JA, MAI.Files

Das neu gegründete Festival Ja, Mai hat es in der ersten Ausgabe 2022 thematisch in sich: menschliche Extremsituationen, Liebe und Tod, Beziehungsformen fern ab der Norm, Trauer und Nacht und die Beschäftigung mit strukturellem Rassismus. Neben den zwei Opern Bluthaus und Thomas von Georg Friedrich Haas und Händl Klaus fächert das Festivalprogramm all diese Themen auf. Auch hier auf den Ja, Mai.Files wird dem Raum gegeben. In Artikeln, Bildergalerien, Podcasts und Videos sammeln wir für Sie Stück für Stück neue Eindrücke der Inszenierung und der Opern. Diese Website lädt Sie ein, immer wieder zurück zu kehren und zu erleben, welcher Aspekt neu behandelt wird. Viel Spaß!

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OBSERVATIONS: BLUTHAUS - Behind the scenes of Ja, Mai

Schreckliche Dinge geschehen im Bluthaus, die Menschen sind in Aufruhr. In dieser Sonderausgabe der Observations zum Ja, Mai-Festival werden die Verantwortlichen dafür also zum Verhör geladen: Librettist Händl Klaus beschreibt, worum es in der Geschichte, die er über eine Frau namens Nadja verfasst hat, geht und welche Klanglichkeit die Musik von Georg Friedrich Haas dem Ganzen entgegenhält. Regisseur Claus Guth legt indes seinen Zugang zum Stück dar und erläutert, wie er versucht hat mit den verschiedenen Ebenen von Gegenwart und Vergangenheit im Stück umzugehen. Am Ende wird vielleicht kein Stein mehr auf dem anderen stehen und die Protagonistin wird in einer Polizeistation aufwachen, nur weil sie ihr Haus verkaufen wollte.

OBSERVATIONS: THOMAS- Behind the scenes of Ja, Mai

In Teil zwei des Observations-Spezial zum Ja, Mai-Festival verlassen wir das gewohnte Terrain in mehrfacher Hinsicht. In der Ausgabe zu THOMAS ist zu sehen, wie ein Herz mit einem Orchester bestückt wird. Klangregisseur Zoro Babel erklärt dabei seinen Umgang mit der Musik von Georg Friedrich Haas. Regisseurin Anna-Sophie Mahler beschreibt derweil ihren Ansatz, den Zuschauer so nah wie möglich in den Trauerprozess zu integrieren. Von überall kommen Klänge, die Musik aber kommt aber sehr wahrscheinlich vom Herzen.

AUDIOFEATURE

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AUDIOFEATURE zu BLUTHAUS

Nadja möchte ihr Haus abstoßen. Das hat gewichtige Gründe: Es ist ihr Elternhaus. Ein Bluthaus. Nadjas Eltern sind tot, das Blut der Eltern wird während der ganzen Oper von ihr von den Fließen geschrubbt. Aber warum sind Nadjas Eltern tot? Die Musik vom Komponisten Georg Friedrich Haas lässt es erahnen, es ist etwas Grauenhaftes passiert. Nadja wurde von ihrem Vater sexuell missbraucht. Ob sie oder ihre Mutter den Vater erstochen hat, bleibt ungewiss. Dass er ermordet wurde, ist klar. Das Unheil sitzt in den Wänden, und wenn sie noch so weiß gestrichen sind. Der Makler Axel Freund ist beauftragt das Haus zu veräußern, die Menschen, die das Haus besichtigen scheinen wie ein allegorischer Zusammenschnitt der österreichischen Gesellschaft. Böse Nachbarn stoßen hinzu und verraten, dass es sich bei diesem Haus um ein Bluthaus handle, weil es besudelt ist mit dem Blut der Eltern, die als Untote immer noch hier spuken. Am Ende sind die Interessenten geflohen, auch für das persische Ehepaar, das zu spät kam, als hier alles schon in Entsetzen und Auflösung war, dass sich nicht so leicht schrecken lässt, weil es selbst einem Schrecken entflohen ist, auch für sie wird das Bluthaus keine Zukunft sein. Diese Oper - eine gemeinsame von Georg Friedrich Haas und vom österreichischen Dramatiker Händl Klaus - ist ein seltenes Werk, dem sich kein Mensch entziehen kann.

AUDIOFEATURE zu THOMAS

Viel wird gestorben in der Oper; fast immer, wenn es nicht gut ausgeht. Durch Gift und Dolch, an Lungenkrankheit oder an gebrochenem Herzen, aus Liebe oder aus Versehen. Hier ist das anders: Ein Mensch im Sterben, so, wie heute meistens gestorben wird, in einem Krankenhausbett. Und noch etwas ist anders: Sonst kommt der Tod am Ende eines Opernabends, hier ereignet er sich zu Beginn. Hier kommt ein atmender Organismus zu seinem Ende. Thomas - vom Komponisten Georg Friedrich Haas und Librettisten Händl Klaus - ist ein Musiktheater vom Sterben des Menschen Matthias und, mehr noch, der Trauer seines Partners Thomas. Fein oszilliert, was im Sterbezimmer des Matthias zu hören und zu sehen ist, zwischen der sogenannten realen Welt und ihren Besorgungen und Beileids-Banalitäten und der Durchlässigkeit für das extrem Übernatürliche, als das uns das Sterben in einer Welt vorkommt, die den Tod abgeschafft hat. Und es geschieht am Ende das Ungeheuerliche. Allein mit dem Toten, erscheint es Thomas, sein geliebter Matthias beginne wieder zu atmen, so wie es Isolde erscheint, wenn sie Brustkorb des toten Tristan sich wieder bewegen zu sehen meint.

TERMINE JA, MAI – DAS NEUE FESTIVAL

In diesem Zeitraum gibt es keine Vorstellungen

Karten für JA, MAI – Das Festival 22

Schriftliche Vorbestellungen werden ab 21. März 22 bearbeitet.
Karten können Sie ab 21. April 22 online über unseren Spielplan oder unten im Programm über die Ticket-Links kaufen. Außerdem stehen Ihnen unsere Tageskasse und unser Call Center zur Verfügung:

Tageskasse der Bayerischen Staatsoper
[email protected] 
+49 89 21 85 19 20
Öffnungszeiten: Mo – Sa, 10.00 – 19.00 Uhr