Die Soldaten
Komponist Bernd Alois Zimmermann. Libretto vom Komponisten nach dem gleichnamigen Drama von Jakob Michael Reinhold Lenz.
Oper in vier AktenIn deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln.
Dauer ca. 2 Stunden 35 Minuten
Während der Theaterferien sind die Tageskasse, der telefonische Kartenverkauf sowie das Abonnementbüro vom 1. August bis einschließlich 31. August 2026 geschlossen. Schriftliche Bestellungen werden weiterhin bearbeitet. Auch online können Sie weiterhin Karten erwerben.
Die Soldaten
Bernd Alois Zimmermann
Komponist Bernd Alois Zimmermann. Libretto vom Komponisten nach dem gleichnamigen Drama von Jakob Michael Reinhold Lenz.
Oper in vier AktenIn deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln.
Dauer ca. 2 Stunden 35 Minuten

„Gestern, heute und morgen“ definierte Bernd Alois Zimmermann die Handlungszeit seiner 1965 in Köln uraufgeführten Oper nach dem Drama des Sturm und Drang-Dichters Jakob Michael Reinhold Lenz. Schon Lenz war der Theaterästhetik seiner Zeit weit voraus und propagierte in seinen theoretischen Schriften die Auflösung der Einheit von Zeit, Ort und Handlung. Zimmermann schuf ein multimediales Musiktheater, bei dem sich durch das Neben- und Miteinander von riesigem Orchester, Bühnenmusik, Jazz-Combo, Elektronik, Tonband und Lautsprechern und durch die Mittel von Filmprojektion und Simultanbühne Handlungsebenen überlagern und Einzelschicksale sich in einem größeren Panorama der Zerstörung, von Vergewaltigung, Selbstmord und Mord spiegeln.
Das Bürgermädchen Marie Wesener wechselt von Verehrer zu Verehrer, allesamt aus der Reihe der Offiziere und Soldaten, bis ihr der Ruf der Flatterhaftigkeit anhängt und sie zum Freiwild für die männliche Lust wird. Sie endet als Hure und Bettlerin. Ihr Fall kulminiert in Schreckensvisionen einer Jahrhunderte überspannenden Verrohung des Menschen, in das apokalyptische Bild einer endlosen Spirale sich wiederholender Zwänge und der Gewalttätigkeit des Menschen.
Die Handlung
in den Worten des Komponisten
Marie, die Tochter des Galanteriehändlers Wesener, ist mit dem Tuchhändler Stolzius verlobt. Der Baron Desportes, ein junger Offizier in französischen Diensten, macht dem jungen Bürgermädchen den Hof, und es gelingt ihm, die Sympathie Mariens zu gewinnen. Wesener selbst senkt Hoffnungen auf Standesehren in das Herz seiner Tochter, welche jedoch nichtsdestoweniger von bangen Vorahnungen befallen wird angesichts dessen, was auf sie zukommt. Die mit Desportes befreundeten Offiziere laden Stolzius, der das Regiment mit Stoffen beliefert, ins Kaffeehaus und machen ihn in verletzender und schamloser Weise auf die zwischen Desportes und Marie bestehenden Beziehungen aufmerksam. Der enttäuschte Stolzius schreibt einen Brief an Marie, welche ihrerseits enttäuscht ist und schließlich ihr Herz den Werbungen Desportes’ öffnet. Derweil amüsieren sich die Offiziere auf ihre Weise, und vergebens versuchen der Feldprediger Eisenhardt und der in der Stumpfsinnigkeit des Militärdienstes wunderlich gewordene Hauptmann Pirzel, darob eine Zielscheibe des Spottes seiner Kameraden, der Skrupellosigkeit, Verderbtheit und schrankenlosen Genusssucht im Regiment zu steuern. Als Marie Desportes lästig wird, schiebt er die im Stich Gelassene seinen Freunden zu. Stolzius tritt in das Regiment ein, um die Vorgänge um Marie im Auge behalten zu können: er wird der Bursche eines Freundes von Desportes. Gequält und niedergedrückt muss er zusehen, wie Marie von Fall zu Fall mehr zur „Soldatenhure“ wird, wie es seine empörte Mutter ausdrückt. Als der Sohn der Gräfin de la Roche sich ebenfalls in Marie verliebt, nimmt die Gräfin das Mädchen in ihr Haus auf, um sie vor den Nachstellungen der Offiziere zu schützen und gleichzeitig ihren Sohn vor Torheit zu bewahren. Marie versucht jedoch immer wieder, mit Desportes in Verbindung zu kommen. Dieser entledigt sich endgültig ihrer, indem er sie an seinem vorgeblichen Aufenthaltsort seinem Jäger in die Hände spielt. Entehrt und zerbrochen geht sie auf die Straße, während die Gräfin, ihr Vater und ihre Familie sie vergeblich suchen. Stolzius rächt seine Braut, indem er Desportes vergiftet und selbst an Gift stirbt. – Eines Tages bettelt ein Straßenmädchen Wesener an. Wesener erkennt seine Tochter nicht.
Bernd Alois Zimmermann
Die Soldaten (Programm)