VORTRAG: POST TRUTH POLITICS
Dauer ca. 0 Stunden 30 Minuten
Hinweis: Eintritt frei.
Prof. Dr. mult. Lydia Hartl (Kulturwissenschaftlerin/Medizinerin/Psychologin)
POST TRUTH POLITICS: eine unendliche Beziehungsgeschichte.
Seit jeher war es eine Stärke der Oper, Gefühle – von Liebe, Hass, Verzweiflung oder Eifersucht – ins Extreme zu vergrößern. Und seit jeher halfen hierbei sowohl mythische als auch historische Vorlagen. Um die explizite Wahrheit geht es dabei selten, vielmehr um gefühlte Wahrheiten. Und gerade postfaktische Narrative, erst recht, wenn es nicht nur um moralische Glaubwürdigkeit, sondern auch um Erhaltung oder Zugewinn realpolitischer Macht geht, entfalten dabei eine große Hartnäckigkeit.
Kein Wunder also: Bis heute sind Schwarz-Weiß-Plädoyers zu Mary Stuart und Elizabeth I. nicht in Deckung zu bringen, die eine und abschließende Deutung und Auflösung des Konflikts gibt es nicht. Zu komplex, divers und raffiniert gestalteten bereits die Zeitgenossen das, was die Öffentlichkeit erfahren und glauben sollte.
Of one blood? Der Opernstoff über die beiden Ausnahmefrauen Elizabeth und Mary verhält sich nicht nur als „true crime“-Neupositionierung historischer Quellen, sondern ist weit darüber hinaus von erstaunlicher Aktualität für derzeit brisante gesellschaftliche Diskurse. Nervenkitzel garantiert. Ein Beitrag zum Auftragswerk der Bayerischen Staatsoper über die zum ewigen Scheitern verurteilte Beziehung der beiden Königinnen.
Im Anschluss: Of One Blood
