18.00 Uhr | Nationaltheater

Die Nacht vor Weihnachten

Nikolai Rimski-Korsakow

Preise K , € 132 / 115 / 95 / 74 / 52 / 30 / 14 / 10 Abo-Serie 61, <30

Oper

Oper
#BSOnacht

Die Nacht vor Weihnachten

Komponist Nikolai Rimski-Korsakow. Libretto vom Komponisten nach der gleichnamigen Erzählung von Nikolai Gogol.

Ein wahres Weihnachtslied. Oper in vier Akten (1895)

empfohlen ab 10 Jahren

In russischer Sprache. Mit Übertiteln in deutscher und englischer Sprache. Neuproduktion.

Dauer ca. 3 Stunden 05 Minuten

1. Akt ca. 18.00 - 18.45 Uhr 2. Akt ca. 18.45 - 19.35 Uhr Pause ca. 19.35 - 20.05 Uhr 3. Akt ca. 20.05 - 20.47 Uhr 4. Akt ca. 20.47 - 21.05 Uhr

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Wenn die Nächte am längsten sind, frostige Winde und Schneestürme über das Land fegen, dann ist die Zeit der Koliada – des (heidnischen) Festes der Wintersonnenwende und des christlich-orthodoxen Weihnachtsfestes gleichermaßen. In diesen magischen Raunächten wird die Barriere zwischen der menschlichen Welt und dem Reich der dunklen Wesen besonders dünn. Genau in diesem Zeitraum spielt Nikolai Rimski-Korsakows „wahres Weihnachtslied“ Die Nacht vor Weihnachten, nach der gleichnamigen Erzählung Nikolai Gogols.

Rimski-Korsakow verbindet Elemente slawischer Märchen und Folklore, satirischer Dorfkomödien und surrealer Traumwelten geschickt miteinander und stellt so den christlichen Weihnachtstraditionen heidnische Figuren und Rituale gegenüber. Dabei verknüpft er Weihnachten mit dem Zyklus des Sonnenjahres und erschafft eine Welt, in der ukrainischer Koliada-Gesang (ähnlich der christlichen Tradition des Sternsingens), Kirchenglocken, Teufel, Hexen, Naturgottheiten und der Kampf zwischen hellen und dunklen Geistern während der Wintersonnenwende – der „Geburt der Sonne“ – nebeneinander existieren. Hier treffen Menschen und übernatürliche Wesen direkt aufeinander: eine Hexe, die ihren Sohn von einer Liebschaft abhalten will; eben jener Sohn, der als Liebesbeweis seiner Angebeteten die goldenen Schuhe der Zarin besorgen soll; ein Teufel, der sich darüber ärgert, dass die Menschen ihn nicht mehr fürchten; eine junge Frau, gefangen in zwischenmenschlichen Gruppendynamiken; ein entführter Mond und tanzende Sterne – alles eingebettet in eine lebendige und fantasievolle Klangwelt.

Besetzung

  • Bayerisches Staatsorchester
  • Bayerischer Staatsopernchor
  • Opernballett der Bayerischen Staatsoper

Zeitstrahl

  1. 0800-12-06
  2. 0900-01-04
  3. 0988-05-14
  4. 1237-05-13
  5. 1321-08-13
  6. 1400-01-20
  7. 1547-05-28
  8. 1600-05-17
  9. 1648-12-10
  10. 1654-08-12
    1658-04-23
  11. 1667-03-24
  12. 1687-07-28
  13. 1700-05-12
    1707-11-23
    1709-02-20
  14. 1711-10-27
  15. 1725-03-21
  16. 1734-11-24
    1736-08-29
  17. 1762-07-26
    1764-09-20
  18. 1775-03-15
  19. 1795-08-26
  20. 1809-05-24
  21. 1828-08-19
  22. 1831-08-24
    1832-11-28
    1835-12-23
  23. 1844-10-28
    1848-07-17
  24. 1856-09-18
    1859-02-16
  25. 1861-05-22
    1862-06-25
    1863-08-11
    1865-04-11
    1868-02-11
  26. 1871-08-28
    1872-05-15
    1873-06-26
    1876-08-16
    1878-03-14
  27. 1880-08-17
    1881-12-31
    1887-05-18
    1888-04-24
    1889-06-14
  28. 1890-02-05
    1891-07-08
    1893-11-15
    1894-08-08
    1895-05-13
  29. 1900-01-08
    1905-08-16
    1906-05-16
    1907-08-21
    1908-06-18
    1909-06-03
  30. 1917-03-08
    1918-04-09
  31. 1991-05-01
  32. 2014-05-21
  33. 2022-08-17
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  1. Historisches Ereignis
    800

