Don Giovanni
Komponist Wolfgang Amadeus Mozart. Libretto von Lorenzo da Ponte.
empfohlen ab 14 JahrenDramma giocoso in 2 Akten (1787)
In italienischer Sprache. Mit deutschen und englischen Übertiteln.
Dauer ca. 3 Stunden 45 Minuten
Während der Theaterferien sind die Tageskasse, der telefonische Kartenverkauf sowie das Abonnementbüro vom 1. August bis einschließlich 31. August 2026 geschlossen. Schriftliche Bestellungen werden weiterhin bearbeitet. Auch online können Sie weiterhin Karten erwerben.
Komponist Wolfgang Amadeus Mozart. Libretto von Lorenzo da Ponte.
empfohlen ab 14 JahrenDramma giocoso in 2 Akten (1787)
In italienischer Sprache. Mit deutschen und englischen Übertiteln.
Dauer ca. 3 Stunden 45 Minuten

„Chi è morto, voi o il vecchio?“, witzelt der Diener Leporello hintersinnig, nachdem sein Herr Don Giovanni den Komtur ermordet hat. Die Geschichte vom bestraften Wüstling ist längst zum Mythos geworden. Don Giovanni spielt im Spannungsfeld zwischen einem Oben und einem Unten. Wie überhaupt in diesem Dramma giocoso zwischen Liebessehnsucht und Höllensturz Gegensätze aufeinanderprallen. In diesem Kaleidoskop aus Situationen und Figuren gibt es keine Eindeutigkeit, was schon allein dadurch evident wird, dass alle Figuren lügen – entweder anderen gegenüber oder sich selbst. Die altbekannten Komödienmotive von Rollenwechsel und Kleidertausch bekommen da eine beklemmende Doppelbödigkeit. Der Verwandlungskünstler Don Giovanni, dieser polyerotische Genussmensch, ist schwer zu fassen. In unendlichen Metamorphosen taucht er ebenso plötzlich auf, wie er gleich darauf wieder verschwindet. Die anderen Figuren wissen: Sie brauchen ihn, als Spiegel ihrer selbst. Und so ist Leporellos Frage nach dem Ableben seines Herrn nur damit zu beantworten, dass Don Giovanni ein ewiges Leben führt und uns immer wieder neu beschäftigen wird.
Dieser Don Giovanni komplettiert den neuen Da-Ponte-Zyklus. „Faust“-Preisträger David Hermann inszeniert erstmals an der Bayerischen Staatsoper. Generalmusikdirektor Vladimir Jurowski dirigiert das Werk, in dem Wolfgang Amadeus Mozart die Türen zu einer neuen Welt aufgestoßen hat, aus der es kein Zurück mehr gibt.
David Hermann hat sich als einer der wichtigsten Opernregisseure seiner Generation profiliert. Er studierte an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin und gewann im Jahr 2000 den ersten Preis beim Ring Award in Graz. Für seine Křenek-Trilogie, die in der Kategorie „Rediscovered Works“ gewann, wurde er bei den International Opera Awards 2018 in London als bester Regisseur nominiert. Seine Uraufführungsinszenierung von Gordon Kampes Oper Dogville am Aalto Theater Essen wurde 2023 mit dem deutschen Theaterpreis Der Faust ausgezeichnet.
Mit dem Ausstatter Jo Schramm verbindet ihn eine langjährige Zusammenarbeit, zuletzt bei Die Frau ohne Schatten in Stuttgart.
Die Kostümbildnerin Sibylle Wallum studierte in London Bühnen- und Kostümbild. 2021 wurden ihre Kostüme für Schillers Maria Stuart von der Fachzeitschrift theater heute als Kostümbild des Jahres ausgezeichnet. Einen bemerkenswerten Erfolg feierte das Team Hermann-Schramm-Wallum mit dem Musiktheaterabend Warten auf Heute 2022 an der Oper Frankfurt, der Werke von Arnold Schönberg und Frank Martin zu einer packenden Erzählung verdichtete.
OUVERTÜRE
Voller Spannung hat sie diesen Tag ersehnt: Endlich darf Proserpina, Gattin von Pluto, dem Herrscher der Unterwelt, wieder ein halbes Jahr auf die Oberwelt zurückkehren. Einst hatte Pluto sie entführt und gegen ihren Willen geheiratet. Zwar ist Proserpina seitdem Göttin des Hades, doch das Leben dort unten ist eintönig und der Totengott Pluto in seiner Tumbheit und Eifersucht äußerst unangenehm. Jedoch werden ihr jedes Jahr sechs Monate unter den Lebenden gewährt. Proserpina freut sich auf diese Zeit, die sie in vollen Zügen, mit Bällen, Musik und zahlreichen Festessen zu genießen gedenkt.
