LESUNG: EIN ZWIEGESPRÄCH
Dauer ca. 0 Stunden 30 Minuten
Hinweis: Eintritt frei.
„So sind Kaspar und Samiel ein und derselbe“: Ein Zwiegespräch mit dem Teufel in Thomas Manns Doktor Faustus
In Dmitri Tcherniakovs Inszenierung von Webers Freischütz tritt nicht, wie sonst üblich, ein Schauspieler auf, der Samiel in der Wolfsschlucht seine Stimme verleihen würde. Stattdessen führt hier Kaspar ein Zwiegespräch mit sich selbst, wenn der Pakt mit dem Bösen erneuert wird. Auch der fiktive Komponist Adrian Leverkühn ist in Thomas Manns Roman Doktor Faustus den Verführungen des Teufels ausgesetzt. In der dämonischen Atmosphäre eines Bordells spekuliert der Protagonist über seine göttliche Errettung, indem er auf dem Klavier einen „aufhellenden Halbton-Abstand wie im Gebet des Eremiten im Freischütz-Finale“ moduliert. Und im 25. Kapitel kommt es zu einem ausführlichen Zwiegespräch mit demjenigen, der auch bei Thomas Mann „Samiel“ genannt wird. Aus dieser Begegnung, an deren Wirklichkeit Adrian Leverkühn selbst zweifelt, wird im Rahmen des Festspiel-Fokus ein Ausschnitt gelesen.
Im Anschluss: Der Freischütz