    8. Jhd. n. Chr.: Das Volk der Rus entsteht aus (vermutlich) aus Skandinavien stammenden Warägern (Wikingern), die sich an den Flussrouten zwischen der Ostsee und dem Byzantinischen Reich angesiedelt hatten.

    BN: Wikimedia Commons/Viktor Vasnetsov - Invitation of the Varangians - public domain 

  2. Historisches Ereignis
    900

    9. Jhd. n. Chr.: Auf dem Gebiet zwischen Ostseeraum, Schwarzem Meer und dem Bosporus entsteht das lose verfasste Großreich der Kiewer Rus, mit der Hauptstadt Kiew. Der Süden der heutigen Ukraine wird noch bis ins 13. Jahrhundert von nomadischen Steppenvölkern beherrscht.

  3. Historisches Ereignis
    988

    Der Herrscher der Kiewer Rus, Wladimir der Große, entscheidet sich für die Annahme des Christentums in seinem Reich. Dadurch – und durch den regen Handel mit dem Byzantinischen Reich – erleben die Kiewer Rus eine wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit.

  4. Historisches Ereignis
    1237

    Mongolische Invasion der Rus, die in der Besetzung und Zerstörung Kiews mündet. Damit endet die Zeit der Kiewer Rus; es beginnt die Zeit der mongolischen Herrschaft (auf weiten Gebieten der heutigen Ukraine) – das Reich der Goldenen Horde. Das Reich der Kiewer Rus zerfällt, zugleich fremdbeherrscht durch die Mongolen, u. a. in das Fürstentum Wladimir-Susdal, das später zum Großfürstentum Moskau wird und als Wiege der großrussischen Sprache und Kultur gilt, und das Fürstentum Galizien-Wolhynien. Der Süden der heutigen Ukraine wiederum wird zu einem eigenständigen, unter osmanischer Schutzherrschaft stehenden Krim-Chanat und ist somit islamisch.

    BN: Wikimedia Commons/Anonymer Illustrator -
    Siege of  Kiev by Batu in 1240 , aus: Illustrierter Chronik von Ivan der Schreckliche, 1560 - 1570s - public domain 

  5. Historisches Ereignis
    1321

    Aus dem Großfürstentum Wladimir-Susdal kristallisieren sich drei Teil-fürstentümer heraus, die alle den Titel des Großfürsten für sich beanspruchen: Moskau, Twer und Nischni Nowgorod. 1321 gelingt es dem Moskauer Fürsten, die Orthodoxe Kirche davon zu überzeugen, ihren Sitz von Wladimir nach Moskau zu verlegen. Damit wird Moskau zum neuen Zentrum der Rus.

  6. Historisches Ereignis
    1400

    14. Jhd. n. Chr.: Das Fürstentum Galizien-Wolhynien zerfällt; sein nördlicher Teil wird gemeinsam mit zentralukrainischen Gebieten am Dnipro mit Kiew Teil des Großfürstentums Litauen. Den südwestlichen Teil des Fürstentums erobert Kasimir der Große von Polen Mitte des 14. Jahrhunderts.
    Das Großfürstentum Wladimir-Susdal entwickelt das Selbstverständnis, der freie Teil der Rus zu sein – und stellt somit Ansprüche auf den polnisch-litauisch besetzten Teil der Rus.

  7. Historisches Ereignis
    1547

    Der Moskauer Großfürst Iwan der Schreckliche lässt sich zum Zaren der ganzen Rus krönen. Das Moskauer Selbstverständnis als freier Teil der Rus zeigt sich in der Mission, auch die anderen Teile der Rus zu befreien; somit entstehen Spannungen und Kriege mit Polen und Litauen und später dem Staat Polen-Litauen.