1. AKT
In der Oberwelt findet Proserpina sich in einem luxuriösen Apartment wieder und stößt auf einen attraktiven Mann: Don Giovanni. Abenteuerlustig beschließt sie, seine Gestalt anzunehmen. Eine Frau taucht aus dem Badezimmer auf: Es ist Donna Anna, die nun Don Giovanni zur Fortsetzung des Liebesspiels auffordert, ohne Kenntnis davon, dass sich im Körper ihres Liebhabers inzwischen Proserpina befindet. Donna Annas Vater, der Komtur, überrascht die beiden. Im Streit mit „Don Giovanni“ stirbt der Komtur. Ihrem Verlobten Don Ottavio gegenüber will Donna Anna ihren Seitensprung unbedingt vertuschen und bittet ihn inständig, ihren Vater zu rächen.
Donna Elvira, Don Giovannis Ehefrau, will die Scheidung einreichen. Ungerührt trägt ihr Leporello die Liste der Frauen vor, die sein Herr Don Giovanni verführt hat.
Zerlina und Masetto feiern Hochzeit. „Don Giovanni“ kommt hinzu und zeigt großes Interesse an Zerlina. Leporello bringt die Hochzeitsgesellschaft auf Don Giovannis Schloss. „Don Giovanni“ gelingt es, in Zerlina Zweifel zu wecken, ob Masetto der Richtige für sie ist. Donna Elvira tritt dazwischen, bezichtigt Don Giovanni permanenter Untreue und nimmt Zerlina mit sich.
Eine neue unangenehme Situation kündigt sich an: Donna Anna und Don Ottavio bitten „Don Giovanni“ darum, sie beide bei der Wiederherstellung der Familienehre zu unterstützen. Als Donna Elvira völlig aufgewühlt zu ihnen stößt, erregt sie das Mitleid des Paares.
Allein mit Don Ottavio zurückgeblieben, behauptet Donna Anna, in Don Giovanni den Mann erkannt zu haben, der ihr Gewalt antun wollte. Don Ottavio lässt sich von ihrer Schilderung der Geschehnisse nicht überzeugen.
Zerlina und Masetto versöhnen sich fürs erste. Beide folgen „Don Giovannis“ Einladung zum Fest.
Bei einem großen Maskenball will „Don Giovanni“ die knapp bemessene Zeit auf derOberwelt und die ungewohnte Freiheit voll auskosten. Auch Donna Anna, Donna Elvira und Don Ottavio sind unter den Gästen: Das Trio will Don Giovanni das Handwerk legen. Zerlina fühlt sich zu „Don Giovanni“ hingezogen. Als sie ungesehen von den anderen einen Schrei des Entsetzens ausstößt, glauben die Gäste an eine Vergewaltigung und gehen auf „Don Giovanni“ los. Herr und Diener können jedoch entkommen.
2. AKT
Leporello kündigt „Don Giovanni“ die Gefolgschaft auf, kann aber mit Geld eines Besseren belehrt werden. „Don Giovanni“ erklärt, es auf Donna Elviras Zofe abgesehen zu haben. Um sich ihr unbefangen nähern zu können, tauscht „er“ seinen Mantel mit demjenigen Leporellos. Überrascht von „Don Giovannis“ Liebesschwüren, lässt sich Donna Elvira von Leporello, den sie für den echten Don Giovanni hält, verführen. Masetto weiht den vermeintlichen Leporello in seinen Plan ein, Don Giovanni verprügeln zu wollen. Zerlina beschwichtigt Masetto, der von „Don Giovanni“ hart angegangen wurde.
Leporello bemüht sich verzweifelt, Donna Elvira abzuschütteln. Donna Anna, Don Ottavio, Masetto und Zerlina treten ihnen in den Weg. Donna Elvira verteidigt ihren Mann,nicht ahnend, dass sie Leporello vor sich hat. Es kommt zum Gerichtsprozess: Don Ottavio übernimmt die Anklage. Leporello, der falsche Don Giovanni, wird verurteilt. Als er später „Don Giovanni“ von seinen Erlebnissen berichtet, erklingt die Stimme des Komturs. Übermütig lädt „Don Giovanni“ ihn zum Essen ein, wohl wissend, dass Pluto bald erscheinen wird, um Proserpinas Rückkehr in die Unterwelt einzufordern.
