C A R P A T H I A
Der Mythos der Untoten
Premiere am 25. November 2026
Choreographie Edward Clug. Musik Milko Lazar.
Während der Theaterferien sind die Tageskasse, der telefonische Kartenverkauf sowie das Abonnementbüro vom 1. August bis einschließlich 31. August 2026 geschlossen. Schriftliche Bestellungen werden weiterhin bearbeitet. Auch online können Sie weiterhin Karten erwerben.
C A R P A T H I A
Der Mythos der Untoten
Edward Clug
Preise
K
, €
132
/ 115
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Premiere am 25. November 2026
Choreographie Edward Clug. Musik Milko Lazar.
Auf der ersten Seite von Bram Stokers Roman Dracula (1897) nimmt eine genau beschriebene Reise ihren Anfang in München. Mehr als ein Jahrhundert später entsteht C A R P A T H I A ebenfalls in München – nicht als simple Nacherzählung, sondern als Neugestaltung im Zeichen einer Rückkehr. Edward Clug kontrapunktiert die Erzählung durch seinen biographischen Hintergrund. Der aus Siebenbürgen („Transsylvanien“) stammende Choreograph wendet sich von den kommerziellen Bildern ab, die sich in der modernen Kultur um den Mythos der Untoten angesammelt haben. Stattdessen holt er sich zurück, was einst aus seiner Heimat entlehnt wurde, und führt es an seinen Ursprungsort zurück: in die Karpatenlandschaft mit ihren archaischen Ritualen, ihrem zyklischen Zeitgefühl und ihrem vormodernen Verständnis des Geheiligten.
C A R P A T H I A – Der Mythos der Untoten entfaltet sich als eine Abfolge ritueller Zustände, in denen Bedeutung durch Transformation entsteht – ein Akt der Rückkehr und der stillen Reinigung. Im Zentrum steht ein Bruch: der Verlust des Gleichgewichts zwischen den Menschen und der heiligen Ordnung, in der sie leben. Unsterblichkeit erscheint nicht als Macht oder Verführung, sondern als Last; das Böse wird nicht personifiziert, sondern als Folge des besagten Verlustes empfunden. Der Körper wird zum primären Ort, an dem dieser Bruch sich äußert und ertragen wird.
Inspiriert von Stokers Roman und seinen einflussreichen Verfilmungen, insbesondere jenen von Friedrich Wilhelm Murnau (1922) und Werner Herzog (1979), begibt sich Clug in einen Dialog zwischen entlehnten Mythen und wiedergewonnenen Ritualen, zwischen exponierter und verwandelter Dunkelheit. Die speziell für diese Produktion komponierte Musik von Milko Lazar formt die Zeit als Puls und Atem und verstärkt so den Verlauf des Werks vom Bruch hin zur Transformation.
Ein Graf, der in Transsylvanien lebt, will ein Anwesen in England erwerben. Der junge englische Sekretär, den er mit den Formalitäten beauftragt, reist zum Schloss des Auftraggebers. Dort wird ihm klar, dass der Graf ein Untoter ist und vom Blut anderer Menschen lebt. Jahrhunderte zuvor hatte dieser aus Trauer über den Tod seiner Frau dem Glauben an Gott abgeschworen und diese Verdammnis bereitwillig akzeptiert. Der Reisende ist in großer Gefahr, dem Tod durch Aussaugen seines Blutes entrinnt er um Haaresbreite. Doch durch einen Biss des Grafen bleibt er gezeichnet. Zurück in England erkennt er, dass auch seine Gattin den dunklen Mächten unterworfen ist. Der Graf reist nach England und hinterlässt hinter sich eine Spur des Todes. In einer enormen Kraftanstrengung gelingt es schließlich, den Grafen unschädlich zu machen. Ein Neuanfang ist nun für die Zurückgebliebenen möglich.
Fotografie und Art Direction © Martina Borsche, Treatment © Serifa