    BN: Wikimedia Commons/ Anonymer Illustrator -
    Krönung von Ivan IV 1547, aus: Illustrierter Chronik von Ivan der Schreckliche, 1560- 1570s - public domain 

  8. Historisches Ereignis
    1600

    16. Jhd.: Entlaufende leibeigene Bauern schließen sich zu Kosakenheeren zusammen und gründen größere Gemeinschaften am Dnipro.

  9. Historisches Ereignis
    1648

    Kosaken- und Volksaufstand in Reaktion auf die zunehmende Willkür der polnischen adligen Landbesitzer gegenüber der ukrainisch-belarussischen Landbevölkerung, auf wirtschaftliche Ausbeutung und religiösen Druck. Als sich das Glück der Kosaken zu wenden droht, sucht ihr Anführer Bohdan Chmelnyzkyj Hilfe beim Zaren.

  10. Historisches Ereignis
    1654

    Vertrag von Perejaslaw: Die Saporoger Kosaken leisten einen Treueeid auf den russischen Zaren Alexeij I. Die Kosaken bekommen das Recht der freien Wahl ihrer Hetmane und Besitzstandsrechte über ihre Ländereien zugesichert. Der Zar verpflichtet sich sogleich – zum Schutz der Ukraine – Polen-Litauen den Krieg zu erklären. Der Russisch-Polnische Krieg beginnt.

  11. Historisches Ereignis
    1658

    Vertrag von Hadjatsch zwischen Polen-Litauen und den Saporoger Kosaken. Der Vertrag sieht eine Rückkehr der Kosaken unter die Herrschaft Polen-Litauens vor, wobei sie allerdings denselben Status erhalten sollten wie die Adligen Polens und Litauens. Darüber hinaus soll auch die orthodoxe Kirche denselben Status bekommen wir die katholische. Polen unterzeichnet den Vertrag zwar, streicht die politische Autonomie der Kosaken allerdings. Die erneute Annäherung an Polen sorgt für einen blutigen Bürgerkrieg zwischen den Kosaken und den prorussischen und antipolnischen Bevölkerungsschichten in der Ukraine, der als „Der Ruin“ in die Geschichte eingeht.

  12. Historisches Ereignis
    1667

    Ende des Russisch-Polnischen Krieges mit dem Waffenstillstand bzw. Vertrag von Andrussowo. Gebiete der linksufrigen Ukraine, Smolensk und Siwersk fallen unter russische Herrschaft. Die rechtsufrige Ukraine bleibt Teil von Poland-Litauen. Die Saporoger Sitsch wird als Kondominium von beiden Staaten anerkannt.

  13. Historisches Ereignis
    1687

    Iwan Masepa wird zum Hetman der Kosaken gewählt. Masepa verbindet eine Freundschaft mit Zar Peter I., sodass die Kosaken unter seiner Führung dem Zaren in diversen Kriegen helfen.

  14. Historisches Ereignis
    1700

    Nordischer Krieg um die Vorherrschaft im Ostseeraum: Die Dreierallianz, bestehend aus dem Russischen Zarenreich, den Personalunionen Sachsen-Polen und Dänemark-Norwegen, greift das Schwedische Reich an. Nach einigen Niederlagen entschließt sich Peter I., das Heer zu modernisieren. Durch seine neue Staatspolitik wird die Autonomie der Ukraine bedroht. Während des Krieges erhebt der Zar hohe Forderungen an die Ukrainer. Die Ukrainer werden gezwungen, gegen die schwedischen Streitkräfte fern von zu Hause zu kämpfen, denen sie unterlegen waren. Von ausländischen Offizieren werden die oft als „Kanonenfutter“ eingesetzten Kosakeneinheiten verachtet. Ab 1706 versucht Masepa einen Weg zu finden, die Ukraine aus der russischen Klammer zu befreien.

