Maurice Ravel

Der 1875 in Ciboure (Frankreich) geborene und 1937 in Paris verstorbene Komponist erhielt seine Ausbildung am Pariser Conservatoire. Nach dem Ersten Weltkrieg avancierte Ravel zu einem der am stärksten beachteten Protagonisten des französischen Musiklebens. Als Dirigent, Pianist und Liedbegleiter unternahm er Tourneen durch ganz Europa, im Jahr 1928 auch durch die USA. Anfang der 1930er Jahre verschlechterte sich Ravels Gesundheitszustand, so dass nach 1933 keine neuen Werke mehr entstanden. Im Konzertleben sind vor allem Ravels Klavierzyklen Miroirs (1904/05), Gaspard de la nuit (1908), Valses nobles et sentimentales (1911) und Le Tombeau de Couperin (1914/17) präsent – zum Teil auch in Orchesterfassungen –, außerdem die beiden Klavierkonzerte (1929–31). Ravels Orchestrierung von Modest Mussorgskis Klavierzyklus Bilder einer Ausstellung ist ebenfalls Bestandteil des musikalischen Kanons. Die beiden Opern L’Heure espagnole (1907–09) und L’Enfant et les sortilèges (1919–25) haben sich fest im Repertoire etabliert, zwei weitere Opernprojekte (Olympia nach E. T. A. Hoffmann und La Cloche engloutie nach Gerhart Hauptmann) blieben unvollendet. An eigenständigen Ballettmusiken Ravels sind Daphnis et Chloé (1912) – ein Auftrag Sergej Djagilews –, La Valse (1919/20) und Boléro (1928) zu nennen.