheater, sondern verkörpern dort auch die beiden Frauen in der jüngsten Inszenierung von Friedrich Schillers Maria Stuart. Die fiktive Konfrontationsszene aus diesem einflussreichen deutschen Drama wird ergänzt durch Texte von Elfriede Jelinek und Stefan Zweig.

Die Lesungen verschränken sich mit einem musikalischen Programm, das von der Mezzosopranistin Lotte Betts-Dean und Mitgliedern des Bayerischen Staatsorchesters gestaltet wird: Kompositionen von Brett Dean auf Texte der historischen Mary Stuart geben einen Vorgeschmack auf seine große Oper im Nationaltheater.