  15. Historisches Ereignis
    1707

    Ausbruch des Bulawin-Aufstands der Kosaken und Bauern, der von Peter I. brutal niedergeschlagen wird, wobei auch die Saporoger Sitsch zerstört wird. Masepa sucht nach einem neuen Verbündeten und findet ihn im schwedischen König Karl XII. Auf den Treuebruch reagiert Peter I. mit Gewalt und der Vernichtung der Hetmans-Hauptstadt Baturyn und der Tötung ihrer 6000 Einwohner.

  16. Historisches Ereignis
    1709

    Masepa und die Schweden verlieren gegen Peter I. in der Schlacht von Poltawa. Damit ist die Kontrolle Moskaus über die Kosaken gefestigt und jeglicher Widerstand unterdrückt.

  17. Historisches Ereignis
    1711

    Die Saporoger Kosaken fliehen in das Chanat der Krim, dem letzten verbliebenen Nachfolgereich der Goldenen Horde, um der Verfolgung durch den Zaren zu entgehen. Chanat sind sie starker Diskriminierung ausgesetzt.

  18. Historisches Ereignis
    1725

    Zar Peter I. stirbt.

    BN: Wikimedia Commons/Jean-Marc Nattier -
    Portrait Peter I, 1717,  Eremitage St. Petersburg, - gemeinfrei 

  19. Historisches Ereignis
    1734

    Die Saporoger Kosaken erhalten die von Peter I. eroberten Kleinodien zurück, gemeinsam mit ihren Rechten und Gesetzen. Sie errichten eine neue Sitsch anstelle der, die von Peter I. zerstört wurde.

  20. Historisches Ereignis
    1736

    bis 1739: Russisch-Österreichischer Türkenkrieg auf dem Boden der (heutigen) Ukraine: Allianz des Zarenreiches mit den Habsburgern gegen das Osmanische Reich. Die Saporoger Kosaken beweisen im Kampf gegen die Türken ihre Treue zum Zarenreich. Derweil entstehen Reibungen zwischen den Kosaken und serbischen Einwanderern aus türkischen Gebieten, die über die Zeit zu nahezu unhaltbaren Zuständen führen.

  21. Historisches Ereignis
    1762

    Katharina II. wird zur Zarin gekrönt und macht es sich unmittelbar zur Aufgabe, die Macht der Autokratie im weit ausgedehnten Reich zu stärken. Ein wichtiger Bestandteil davon war die „Russifizierung der polonisierten Vororte“. Ihre Pläne sehen weder die Existenz des Kosakenhetmanats noch die Kosakenfreiheiten oder die Saporoger Sitsch vor.

  22. Historisches Ereignis
    1764

    Das Hetmanat wird aufgelöst. Als einzige Hochburg der Kosaken bleibt die Saporoger Sitsch, die in russischen Regierungskreisen als „Hütte der Rebellen und Banditen“ bezeichnet wird.

  23. Werkrelevantes Ereignis
    1775

    Nach Ende des Russisch-Türkischen Krieges (1768–1774), bei denen die Kosaken auf russischer Seite kämpften, werden die Kosaken für das Zarenreich entbehrlich. Katharina II. gibt den Entschluss zur Auflösung der Sitsch, die den russischen Truppen nahezu schutzlos ausgeliefert ist. Die Kosaken ergeben sich. Ein Teil von ihnen flieht über die Donau, ein anderer Teil wird umgesiedelt in den nördlichen Kaukasus.

    BN: Wikimedia Commons/Vigilius Eriksen -
    Katharina II , 1766 - 1767,  Statens Museum for Kunst,
    KMSsp854 - gemeinfrei 

  24. Historisches Ereignis
    1795

    Dritte Teilung Polens: Nach den drei Teilungen verschwindet Polen von der Karte; der nordwestliche Teil Polens fällt an Preußen, der südwestliche an die Habsburger und der östliche an das Zarenreich. Die westliche Ukraine wird somit russisch (mit Ausnahme von Ost-Galizien, was österreichisch wird).

  25. Werkrelevantes Ereignis
    1809

    1. April: Nikolai Gogol wird in Sorotschinzy (im damaligen zaristischen Teil der heutigen Ukraine) geboren. Er wächst auf dem Gut seiner Eltern auf.

