LESUNG: DAS LABYRINTH
Dauer ca. 0 Stunden 30 Minuten
Hinweis: Eintritt frei.
Julian Plattner (Schauspieler)
Das Labyrinth der Zeit in Jorge Luis Borges’ Der Garten der Pfade, die sich verzweigen
Es ist die letzte Vorstellung von Calixto Bieitos Fidelio-Inszenierung, die seit ihrer Premiere am 21. Dezember 2010 über vierzig Mal im Münchner Nationaltheater gezeigt worden ist. Der spanische Regisseur hat sich für seine Deutung von Beethovens „Rettungsoper“ einst von dem argentinischen Schriftsteller Jorge Luis Borges, einer Schlüsselfigur des Magischen Realismus, inspirieren lassen. Insbesondere dessen Faszination für Labyrinthe, die in mehreren seiner Texte Niederschlag gefunden hat, stand Pate für das Bühnenbild von Rebecca Ringst: Denn hier ist nicht nur Florestan Gefangener unter der autokratischen Willkürherrschaft Pizarros, sondern das gesamte Figurenpersonal irrt in einem gewaltigen, scheinbar ausweglosen Labyrinth umher. Bieito ergänzte für seine Inszenierung das gesungene und gesprochene Libretto durch Texte von Borges und Cormac McCarthy. So rezitiert Pizarro vor seiner Auftrittsarie aus Borges’ Erzählung Der Garten der Pfade, die sich verzweigen: „Wer ein grässliches Unternehmen ausführt, muss sich vorstellen, dass er es bereits vollbracht hat“. Der Text erzählt von einem Agenten des Deutschen Reichs während des Ersten Weltkriegs und einem rätselhaften „unsichtbaren Labyrinth aus Zeit“.
Im Anschluss: Fidelio