Die Beziehung zwischen Don Ottavio und Donna Anna scheint nicht mehr zu kitten zu sein.
„Don Giovanni“ gönnt sich ein letztes Festmahl mit viel Musik und reichlich gutem Essen. Donna Elvira versucht vergeblich, „Don Giovanni“ zur Reue zu bekehren. Da taucht Pluto auf, denn Proserpinas Zeit ist wieder einmal abgelaufen. Don Giovanni fährt zur Hölle. Die auf der Oberwelt zurückbleibenden Personen erkennen, dass sie vor einem Neuanfang stehen.














um 8. n. Chr.: Der römische Dichter Ovid verarbeitet in seinen berühmten Metamorphosen den Mythos der Proserpina (griech. Persephone), die aus einer Verbindung zwischen Jupiter (griech. Zeus) und Ceres (Demeter), der Göttin der Fruchtbarkeit, hervorging. Proserpina wird von Pluto (Hades) geraubt und als seine zukünftige Gattin in die Unterwelt entführt. Nach langer, vergeblicher Suche lässt ihre Mutter die Erde verdorren. Jupiter entscheidet schließlich dass sie jedes Jahr zumindest für die Dauer von sechs Monaten (Frühling und Sommer) auf die Erde zu ihrer Mutter zurückzukehren dürfe, die restliche Zeit aber als Plutos Gattin in der Dunkelheit des Tartarus bleiben müsse.
IMAGO / H. Tschanz-Hofmann
bis 397: In seinem unvollendeten Epos De raptu Proserpinae verarbeitet Claudius Claudianus (ca. 370–404 n. Chr.) als letzter bedeutender Vertreter lateinischer Verskunst den Proserpina-Mythos. Das dritte Buch bricht mit der Klage ihrer Mutter Ceres ab. Es fehlt Jupiters Richterspruch.
24. Februar: Claudio Monteverdis L’Orfeo (Libretto von Alessandro Striggio d. J.) wird in Mantua uraufgeführt. In seiner favola in musica entscheidet das Herrscherpaar der Unterwelt über das Schicksal des Sängers Orpheus, dessen Klage Proserpina an ihr eigenes Schicksal erinnert und zu Tränen rührt. Wenngleich kein Sterblicher in die Unterwelt gelangen und kein Schatten den Tartarus wieder verlassen darf, gestattet Pluto auf Proserpinas Bitten hin, dass Orpheus seine geliebte Eurydike wieder zurück in die Welt der Lebenden bringen dürfe. Pluto knüpft an diese Erlaubnis die Bedingung, dass sich Orpheus unterwegs nicht zu Eurydike umdrehen dürfe, was schließlich zum endgültigen Verlust Eurydikes führt. Monteverdis 1630 entstandene Proserpina rapita ist nicht überliefert.
und 1630: Erste Aufführung / Druckdatum des Schauspiels El Burlador de Sevilla y convidado de piedra (Der Verführer von Sevilla und der steinerne Gast) von Tirso de Molina. Das religiöse Drama verbindet zwei Stoffkomplexe: die Liebesabenteuer eines jungen Adeligen und die Bestrafung eines Frevlers durch die Erscheinung einer Statue. Die ausbleibende Reue wird mit der ewigen Verdammnis in der Hölle vergolten. Das Stück gilt als Quelle für alle künftigen Varianten eines Stoffkomplexes, der zu den meist bearbeiteten der Weltliteratur zählt und in Italien, Frankreich und Deutschland mit je ca. 100 Fassungen vertreten ist.
Wikimedia Commons/from Pinterest -
CC BY-SA 4.0 -
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:El_burlador_de_Sevilla.jpg
Le Ravissement de Proserpine von Jean Claveret dient Philippe Quinault als Vorlage für das von ihm verfasste Textbuch zu Proserpine, das Jean-Baptiste Lully 1680 vertont.
Il convitato di pietra: Bearbeitung des Don Juan-Stückes El Burlador de Sevilla für die italienische Bühne seitens des italienischen Theaterdichters Giacinto Andrea Cicognini (1606–1649).
In Neapel ist die Bearbeitung des Convitato di pietra von Onofrio Giliberto zu sehen. In den italienischen Komödien jener Zeit wurden die Typen der Stegreifkomödie mit ihren typischen Streichen (lazzi) in der Tradition der Commedia dell’arte eingebaut. Der religiöse Aspekt wurde eher vernachlässigt.