    BN: Wikimedia Commons/Otto Friedrich Theodor Möller -
    Portrait: Gogol, 1840 - gemeinfrei 

  26. Werkrelevantes Ereignis
    1828

    Gogol geht nach St. Petersburg und versucht erfolglos, eine Anstellung an der dortigen Universität zu bekommen. Als sein Erstlingswerk Hans Küchelgarten von der Kritik verhöhnt wird, verlässt er St. Petersburg und reist nach Deutschland.

    BN: Bayerische Staatsbibliothek,
    Plan De St. Pétersbourg Et de ses environs,
    George Jacquet, 1833 - bsb00140483 - PDM 1.0

  27. Werkrelevantes Ereignis
    1831

    Gogol lernt Alexander Puschkin kennen, der ihm den Weg in die russische Literatur weist. Puschkin regt ihn an, den Revisor und Die toten Seelen zu schreiben, und verschafft ihm immer wieder kleinere Jobs.
    Gogol veröffentlicht den ersten Teil der Abende auf dem Weiler bei Dikanka unter dem Pseudonym „Rudy Panko“. In den auf Russisch geschriebenen Erzählungen verwendet Gogol eine große Zahl an Ukrainismen, die am Ende in einem Wörterbuch aufgelistet sind. Die Geschichten werden ein großer Erfolg.

    BN: Wikimedia Commons/Orest Adamowitsch Kiprenski -
    Portrait Alexander Pushkin, 1827, Tretjakow -
    Galerie, No 168  - gemeinfrei 

  28. Werkrelevantes Ereignis
    1832

    Der zweite Teil der Abende auf dem Weiler bei Dikanka wird veröffentlicht. In ihm ist die Kurzgeschichte Die Nacht vor Weihnachten enthalten.

    BN: Wikimedia Commons/ gemeinfrei 

  29. Werkrelevantes Ereignis
    1835

    Gogol veröffentlicht Mirgorod, eine weitere Sammlung von ukrainischen Er-zählungen, und kann an den Erfolg der Abende anknüpfen. Er wird zum wichtigsten Vertreter der sogenannten Ukrainischen Schule in der russischen Literatur.

  30. Werkrelevantes Ereignis
    1844

    18. März: Nikolai Rimski-Korsakow wird in Tichwin geboren. Sein Vater ist bereits Pensionär, seine Mutter Hausfrau. Sein 22 Jahre älterer Bruder hat – wie in der Familie üblich – eine Militärkarriere angetreten. Rimski-Korsakows musikalische Begabung wird früh entdeckt, allerdings als etwas Natürliches wahrgenommen, das keiner zusätzlichen Förderung bedarf. Von vornherein steht fest, dass er der Familientradition folgen und ebenfalls eine Militärkarriere antreten soll.

    BN: Wikimedia Commons/E. Mrozovskaya -  
    aus: Illustrierte Beilage zur Zeitung "Nowoje Wremja" vom Juni 1908,
    Nr. 11585- gemeinfrei

  31. Werkrelevantes Ereignis
    1848

    21. Februar: Gogol stirbt.

  32. Werkrelevantes Ereignis
    1856

    Rimski-Korsakow wird von seinem Bruder nach St. Petersburg an die Marine-Kadetten-Schule geholt, wo harte Zucht herrscht. Seine außerschulischen Interessen muss er zurückstellen.

  33. Werkrelevantes Ereignis
    1859

    Rimski-Korsakow besucht eine Vorstellung der Oper Ruslan und Ljudmila von Michail Glinka, was seiner Liebe zur Musik neues Feuer gibt. Er erwirkt bei seinem Bruder die Erlaubnis, Musikunterricht zu nehmen. Für ein Jahr wird er unterrichtet vom in St. Petersburg hochangesehenen Pianisten Fjodor Kanille. In dieser Zeit entstehen erste Kompositionen. Ein Jahr später wird ihm der Musikunterricht von seinem Bruder wieder untersagt.

