19.00 Uhr | Kunstlabor 2, Dachauerstr. 90

Stelldichein! #3 - Ligeti Meets Kafka im Kunstlabor 2

Offstage 360

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Stelldichein! #3 - Ligeti Meets Kafka im Kunstlabor 2


Die Reihe Stelldichein! nimmt Spielzeitmotto und Themen der Opernpremieren zum Ausgangspunkt und entwickelt mit kulturellen Partnern der Stadt individuelle Formate, interdisziplinär und vielseitig.

György Ligetis musikalische Bandbreite ist enorm. Er komponierte Autohupenfanfaren und hochdramatische Chormusik, ließ Metronome zum Cluster anschwellen und verstand sich auf filigranste Klaviermusik. Beim Stelldichein! #3 im Kunstlabor 2 an der Dachauer Straße trifft seine wunderbar enigmatische Kammermusik auf skurril-untergründige Texte von Franz Kafka und Daniil Charms. In einem Parcours durch die Räume des Kunstlabors begegnen die Zuschauer:innen tänzerischen Improvisationen und einer Choreographie zu Ligetis „Three Pieces for Two Pianos“, Kafkas und Charms’ rätselhaft-faszinierenden Erzählminiaturen sowie Ligetis Streichquartett Nr. 1 mit dem verheißungsvollen Titel „Métamorphoses nocturnes“. Es spielen Mitglieder des Bayerischen Staatsorchesters, vom Bayerischen Staatsballett tanzen Mariia Malinina und Florian Sollfrank, und es liest Valentino Dalle Mura vom Residenztheater.

Außerdem hat das Publikum Gelegenheit, die ständige Ausstellung im Kunstlabor sowie die Sonderausstellung der Bildenden Künstlerin Dasha Minkina zu besuchen und im Anschluss mit beteiligten Künstler:innen ins Gespräch zu kommen. The Artist is Present!

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„We are both of one country, in one island and of one blood.“

In der Reihe Stelldichein! nimmt die Bayerische Staatsoper Spielzeitmotto und -premieren zum Ausgangspunkt für besondere Partnerschaften. Die ambivalente Beziehung der Herrscherinnen Mary Stuart und Elizabeth Tudor steht im Zentrum unserer Begegnung im Literaturhaus München. Dort findet zwischen dem 21. und 30. April 2026 das diesjährige Literaturfest statt.

Wie frei war die englische Königin in ihrer Entscheidung, die Hinrichtung ihrer Cousine zu veranlassen? Welche menschlichen Seiten verbergen sich hinter der Fassade monarchischer Repräsentation? Diesen Fragen gehen seit Jahrhunderten nicht nur die Geschichtsschreibung und zahlreiche künstlerische Adaptionen nach, sondern auch der australische Komponist Brett Dean und seine Librettistin Heather Betts in ihrer Oper Of One Blood, die im Mai an der Bayerischen Staatsoper uraufgeführt wird.

Im Literaturhaus sollen die beiden Königinnen selbst zu Wort kommen: Pia Händler und Lisa Stiegler sind nicht nur Ensemblemitglieder am Residenztheater, sondern verkörpern dort auch die beiden Frauen in der jüngsten Inszenierung von Friedrich Schillers Maria Stuart. Die fiktive Konfrontationsszene aus diesem einflussreichen deutschen Drama wird ergänzt durch Texte von Elfriede Jelinek und Stefan Zweig.

Die Lesungen verschränken sich mit einem musikalischen Programm, das von der Mezzosopranistin Lotte Betts-Dean und Mitgliedern des Bayerischen Staatsorchesters gestaltet wird: Kompositionen von Brett Dean auf Texte der historischen Mary Stuart geben einen Vorgeschmack auf seine große Oper im Nationaltheater.