Carlo Goldonis Komödie Don Giovanni Tenorio ossia il dissoluto punito erobert die Bühnen Italiens.
10. März: Geburt von Lorenzo Da Ponte in Ceneda (Teil des heutigen Vittorio Veneto), unter dem Namen Emanuele Conegliano. Er ist der älteste Sohn eines Lederhändlers, der vom Judentum zum Katholizismus konvertiert war.
Wikimedia Commons/Stich von: Michele Pekenino nach Nathaniel Rogers,
- aus: Byron’s La Profezia di Dante, 2nd edition,
translated by Da Ponte and published by R. & W. A. Bartow in 1822, public domain
27. Januar: Geburt von Johannes Chrysostomus Wolfgang Gottlieb Mozart in Salzburg
Internationale Stiftung Mozarteum
17. Oktober: Christoph Willibald Glucks Ballett Don Juan wird als erstes Handlungsballett in Wien auf ein Libretto von Ranieri de’ Calzabigi mit einer Choreographie von Gasparo Angiolini uraufgeführt.
Lorenzo Da Ponte erhält die Niederen Weihen. 1779 wird er wegen vorgeblichen Konkubinats aus der Republik Venedig verbannt.
Vincenzo Righinis dreiaktiges dramma tragicomico Il Convitato di pietra, o sia Il Dissoluto, wird in Prag uraufgeführt und im Anschluss am 21. August in Wien am Kärtnertortheater auf die Bühne gebracht.
Johann Wolfgang von Goethe schildert in seinem Monodrama Proserpina die im Tartarus umherirrende Göttin des Frühlings, die dem Biss in den Granatapfel nicht widerstehen kann und erkennen muss, dass sie nun der Unterwelt verfallen ist.
Lorenzo Da Ponte wird auf Vermittlung des Komponisten Antonio Salieri Kaiser Joseph II. vorgestellt und als Hoftheaterdichter angestellt. In Wien macht er die Bekanntschaft Giacomo Casanovas.
1. Mai: Wolfgang Amadeus Mozarts Oper Le nozze di Figaro wird am Hofburgtheater in Wien uraufgeführt. Es ist die erste Zusammenarbeit zwischen Mozart und Da Ponte. Der triumphale Erfolg der Prager Figaro-Aufführung führt zur Einladung Mozarts nach Prag. In jenem Jahr wird auch Vincente Martín y Soler Una cosa rara mit einem Textbuch von Lorenzo Da Ponte uraufgeführt. Aus jener Oper fügt Mozart im II. Akt seines Don Giovanni ein musikalisches Zitat ein. Die beiden weiteren Opern Martín y Solers für Wien sind ebenso erfolgreich, auch Il burbero di buon cuore und L’arbore di Diana basieren auf Texten Da Pontes.
Wikimedia Commons/ Unknown author - public domain
8. Januar: Mozart trifft in Prag ein. Er dirigiert seine Sinfonie, die später den Beinamen Prager tragen wird (KV 504), wird Zeuge des Erfolgs von Le nozze di Figaro. Von Pasquale Bondini, dem Prinzipal des Gräflich Nostitz’schen Nationaltheaters in Prag, erhält er den Auftrag zu einer neuen Opernkomposition für die nächste Theatersaison.
5. Februar: am Teatro Giustiniani di San Moisè in Venedig kommt die einaktige Opera buffa mit einem Vorspiel auf dem Theater Don Giovanni o sia Il Convitato di pietra mit der Musik von Giuseppe Gazzaniga (1743– 1818) und einem Textbuch von Giovanni Bertati zur Uraufführung. Diese Oper ist Teil des in Italien grassierenden Don-Juan-Fiebers, von dem auch Goethe während seines Romaufenthalts 1787/88 Notiz nimmt. Bei Gazzaniga ist die Titelpartie für einen Tenor konzipiert und wurde von Antonio Baglioni übernommen. Bertatis Text war die Vorlage für Lorenzo Da Ponte, der in seiner Ausgestaltung des Librettos zu einer zweiaktigen Oper erneut sein poetisches Vermögen wie auch seinen Witz unter Beweis stellt. Es wird gemutmaßt, dass Giacomo Casanova, als er sich in Prag aufhält, an der Erstellung des Librettos für kurze Zeit mitwirkt. Im Frühjahr beginnt Mozart, wieder in Wien, mit der Komposition. Vollenden wird er sie in Prag.