    BN: Wikimedia Commons/Die Oper „Ruslan und Ludmilla“ von M. I. Glinka. Cover der Ausgabe von Gutheil, 1885 - gemeinfrei 

  34. Werkrelevantes Ereignis
    1861

    8. Dezember: Kanille macht Rimski-Korsakow mit Mili Balakirew bekannt, der bereits eine kleine Schar an jungen Komponisten und Gleichgesinnten um sich gescharrt hat – das „Mächtige Häuflein“ (auch: „Die Gruppe der Fünf“); fünf autodidaktische Komponisten, von denen er (mit Balakirew) vier kennenlernt: César Cui (Ingenieur-Offizier), Modest Mussorgski (ehem. Offizier), Apollon Gussakowski (Chemiestudent). Als Gussakowski aus der Gruppe ausscheidet, nimmt Rimski-Korsakow dessen Platz ein. Beeinflusst von den Ideen der Gruppe, deren Fokus auf der Suche nach einer russischen Musiksprache in symphonischen Werken liegt, beginnt er mit der Komposition seiner ersten Symphonie.

    BN: Wikimedia Commons/Fotograf unbekannt - Portrait von Mily Balakirev, 1860s -
    aus: Cui, César. Ausgewählte Briefe [Selected Letters].
    Herausgeber, Autor des Vorworts und der Anmerkungen: I. L. Gusin.
    Leningrad: Gos. muz. izd-vo, 1955, Seite 73

  35. Werkrelevantes Ereignis
    1862

    März: Rimski-Korsakows Vater stirbt. Die Familie gerät in finanzielle Not. April: Rimski-Korsakow beendet die Marine-Kadeten-Schule als Offizier im 1. Rang. Auf Betreiben seines Bruders wird er zu einer Weltumsegelung auf der „Almas“ kommandiert.
    November: Die „Almas“ sticht in See. Zunächst komponiert Rimski-Korsakow auf dem Schiff noch den dritten Satz seiner Symphonie, dann kommt seine künstlerische Arbeit vollständig zum Erliegen.

  36. Historisches Ereignis
    1863

    Polnischer Januaraufstand, der auch auf die Ukraine übergreift.
    30. Juli: Zirkular des russischen Innenministers Walujew: teilweises Verbot ukrainischer Druckschriften.

  37. Werkrelevantes Ereignis
    1865

    2. Juni: Die „Almas“ kehrt zurück. Rimski-Korsakow mustert in den Rang eines Unterleutnants ab.
    Herbst: Rimski-Korsakow kehrt nach St. Petersburg zurück, trifft Balakirew und lernt den Fünften im Bunde der Gruppe kennen, Alexander Borodin (Professor für Chemie).
    31. Dezember: Unter Balakirews Leitung wird die erste national-russische Symphonie aufgeführt – Rimski-Korsakows erste Symphonie.

  38. Werkrelevantes Ereignis
    1868

    Rimski-Korsakow beginnt mit der Komposition seiner ersten Oper Das Mädchen aus Pskow.

  39. Werkrelevantes Ereignis
    1871

    Mussorgski und Rimski-Korsakow gründen eine Wohngemeinschaft. Mussorgski darf das Klavier am Morgen benutzen, Rimski-Korsakow am Abend, wenn Mussorgski arbeiten geht.
    Rimski-Korsakow wird zum Professor für Komposition, Instrumentation und Leiter der Orchesterklasse am Konservatorium in St. Petersburg ernannt.

    BN: Wikimedia Commons/Ruzana Shirinyan - public domain 

  40. Werkrelevantes Ereignis
    1872

    Der Musikwissenschaftler und Folklorist Alexander Rubez veröffentlicht seine Sammlung 216 ukrainische Volksweisen.

  41. Werkrelevantes Ereignis
    1873

    13. Januar: Uraufführung von Das Mädchen aus Pskow im Mariinski-Theater in St. Petersburg.
    Rimski-Korsakow scheidet endgültig aus dem Militärdienst aus und geht in den Staatsdienst als Zivilinspektor der Marinekapelle.

    BN: Wikimedia Commons/Fotograf unbekannt - public domain 

  42. 1876

    30. Mai: (Geheimer) Emser Erlass des Zaren Alexander II.: Verbot im Russischen Kaiserreich des Drucks, Imports und der Verbreitung literarischen Schrifttums in ukrainischer Sprache in allen Formen, auch im Theater. Fortan erscheinen ukrainische Schriften im benachbarten, noch österreichischen Galizien, wo ebenfalls Ukrainisch gesprochen wird. Die Maßnahme des Verbots der Sprache trägt somit (ungewollt) dazu bei, dass sich ein ukrainisches Nationalbewusstsein und eine gemeinsame literarische Sprache und Kultur auf beiden Seiten der österreichisch/russischen Reichsgrenze herausbildet.
    Tschaikowski wird zum regelmäßigen Besucher in Rimski-Korsakows Haus. Über die Zeit intensiviert sich der Kontakt; Rimski-Korsakow gerät in eine Zwickmühle, da das „Mächtige Häuflein“ einer gänzlich anderen Musikphilosophie folgt als Tschaikowski. Er entfremdet sich zunehmend von der Gruppe.
    Uraufführung von Tschaikowskis Wakula der Schmied, einer ersten Vertonung der Nacht vor Weihnachten.

    BN: Wikimedia Commons/Fotograf unbekannt -
    Postkarte mit Portrait Tchaikovsky, 1863 - public domain 

  43. Werkrelevantes Ereignis
    1878

    Rimski-Korsakow beginnt mit der Komposition der Oper Mainacht, basierend auf der Erzählung Mainacht oder Die Ertrunkene aus Gogols Abende auf dem Weiler bei Dikanka.

  44. Werkrelevantes Ereignis
    1880

    21. Januar: Uraufführung der Mainacht

  45. Historisches Ereignis
    1881

    1. März: Ermordung des Zaren Alexander II.
    28. März: Tod Modest Mussorgskis

  46. Historisches Ereignis
    1887

    Uraufführung der Neufassung von Tschaikowskis Wakula der Schmied unter dem Titel Pantöffelchen im Bolschoi-Theater in Moskau.

    BN: Wikimedia Commons/N.A. Naydenov -
    Bolschoi Theater, 1883 - public domain

  47. Werkrelevantes Ereignis
    1888

    Komposition von Scheherazade

  48. Werkrelevantes Ereignis
    1889

    Rimski-Korsakow kommt bei einem Russland-Gastspiel des Ring des Nibelungen mit der Musik Richard Wagners in Kontakt.

  49. Werkrelevantes Ereignis
    1890

    Rimski-Korsakows Mutter und sein jüngster Sohn sterben. Seine Frau und der andere Sohn erkranken schwer, letzterer verstirbt infolge der Krankheit. Rimski-Korsakow gerät in eine Schaffenskrise. Er erkrankt an Herzenge.

  50. Werkrelevantes Ereignis
    1891

    Die Freundschaft zwischen Rimski-Korsakow und Balakirew zerbricht.

  51. Werkrelevantes Ereignis
    1893

    Rimski-Korsakows Tochter stirbt. Er erkrankt an Depression.
    6. November: Tschaikowski stirbt. Infolgedessen wird aus Rimski-Korsakows Sicht der Stoff Die Nacht vor Weihnachten frei.

  52. Werkrelevantes Ereignis
    1894

    Ende der Schaffenskrise. Beginn der Arbeit an Die Nacht vor Weihnachten. In den folgenden Jahren entstehen neun seiner insgesamt 15 Opern.

  53. Werkrelevantes Ereignis
    1895

    10. Dezember: Uraufführung von Die Nacht vor Weihnachten im Mariinski-Theater in St. Petersburg.

    BN: Wikimedia Commons/ Nikolai Rimsky-Korsakov -
    Christmas Eve - cover of the piano score, Leipzig 1895- gemeinfrei 