Während der Fertigstellung von Don Giovanni schreibt Da Ponte parallel an drei Textbüchern: L’arbore di Diana für Martín y Soler und Axur, re d’Ormus für Antonio Salieri. Am 14. Oktober soll anlässlich der Durchreise der Erzherzogin Maria Theresia von Toskana und ihres Gatten, des späteren Königs Anton I., eine Festoper aufgeführt werden. Mozart trifft am 4. Oktober in Prag ein. Die Proben gestalten sich langwieriger als geplant. Statt seine Opern-Neukomposition zu präsentieren, leitet er am Festtag eine Vorstellung von Le nozze di Figaro. 29. Oktober: Uraufführung des Don Giovanni im Gräflich Nostitz’schen Nationaltheater in Prag, großer Erfolg. Mozart erhält wie schon beim Figaro ein Honorar von 450 Gulden, was in etwa dem Jahresgehalt eines mittleren österreichischen Beamten jener Zeit entspricht (das Honorar für Cosi und Zauberflöte beträgt jeweils das Doppelte).
Wikimedia Commons/Karel K.
- aus: Oskar Schürer: Prag; Rohrer Verlag, Brünn 1935, S. 281 - gemeinfrei
7. Mai: Wiener Premiere des Don Giovanni (auf ausdrücklichen Wunsch des Kaisers) in einer zweiten Fassung, mit einer zusätzlichen Arie für Donna Elvira („In quali eccessi, o Numi – Mi tradì quell’alma ingrata“), einer neuen Arie für Don Ottavio („Dalla sua pace“) sowie einigen buffonesken Szenen zwischen Zerlina und Leporello. Möglicherweise wurde die Weglassung der Scena ultima mit dem Finalsextett in Erwägung gezogen.
Wikimedia Commons/ https://www.teatroverdi-trieste.com/verdi2007/00.
StagioneLirica0607/6.DonGiovanni/2.Opera.html- public domain
14. Juli: Der Sturm auf die Bastille in Paris führt zur Französischen Revolution.
26. Januar: Uraufführung von Così fan tutte im Wiener Burgtheater, die dritte und letzte Zusammenarbeit zwischen Mozart und Da Ponte.
20. Februar: Tod Kaiser Josephs II. Sein Nachfolger Leopold II. kündigt Da Ponte.
Wikimedia Commons/ unbekannt -
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Cosi_fan_tutte_-_first_performance.jpg -
Public domain
6. September: Uraufführung von La Clemenza di Tito im Gräflich Nostitz’schen Nationaltheater in Prag
30. September: Uraufführung von Die Zauberflöte mit einem Text von Emanuel Schikaneder im Freihaustheater auf der Wieden in Wien
5. Dezember: Mozart stirbt in Wien. Da Ponte muss Wien verlassen, da Leopold II. ihn nicht weiterbeschäftigt. Er reist nach Dresden, Prag und macht schließlich in Triest Station.
Österreichische Nationalbibliothek, Austria - Public Domain
Da Ponte hält sich in London auf, wird Librettist am King’s Theatre und erstellt Textbücher für Martín y Soler sowie für Peter von Winter.
Giacomo Casanova erkrankt im Februar schwer und stirbt am 4. Juni in Dux/Böhmen. In seinem Nachlass findet sich ein alternativer Textentwurf zu dem Sextett Nr. 19 aus Mozarts Don Giovanni.
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CC BY-SA 4.0 - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:
Chapel_of_Saint_Barbara_in_Duchcov_(5821).jpg
Da Ponte verlässt London und reist am 7. April nach New York.
E.T.A. Hoffmann leitet mit der Betonung dämonisch-übersinnlicher Elemente in seiner Novelle Don Juan die zunehmende Romantisierung des Mythos ein, die sich auch auf die Rezeption von Mozarts Don Giovanni auswirkt. Weitere literarische Auseinandersetzungen mit dem Mythos – etwa von Lord Byron, Puschkin und Musset – knüpfen daran an und rücken den Weltekel und Lebensüberdruss des Helden in den Mittelpunkt.
Da Ponte wird – nach Tätigkeiten u. a. als Gemüsehändler – Professor an der (späteren) Columbia University.
23. Mai: Eine Don Giovanni-Aufführung in der italienischen Originalfassung wird in New York gezeigt. Dank Da Pontes Organisationstalent wird die Finanzierung dieser ersten Aufführung in den Vereinigten Staaten ermöglicht.