  54. Werkrelevantes Ereignis
    1900

    Feier des 35-jährigen Komponistenjubiläums von Rimski-Korsakow

  55. 1905

    9. Januar: Auf dem Senatsplatz in St. Petersburg wird auf friedlich Demonstrierende geschossen. Es folgen landesweite Proteste und Streiks, denen sich die Studierenden des Konservatoriums in St. Petersburg anschließen. Rimski-Korsakow stellt sich in einem offenen Brief auf die Seite der Studierenden und ist Mitunterzeichner eines weiteren offenen Briefes. Er wird zur Symbolfigur bürgerlichen Ungehorsams gegen den Zarendienst und aus seiner Professorenstelle entlassen.
    13. April: Erlass des Zaren, der das Verbot von Aufführung der Werke Rimski-Korsakows enthält. In ganz Russland und im Ausland kommt es zu einer sofortigen Welle der Empörung über das Verbot. Alle Gastsolist:innen boykottieren daraufhin die Konzerte der Russischen Musikgesellschaft in St. Petersburg, und mehrere Fakultätsmitglieder des Konservatoriums von St. Petersburg treten aus Protest zurück, darunter Alexander Glasunow. Schließlich verlassen über 300 Studierende das Konservatorium aus Solidarität mit Rimski-Korsakow. In allen Städten in Russland werden seine Werke aufgeführt, die sich das Publikum stehend anhört.
    Dezember: Rimski-Korsakow wird unter einem neuen Direktor (Glasunow) wieder am Konservatorium angestellt.
    Die Russische Akademie der Wissenschaften regt eine Lockerung des Verbots der ukrainischen Sprache an, die sie nicht als einen Dialekt („Kleinrussisch“), sondern als eigenständige Sprache bewertet.

    BN: Wikimedia Commons/Unbekannt - public domain 

  56. Werkrelevantes Ereignis
    1906

    Rimski-Korsakow beendet seine Tätigkeit am Konservatorium. Er komponiert seine letzte Oper Der goldene Hahn.

  57. Werkrelevantes Ereignis
    1907

    Rimski-Korsakows Krankheit (Herzenge) verschlimmert sich, sodass er nicht mehr arbeiten kann.

  58. Werkrelevantes Ereignis
    1908

    Der goldene Hahn wird von der Zensur verboten.
    21. Juni: Rimski-Korsakow stirbt.

  59. Werkrelevantes Ereignis
    1909

    Rimski-Korsakows Frau Nadeschda gibt seine Chronik meines musikalischen Lebens heraus.

    7. Oktober: Uraufführung von Der goldene Hahn

  60. Historisches Ereignis
    1917

    20.November: Die Ukrainische Volksrepublik wird ausgerufen – unmittelbar nach der Oktoberrevolution. Die Ukraine erklärt sich zum unabhängigen Staat.
    Dezember: Die Bolschewiki organisieren Aufstände auf dem ukrainischen Gebiet.

  61. Historisches Ereignis
    1918

    bis 1922:
    22. Januar 1918: Unabhängigkeitserklärung der Ukraine.
    Die Ukraine wird von verschiedenen Seiten umkämpft, sodass der Ukrainische Staat bereits im Dezember 1918 wieder sein Ende findet. Während Gebiete und Verwaltungen im westlichen Teil des Landes (vor allem im Zuge des polnisch-russischen Kriegs) weitere Male wechselten, brachten die Bolschewiki die östliche Ukraine einschließlich Kiews bis zum Februar 1919 wieder unter ihre Kontrolle. Es dauert noch bis Anfang 1921, bis die Bolschewiki die Zentral- und Ostukraine vollständig beherrschen und mit der Ausrufung der Sowjetunion 1922 auch die „Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik“ proklamieren. Der südwestliche Teil fällt nach Ende des polnisch-russischen Krieges 1921 an die Tschechoslowakei, der nordwestliche Teil, Galizien und West-Wolhynien, wiederum an Polen.

  62. Historisches Ereignis
    1991

    24. August: Unabhängigkeitserklärung der Ukraine

  63. Historisches Ereignis
    2014

    18. März: Annexion der Krim und Entstehung der Separatistengebiete Luhansk und Donezk

  64. Historisches Ereignis
    2022

    Seit 24. Februar: Völkerrechtswidriger Angriffskrieg Russlands gegen die gesamte Ukraine

Das sagt die Presse

Szenenbild aus Die Nacht vor WeihnachtenSzenenbild aus Die Nacht vor WeihnachtenSzenenbild aus Die Nacht vor WeihnachtenSzenenbild aus Die Nacht vor WeihnachtenSzenenbild aus Die Nacht vor Weihnachten

Motive © Huanhuan Wang