From The New York Public Library -
Idno b19759762 - https://digitalcollections.nypl.org/items/
f5cd8eb0-ed34-0133-5e16-00505686a51c
Christian Dietrich Grabbes Drama Don Juanund Faust wird in Detmold uraufgeführt.
Vom Frühjahr bis zum Herbst wird auf Da Pontes Betreiben hin ein erstes festes Opernhaus in New York errichtet. Am 18. November wird das Italian Opera House mit Rossinis La gazza ladra eröffnet.
17. August: Lorenzo Da Ponte stirbt im Alter von 89 Jahren in New York.
Das Italian Opera House in New York brennt ab.
Unter dem Pseudonym Victor Eremita veröffentlicht der dänische Philosoph Søren Kierkegaard (1813–1855) sein frühes Werk Entweder – Oder mit den berühmten, hymnischen Passagen zu Mozarts Don Giovanni.
Entstehungszeit des dramatischen Gedichts Don Juan von Nikolaus Lenau (1802–1850). Das Werk bleibt Fragment, erscheint posthum 1851 und dient später Richard Strauss als Vorlage für seine gleichnamige, 1889 uraufgeführte Tondichtung.
Die Novelle Mozart auf der Reise nach Prag von Eduard Mörike (1804– 1875) erscheint. Darin wird ein romantisierendes Mozart-Bild propagiert, das sich bis in die Filmgeschichte des 20. Jahrhunderts hinein fortsetzt (Wen die Götter lieben, 1942).
Zur Eröffnung der neuen k. k. Hofoper in Wien wird mit Don Giovanni die einzige Oper Mozarts und Da Pontes gewählt, die nicht in der Kaiserstadt uraufgeführt worden ist.
Ferdinand Tewele (Künstler), Vinzenz Katzler (Lithograf),
Allegorisch-historisches Tableau zur Eröffnung der Hofoper,
1869, Wien Museum Inv.-Nr. 93982,
CC0 (https://sammlung.wienmuseum.at/objekt/519688/)
George Bernard Shaw (1856–1950) baut in sein Stück Man and Superman einen Traumakt mit Don Juan ein, der sich aus der Hölle, wo Liebe und Schönheit gefeiert werden, in den Himmel wünscht.
Ödön von Horváth vollendet Don Juankommt aus dem Krieg. Uraufführung posthum 1952 in Wien.
In seinem berühmten Essay Der Mythos des Sisyphos widmet Albert Camus ein Kapitel dem Don Juanisme: Don Juan wird für Camus zu einem Prototypen absoluter Handlungsfreiheit angesichts des Absurden. Eine moralische Wertung Don Juans unterbleibt im Unterschied zum obengenannten Schauspiel Horváths.
IMAGO/GRANGER Historical Picture Archive
5. Mai: Uraufführung der Komödie Don Juan oder die Liebe zur Geometrie von Max Frisch am Schauspielhaus Zürich. Don Juans Leidenschaft gilt der titelgebenden Teilgebiet der Mathematik.
Ein ganz verrückter Freitag (Originaltitel Freaky Friday), eine US-amerikanische Fantasyfilm-Komödie kommt in die Kinos. Der Film basiert auf dem Roman Verrückter Freitag (Freaky Friday) aus dem Jahr 1972 von Mary Rodgers, die auch das Drehbuch schrieb. Das Thema Bodyswitching (Körpertausch) findet also Eingang in die Filmgeschichte. Eine literarische Vorform ließe sich im Faust-Stoff erkennen: Der alternde Gelehrte Faust findet sich nach dem Pakt mit dem Teufel im Körper eines jungen Mannes wieder (behält aber das Bewusstsein eines alten Mannes).
Die Don Giovanni-Verfilmung von Joseph Losey kommt in die Kinos. Die Titelrolle interpretiert Ruggero Raimondi, Lorin Maazel dirigiert Chor und Orchester der Pariser Oper. Gedreht wurde u. a. in Venetien und in Venedig.
Mit Donna Giovanni brachte die mexikanische Regisseurin Jesusa Rodriguez eine ausschließlich mit Frauen besetzte Bearbeitung von Mozarts Oper auf die Bühne.
Jeremy Levens Film Don Juan DeMarco mit Johnny Depp in der Hauptrolle kommt in die Kinos. Im Film gibt es ein Happy-End zwischen Don Juan und Doña Anna.
Hanns-Josef Ortheils Roman Die Nacht des Don Juan verknüpft den personifizierten Verführer Giacomo Casanova mit dem fiktionalen Frauenhelden Don Juan.
Premierenmotiv © Somnath Bhatt